Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Konkrete Schritte - Deutsche Kulturinstitutionen bereiten sich vor

Mittwoch, 26. November 2014

Das Deutsche Kulturzentrum Temeswar spricht mit seinen Veranstaltungen gerne auch die Kinder an. Foto: Zoltán Pázmány

Am Erfolg der Kandidatur Temeswars für den Titel einer „Kulturhauptstadt Europas 2021“ arbeiten die meisten großen Kulturinstitutionen der Stadt. Es ist an der Zeit, sich Gedanken über Vorschläge für das Programm zu machen. Unser Anliegen war, die Vertreter einiger Institutionen, die sich für die deutsche Sprache und Kultur einsetzen, zu befragen, was für sie die Kandidatur Temeswars bedeutet.

Univ.-Prof. Dr. Eleonora Ringler-Pascu, die Leiterin der Deutschen Schauspielabteilung der Hochschule für Musik und Theater an der West-Universität Temeswar, erklärte: „Für die Deutsche Schauspielabteilung ist die Kandidatur eine Chance, das kulturelle Erbe dieser westlichen Stadt Rumäniens bewusst aufzunehmen und mit frischen Ideen zu bereichern, denn es ist ja die Tatsache bekannt, dass Jugendliche ein besonderes kreatives Potential besitzen, das sich auch im kulturellen Bereich etablieren soll(te). Eine vielseitige Ausbildung der Schauspielstudenten, die der deutschen Sprache mächtig sind, bedeutet implizit die deutschsprachige Kultur zu fördern, als Teil einer multikulturellen Landschaft, die sich zu ihrer europäischen Dimension bekennt“.

Was nimmt man sich also vor? „Konkret besteht das Bestreben, gemeinsame Projekte mit den Erasmus+ Partneruniversitäten aus Deutschland und Osterreich zu verwirklichen, darunter Workshops, Studienreisen, ein internationales Theaterfestival der Schauspielschulen, mit dem Ziel den Bekanntheitsgrad der deutschen Schauspielabteilung zu erweitern und die schon bestehenden Austauschprogramme zu stärken. Um diese Projekte umzusetzen ist der richtige Rahmen notwendig, das heißt die entsprechenden Bedingungen zu sichern, um sie ausführen zu können. Das besteht einerseits in der finanziellen Unterstützung der Projekte, die teilweise von der West-Universität gesichert wird und andererseits in der entsprechenden Einrichtung des Hochschulgebäudes (das Alte Rathaus), das Dank der strebsamen Dekanin - Prof. Dr. Violeta Zonte und der Grosszügigkeit des Bürgermeisters - Prof. Dr. Nicolae Robu den Studierenden vor kurzem zur Gänze zur Verfügung gestellt wurde, für eine Zeitspanne von 49 Jahren. Jetzt heißt es, die schöpferischen Energien freizulassen und kulturelle Programme zu entwickeln, im eigenen Haus beziehungsweise in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen“.

Auch Alina Baciu, die Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Temeswar, sieht in der Kandidatur Temeswars „die Chance für alle Kulturinstitutionen der Stadt, auf europäischer und internationaler Ebene bekannt zu werden. Es ist eine Chance, die Stadt und die Bürger zu fördern, und die Geschichte der Stadt, die vielfältige Kultur, die Multikulturalität und Multiethnizität in der Stadt und Umgebung auf weltweiter Ebene vorstellen zu können. Es bedeutet die Möglichkeit zu haben, sich als Stadt stärker an Europa und an die Welt zu verknüpfen“.

Was die konkreten Vorschläge des Kulturzentrums betrifft, erklärte Alina Baciu: „Das Kulturzentrum bemüht sich, sein Programm immer mehr an ein möglichst breites Publikum zu richten. Das ist eine erste Maßnahme, um sich für das Kulturhauptstadtjahr vorzubereiten. Eine zweite Maßnahme ist die Anknüpfung an die wichtigsten Festivals der Stadt durch die Einladung deutscher Künstler und Künstlergruppen innerhalb dieser Festivals, sowie die Entwicklung eines regelmäßigen Programms für das breite Publikum und die Etablierung auf lokaler und regionaler Ebene der größeren Veranstaltungen des Kulturzentrums, wie zum Beispiel das Internationale Tanzfestival ConTempo, Cafékultour oder Das Deutschlandprojekt“.

Unsere Umfrage werden wir nächste Woche fortsetzen.

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