Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

II. „Cultural Café“: Das Programm für das Jahr 2021 wurde entwickelt

Mittwoch, 01. Juni 2016

Der Verein hat seine Arbeitsräume für ein paar Stunden auf den Domplatz verlagert.
Foto: Verein „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“

Draußen im Freien hat der Verein „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“ das zweite „Cultural Café“ organisiert und so erneut Transparenz und Bürgernähe gezeigt. Auf einer Terrasse am Domplatz vor dem Kunstmuseum der Stadt haben sich die Koordinatoren des Kulturprogramms, die 21 Kuratoren der Programme sowie die europäischen Experten eingefunden, um zusammen mit Kulturschaffenden, Vertretern nichtstaatlicher Organisationen und der sogenannten „creative industries“ an dem Programm für das Kulturhauptstadtjahr zu arbeiten.

Ertragreich war das Treffen, das vergangene Woche stattgefunden hat, denn im Nachhinein hat der Verein „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021“ auf seiner Webseite bekannt gemacht, dass das Programm für das Veranstaltungsjahr erstellt wurde. Wird Temeswar gewinnen, werden in den nächsten vier Jahren für die 21 Programme Aufrufe für die Einreichung von Vorschlägen für Projekte organisiert.

Beim „II. Cultural Café“ wurde das „World Café“ angewandt, eine Workshop-Methode, die von zwei amerikanischen Unternehmensberatern entwickelt wurde und sich für Gruppengrößen ab 12 und bis zu 2000 Teilnehmern eignet. Kooperation, Diskussion und Lösung von Problemen sind die Schlagwörter der Methode. Die Teilnehmer saßen an kleinen Tischen, jeder Tisch trug die Etikette eines der 21 Programme, die für das Jahr vorgeschlagen wurden, darunter: „Erinnerungsbrocken“, „Worte im Licht“ oder „Ganz einfach 1. Mai“. Diese sind alle dem Konzept „Erhelle deine Stadt!“ untergeordnet und „laufen auf das zentrale Thema zusammen, das das Herauskommen aus der Passivität darstellt“, so Teoora Borghoff, zuständig für das Kulturprogramm und Koordinatorin der Bürgerbeteiligung seitens des Vereins „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas“. Nach einer Weile wurden die Plätze gewechselt, nur der jeweilige Moderator blieb an dem betreffenden Tisch sitzen. Zweck war, je mehr Ideen zusammenzutragen. „Das ist ein Test für die Stadt: Werden wir es schaffen, mit etwas Kreativem zu kommen oder nicht“, erklärte Teodora Borghoff.

Nach dem „Cultural Café“ zeigten sich die Organisatoren zufrieden: „Dieses Treffen hat sich an alle Veranstalter aus Temeswar gerichtet, die den Namen der Stadt im Laufe der Jahre über die Grenzen hinaus bekannt gemacht haben. Uns hat die Welle an jungen Leuten überrascht, die aufrichtig gesprochen und konkrete Argumente und Lösungen gebracht haben, die uns zum Gewinnen des Titels verhelfen können,“ hat Simona Neumann, die Geschäftsführerin des Vereins im Anschluss an dem Treffen erklärt.

Das Zusammenkommen und der Dialog zwischen den Kulturschaffenden war ebenfalls ein Ziel des Treffens, wie Simona Neumann erklärte: „Wir wollten eine Plattform für den Dialog zwischen den Vertretern des selbstständigen kulturellen Sektors, der in Temeswar schon gut repräsentiert ist, aber dessen Stimme vielleicht noch nicht so stark durchdringt, und den Kulturinstitutionen schaffen. Für die Kandidatur sind beide wichtig. Die Institutionen kommen mit der Infrastruktur, mit den Beziehungen zwischen den nationalen und internationalen Institutionen, der selbstständige Sektor bietet Kontakte zwischen den Künstlern, neue Ideen und Vorschläge“.

Temeswar befindet sich neben Bukarest, Frauenbach und Klausenburg auf der Kurzliste der Städte aus Rumänien, die um den Titel einer Kulturhauptstadt Europas wetteifern.

In dieser zweiten Etappe wird Temeswar mit Arad kooperieren. „Dies stellt einen Gewinn für beide Städte dar. Es werden Beziehungen ausgebaut, die bereits zwischen den Kulturschaffenden, den Universitäten usw. existieren. Es ist ein Pluspunkt für unsere Kandidatur“, erklärte Simona Neumann. Auch mit Novi Sad (Serbien) und Szeged (Ungarn) arbeitet der Verein aus Temeswar zusammen. Novi Sad ist eine der Städte, die seitens der EU-Beitrittskandidaten für den Titel im Jahr 2021 wetteifert.

In den kommenden Monaten werden die Mitglieder des Vereins auf Hochtouren arbeiten, wie Simona Neumann erklärte. In der Zeitspanne vom 8. bis zum 12. September besucht die Expertenjury die Kandidatenstädte. Die Kandidaturdokumentation muss am 12. August beim Kulturministerium eingereicht werden. Das letzte Interview ist für den 15. und 16. September geplant. „Am 16., spätestens am 17. September wird die Gewinnerin aus Rumänien bekannt gemacht“, so Simona Neumann. Den Titel wird die rumänische Stadt mit einer Stadt aus Griechenland sowie mit einer Stadt aus einem der EU-Beitrittskandidatenländer teilen.

 

 

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