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Interview mit der jungen Wiener Cellistin Alina Holender

Mittwoch, 08. Juni 2016

Alina Holender auf der Bühne der Temeswarer Philharmonie „Banatul“.

Ein Pluspunkt für die hiesigen Philharmoniker und ein Gewinn für die Konzertbesucher: Die Temeswarer Philharmonie „Banatul“ stellt dem Publikum nicht nur etablierte Solisten vor, sondern konzertiert auch mit jungen Talenten, die sich in gar nicht so weiter Zukunft auf internationalen Bühnen behaupten werden. Das war auch neulich der Fall, als in einem Konzert drei junge, talentierte Künstler mit den Philharmonikern aufgetreten sind und dem Publikum begeisterten Applaus entrissen haben: Vlad Popescu (Violine), Traian Moldovan (Klavier) und Alina Holender (Cello).

Mit Edward Elgars Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85 hatte Alina Holender eines der bekanntesten Cello-Werke zu interpretieren, schwierig und schwermütig zugleich, was die erst achtzehnjährige junge Künstlerin aber gut bewältigte. Als Tochter Ioan Holenders ist Alina schon mehrmals in Temeswar zu Besuch gewesen; die Stadt, die ihrem Vater stark am Herzen liegt, ist ihr nicht fremd. Und auch die Zusammenarbeit mit den Philharmonikern ist nicht neu, bereits 2011 stand Alina Holender mit den Philharmonikern auf der Bühne, dann wieder 2013.

Trotz des jungen Alters kann Alina Holender auf mehrere Preise schauen: 2012 hat sie bei den Wettbewerben in Wien und Judenburg den ersten Preis erhalten, beim Internationalen Cello-Wettbewerb in Liezen (ebenfalls in Österreich) den dritten. Anschließend wurde sie zur Gewinnerin der Wettbewerbe „Paul Constantinescu“ in Ploie{ti und „George Georgescu“ in Tulcea gekürt. Cello hat sie im Laufe der Jahre mit Vladimir Malinovsky, Robert Nagy und Reinhard Latzko studiert. Über die Musikkarriere, aber auch über Temeswar sprach sie mit der BZ-Redakteurin [tefana Ciortea-Neam]iu.

 

Den Solo-Part in Elgars Cello-Konzert übernehmen, ist ein schwieriges Unternehmen. Es gehört Talent dazu, aber sicherlich auch viel Übung. Wie viele Stunden üben Sie pro Tag?

Das kann ich schwer sagen, es ist unterschiedlich, ich habe jetzt die Matura gemacht, da musste ich mich auch auf die Schule konzentrieren. Ich zähle die Stunden ehrlich gesagt nicht, aber wenn es hoch kommt, würde ich sagen, fünf bis sechs Stunden am Tag.

 

Wieso haben Sie das Cello gewählt? Sie haben mit dem Klavier angefangen.

Genau, ich habe mir fünf mit dem Klavier angefangen und ab neun habe ich dann den Wunsch gehabt, Cello zu spielen. Ich habe viel Cello gehört, auch an meiner Musikschule und mir hat der Klang sehr gut gefallen. Ein lustiger Zufall ist vielleicht auch, dass meine Mutter Cello gespielt hat, als sie mit mir schwanger war und ich habe da sicher schon die ersten schönen Töne gehört.

 

Was wünschen Sie sich in der Karriere, wenn Sie jetzt mit 18 ins Leben starten? Welches ist Ihr größter Wunsch?

Als Erstes, dass ich die Aufnahmeprüfung an der Universität schaffe, ich bin im Vorbereitungslehrgang und muss den Übertritt machen, dann wäre mein größtes Ziel, eine Solo-Karriere zu machen, man kann natürlich nie wissen. Aber ich möchte auch viel Kammermusik machen. Das wäre mein Ziel!

Sie haben schon 2011 und 2013 mit den Temeswarer Philharmonikeren konzertiert. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Das ist ganz, ganz toll, es ist ein hervorragendes Orchester und Radu Popa ist ein unglaublicher Dirigent und sie haben ein großes Glück, ihn zu haben. Es war toll, das Elgar-Konzert mit ihm zu spielen.

 

Welche Hobbies haben Sie?

In Wien gehe ich tanzen und spiele auch Klavier. Es sind lateinamerikanische Tänze, für die ich mich interessiere.

 

Wie finden Sie Temeswar?

Ich bin schon oft da gewesen, mein Vater ist hier geboren und ich war schon als Kind, bevor ich Cello gespielt habe, war ich schon oft hier. Was ich sehr schön finde, ist, dass die Stadt sich so schön entwickelt und so viel verbessert wurde und es wirklich lebenswert ist.

 

Wenn Sie jemanden durch die Stadt führen würden, der noch nie da gewesen ist, was würden Sie ihm zeigen?

Ich glaube, die beiden Plätze, den Opernplatz und den Domplatz. Und die Bega und natürlich eine Bootsfahrt machen, das lohnt sich auch.

 

 

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