Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Vortragsreihe an der West-Universität für die Unterstützung der Kandidatur

Mittwoch, 13. Juli 2016

Doz. Dr. Johann Fernbach beim Vortrag an der West-Universität Temeswar.

Über Gustav Mahler und Richard Strauss referierte Johann Fernbach, Dozent an der West-Universität Temeswar, am vergangenen Donnerstag im Hörsaal A01. Die West-Universität Temeswar hat vor Kurzem eine Vortragsreihe der Senioren angeregt, wobei Persönlichkeiten unter den Professoren an der West-Universität für das akademische wie auch für das breite Publikum zu verschiedenen Themen referieren. Dadurch will die West-Universität einen Beitrag für die Unterstützung der Kandidatur Temeswars für den Titel einer Kulturhauptstadt Europas leisten. Gleichzeitig rücken die Persönlichkeiten unter den Professoren der West-Universität noch einmal ins Rampenlicht.

So leitete Simona Negru, Lektor an der Fakultät für Musik und Theaterwissenschaften, in den Abend ein, indem sie Johann Fernbachs komplexe Persönlichkeit und seine Karriere als Violinist und Professor vorstellte: 27 Jahre als Konzertmeister der Temeswarer Philharmonie „Banatul“ sowie neun Jahre an der Leitung derselben sprechen für das Format dieses Banater Violinisten. Seine eigenen Erinnerungen sind sehr schön, da Johann Fernbach das Orchester ans Herz gewachsen ist: „Auch heute rede ich von den Temeswarer Philharmonikern wie von meinem Orchester“.

Aber seine Konzertkarriere, die ihn auf Bühnen in Europa, in Nord- und Südamerika sowie nach Asien brachte – aufgezählt wurden Italien, Deutschland, Norwegen, Spanien, Portugal, die Schweiz, Frankreich, Litauen, Kanada, Brasilien, die USA, sowie Thailand, Japan und andere Staaten – und ihn in Kontakt mit großen und sehr großen Namen der Musik treten ließ, mit denen er zusammenarbeitete – Simona Negru sprach da von „zehn Reihen von Namen“ – ist von einer didaktischen Laufbahn abgerundet und gekrönt worden: Sowohl am Musiklyzeum „Ion Vidu“ als auch an der Musikfakultät der West-Universität Temeswar hat sich Johann Fernbach verdient gemacht. Der Doktortitel und mehrere Bücher als Einzelautor sind einige seiner Verdienste, aber zugleich geht es darum, dass man „in seinem Fall von einer ‚Violinschule Fernbach‘ sprechen kann“, so Simona Negru. Und vor allem ist er „ein warmer Professor, der seine Schüler und Studenten enorm liebt“.

Und viele dieser ehemaligen Schüler und Studenten zieren jetzt große Orchester aus dem In- und Ausland. Fernbach selbst erklärte über seine didaktische Karriere: „Ich entschied mich, das weiterzugeben, was ich angesammelt hatte. Dies geschah, als die Musikfakultät, die vor der Wende aufgelöst worden war, endlich wiedergegründet wurde“.

Anschließend lud Johann Fernbach in Wort und Klang zu einem Besuch der Musikwelt der ausgehenden 19. und anfänglichen 20. Jahrhunderts ein: „Gustav Mahler / Richard Strauss – die Propheten der Modernität im Klanguniversum der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts“.

In den Augen Johann Fernbachs war „die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine äußerst fruchtbare Periode, in der viele große Namen aus verschiedenen Bereichen der Kultur angesiedelt sind. Irgendwie ähnelt diese Periode die der Renaissance, die ebenfalls viele große Namen der Kultur hervorgebracht hat“.

105 Jahre sind seit dem Tod Gustav Mahlers vor einem Monat verstrichen. Das war einer der Gründe für die Wahl des Themas. „Gewöhnlich behandeln sich die Künstler mit gegenseitigem Respekt, lieben sich aber nicht. Die beiden Künstler, über die ich heute zu sprechen komme, haben sich gegenseitig respektiert, ich weiß nicht, ob sie sich geliebt haben, aber es sind Persönlichkeiten von Weltrang, die ihren Abdruck auf die Musik hinterlassen haben“, erklärte Johann Fernbach vor dem Publikum, das aus Studenten, Professoren verschiedener Fakultäten sowie Besuchern bestand, die von außerhalb der Universität gekommen sind.

In Erinnerung bleibt dem Publikum vielleicht vor allem ein Satz, in dem Johann Fernbach seine Liebe zur Musik erklärte: „Die Musik hat mir das Leben viel schöner als das anderer Menschen gestaltet, sie hat es mir ermöglicht, die Welt zu bereisen und viele Schüler zu haben, die in großen Orchestern der Welt spielen“.

Die Veranstaltungsreihe „Die Vorträge der Senioren“ findet im Rahmen des Projektes „Öffentliche Vorträge am Donnerstagabend an der West-Universität“ statt. Das Projekt wird von der Universität durch deren Stiftung und in Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus und der Stadtverwaltung Temeswar abgewickelt. Bereits drei Vorträge wurden schon in diesem Rahmen gehalten.

 

 

 

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