Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Konkrete Schritte - Deutsche Kulturinstitutionen bereiten sich vor

Mittwoch, 03. Dezember 2014

Europäischer geht es nicht: „Moliendo Café“ – eine Koproduktion des Deutschen Staatstheaters Temeswar und des Ungarischen Theaters „Csiky Gergely“ feierte vor kurzem Premiere.

(Teil II. unseres Beitrags vom 26. November)

 

 Wie sich die Träger der deutschen Kultur auf die Kandidatur Temeswars für den Titel einer Kulturhauptstadt vorbereiten, haben wir schon als Thema vergangener Woche angerissen. Unsere Umfrage setzen wir heute fort.

„Die Kandidatur Temeswars für den Titel einer Kulturhauptstadt Europas bedeutet für uns Weltoffenheit“, erklärte Prof. Dr. Roxana Nubert, die Leiterin des Germanistik-Lehrstuhls an der West-Universität Temeswar. Der Lehrstuhl nimmt sich vor, die Kandidatur seinen Partnerinstitutionen, der Ludwig-Maximilians-Universität München beziehungsweise der Justus-Liebig-Universität Gießen, bekannt zu machen.

Das Deutsche Staatstheater Temeswar als eine der großen Kulturinstitutionen der Stadt hat schon seit Beginn der Vorbereitungen auf die Kandidatur aktiv mitgewirkt. Wie Lucian Varsandan, der Intendant des DSTT, für die BZ erklärte, „ist das Deutsche Staatstheater auch ein Gründungsmitglied des Vereins «Temeswar Kulturhauptstadt Europas 2021». Einerseits haben wir der Stadtverwaltung Vorschläge für kulturpolitische Maßnahmen unterbreitet, wie z.B. die Stärkung der internationalen Kooperation im Kulturbereich oder die Stärkung der personellen Ressourcen in diesem Bereich. Ich freue mich, dass viele unserer Anregungen in die erst kürzlich verabschiedete Kulturstrategie der Stadt Temeswar aufgenommen wurden. Für das Programm der Kulturhauptstadt denken wir in erster Linie an den Ausbau unseres Europäischen Theaterfestivals «Eurothalia», das ganz gewiss ein Highlight der nicht nur regionalen Kulturlandschaft ist“.

Für das DSTT bedeutet die Bewerbung der Stadt, wie das der Intendant ausdrückte: „eine große Chance in vielfachem Sinne des Wortes: zum einen ist es am wichtigsten, dass vor dem Hintergrund der Bewerbung die Kultur als Motor der Entwicklung einer Gemeinschaft aufgefasst wird. Daran ist das DSTT, gerade in den letzten Jahren, durch viele Initiativen, maßgebend beteiligt. Ferner ist es sehr wichtig, sich auch als Theater noch besser zu vernetzen und zu positionieren, und zwar im gesamteuropäischen Kontext. Unsere wichtigsten Ziele für die nächsten Jahre sind es, einerseits unsere Infrastruktur durch eine zweite Spielstätte auszubauen und andererseits im Ausland eine ähnliche Aufmerksamkeit zu erlangen wie dies uns in den jüngsten Spielzeiten in Rumänien gelungen ist. Da ist gerade die Bewerbung Temeswars als Kulturhauptstadt eine immense Chance“.

Mit dem Verein „Temeswar, Kulturhauptstadt Europas 2021“ arbeitet das Deutsche Staatstheater eng zusammen: „Sie waren unsere Partner auch beim Eurothalia-Festival 2013 und haben das Festival als Produkt rumänienweit beworben. Auch darüber hinaus befinden wir uns in regelmäßigem Austausch mit dem Verein und unterstützen uns gegenseitig und sprechen uns auf kommende Projekte ab“, so Lucian Varsandan.

Der Dialog zwischen den Institutionen und die konkreten Schritte für ein vielfältiges Programm, das nicht nur von lokalem Interesse sein, sondern auch Teilnehmer aus verschiedenen europäischen Ländern ansprechen soll, sind jetzt die wichtigsten Aspekte, auf die sich alle Kulturträger konzentrieren müssten.

 

 

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