Unser Kandidat: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Rembrandts Gravuren im Kunstmuseum ausgestellt

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Bis Januar können Rembrandts Gravuren im Temeswarer Kunstmuseum bewundert werden. Foto: Zoltán Pázmány

Rembrandt van Rijn, dessen Werke die besten Museen der Welt zieren, wird ab heute und bis zum 10. Januar auch in Temeswar präsent sein. Die Temeswarer können 273 Gravuren des als „Maler des Lichtes und der Schatten“ und als einer der bedeutendsten Graveure des 17. Jahrhunderts in die Kunstgeschichte eingegangenen Niederländers im Kunstmuseum bewundern. Das Highlight unter den Ausstellungen am Jahresende in der Stadt an der Bega findet als Event im Rahmen der Kandidatur Temeswars zum Titel einer Kulturhauptstadt Europas statt.

Rembrandt wird allgemein als einer der größten Erzähler in der Kunstgeschichte gefeiert, der beispielhafte Bildnisse von Menschen in den verschiedensten Gemütslagen und dramatischen Umständen geschaffen hat.

Rembrandts Gravuren gehören zu einer Wanderausstellung, die im Laufe des Jahres in mehreren Städten Rumäniens präsentiert wurde. Allerdings ist in Temeswar die größte Kollektion zu bewundern, was sie einmalig macht. Alle Werke stammen von Rembrandts Kupferstichen, die im 19. Jahrhundert von Amand Durand restauriert wurden.

Wie Prof. Dr. Victor Neumann, der Direktor des Kunstmuseums erklärte, „gehört die Ausstellung zu einem Rahmenprogramm, das darauf hinweist, wie Kunstwerke und Geisteswissenschaften wichtige Änderungen im historischen Wortschatz herbeiführen, indem sie eine neue Beziehung zwischen dem «Raum der Erfahrungen» und dem «Horizont der Erwartungen» erschaffen. Rembrandts Werk ist stark individuell geprägt, zugleich aber auch ein Produkt der Umwelt, die es ermöglicht hat: die Niederlande, die im 17. Jahrhundert die erste Weltmacht gewesen sind. Eine Rembrandt-Ausstellung beleuchtet eine ganze Geschichtsperiode und einst ihr Erbe erkannt ist, können wir auch genauer beobachten, was zu einem gewissen Zeitpunkt möglich ist, sich vorzustellen und was nicht“.

 

Nach Rembrandt auch Dali, Dürer und Picasso

Für die BZ stellte der Direktor des Kunstmuseums auch einige Zukunftspläne im Hinblick auf die Kandidatur Temeswars für den Titel einer Kulturhauptstadt Europas vor: „Als eine der bedeutungsvollsten Kulturinstitutionen im Banat widmet sich das Kunstmuseum Temeswar vielen Projekten, welche die Bekanntmachung der Kunst, der Geschichte und der lokalen, regionalen und nationalen intellektuellen Werte im europäischen Kontext zum Ziel gemacht haben. In der Zeitspanne Dezember 2014 – Dezember 2015 ermöglicht das Museum in Zusammenarbeit mit der „Euroart Gallery“ Luxemburg dem hiesigen Publikum den Zugang zu großen Namen der Kunst, indem Ausstellungen mit den Werken von Rembrandt, Dali, Dürer und Picasso organisiert werden. Anschließend schlagen wir eine Ausstellung mt Werken von Dan Perjovschi vor, der einen exzellenten internationalen Ruf genießt. Auch wird das Kunstmuseum Temeswar bald die erste Nummer der Zeitschrift für interdisziplinäre Studien «Euroregionalia» herausbringen, in der die neuesten Ergebnisse der Forschung von Museographen, Historikern, Kunsthistorikern, Architekten, Soziologen und Philologen veröffentlicht werden. Die Themen betreffen Kunstwerke und Kreationen aus dem Bereich der Geisteswissenschaften und Technik aus Temeswar, dem Banat und Rumänien, mit einer europäischen Auswirkung. Die Tagungen und Debatten, die wir für die kommenden Jahre programmiert haben, werden die neuen europäischen Orientierungen im Bereich der Kunst und der Geisteswissenschaften vorstellen, die regionale Multi- und Interkulturalität aus historischer Perspektive wie auch aus der Sicht der Zukunftsprojekte zum Vorschein bringen und werden Argumente für die Neuerfindung der Stadt ausarbeiten, genauer gesagt, wie Kultur und Werte das soziale Gewebe der Stadt neu gestalten können“.

 

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*