„Unser Programm stützt sich auf Qualität, Effizienz und Zuverlässigkeit“

Interview mit dem DFDR-Kandidaten im Kreis Arad Adrian Ardelean

Freitag, 01. Juni 2012

Adrian Ardelean, langjähriger Vorsitzender des Vereins FunkForum, weiß, wie Projekte aufgestellt werden müssen, um die dafür notwendige Finanzierung zu erhalten.
Foto: privat

Adrian Ardelean (41) ist ein Kandidat mit Herz. Er stammt aus einer mehrheitlich rumänischen Familie, hat aber seine banatschwäbischen deutschen Wurzeln mütterlicherseits und erhielt eine deutsche Erziehung von der Grundschule bis zum Masterstudiengang. Der ausgebildete Medien- und Kommunikationsexperte hat jahrelang als Rundfunk- und TV-Journalist die Kommunalwahlen „von der anderen Seite“ betrachtet und sich in diesem Jahr entschlossen, seitens des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien in Arad (DFDA) in den Wahlkampf zu treten. Am 10. Juni wird FunkForums-Geschäftsführer Adrian Ardelean auf zwei Listen stehen: An vierter Stelle für den Kreisrat und an siebter Stelle für den Stadtrat Arad. Mit ihm sprach die ADZ-Redakteurin Raluca Nelepcu.

Was hat sich das Demokratische Forum der Deutschen in Arad vorgenommen, falls es die Wahlen gewinnen sollte?

Das Deutsche Forum nimmt sich in erster Linie vor, in alle Bereiche – sowohl auf Kommunal-, als auch auf Kreisebene – Qualität, Effizienz und Zuverlässigkeit einzubringen. Auf diese drei Ideen stützt sich unser Programm.

Welche konkreten Pläne gibt es für Arad?

Das Programm des Deutschen Forums ist auf unserem Blog forumulgermanarad.wordpress.com zu lesen. Ich habe die Wahlkämpfe seit 1992 aus der Sicht eines Journalisten miterlebt und ich habe bemerkt, dass die Themen, die innerhalb des Wahlkampfs angesprochen werden, leider nur innerhalb dieser Zeitspanne aktuell und danach weg vom Tisch sind. Deswegen habe ich mir vorgenommen, innerhalb dieses Wahlkampfs weniger über Pläne zu sprechen, sondern eher unsere Herangehensweise zu beschreiben. Ich bin der Meinung, dass ein Projekt verantwortungsvoll angegangen werden soll. Wir haben diese Erfahrung im Bereich des FunkForums gemacht, wo wir Projekte umsetzen, die seitens der Bundesrepublik Deutschland gefördert werden. Da habe ich in erster Linie gelernt, wie die öffentlichen Gelder in Europa ausgegeben werden. Ich möchte mich hier auf die verantwortungsvolle Ausgabe dieser Gelder beziehen. Wenn wir als Forum in den Kommunal- bzw. in den Kreisrat kommen, werden wir nach diesem Beispiel handeln.

Sie sind von Beruf Journalist. Wieso haben Sie die Seite gewechselt?

Weil ich einfach auch die andere Perspektive betrachten wollte. Ich habe viele Wahlkampagnen auf Kommunalebene beobachtet, analysiert und sogar produziert. Ich sehe nun meine Kandidatur als eine Demokratie-Übung.

Die Forumskandidaten sind unter die Leute gegangen und haben mit ihnen gesprochen, ihnen das Programm vorgestellt. Wie kam das Deutsche Forum bei den Aradern an?

Das Deutsche Forum ist leider im Kreis Arad nicht so gut bekannt wie beispiels-weise im Kreis Hermannstadt. Die Leute, die wir ansprechen, erfahren erst von uns, dass sich das Deutsche Forum an den Wahlen beteiligt. Was ich zudem bemerkt habe, ist, dass die Leute eine gewisse Zurückhaltung gegenüber Politik haben. Wir, als Organisation einer Gemeinschaft, sind keine politische Partei, und das versuchen wir den Leuten auch zu erklären. Das kommt in den meisten Fällen äußerst gut an. Außerdem sind hierzulande noch die Tugenden, die Werte der Deutschen bekannt und geschätzt. Die Bürger sehen uns allgemein als eine reelle Alternative zu den politischen Spielen, die bisher weniger erfolgreich abgelaufen sind.

Politik in Rumänien kann ziemlich vertrackt sein. Befürchten Sie nicht, von Ihren politischen Gegnern „aufgefressen“ zu werden?

Das Deutsche Forum ist eine Formation „mit Gewicht“. Ich glaube nicht, dass andere uns herunterschlucken können. (lacht) Wenn sie es versuchen, werden wir ihnen „im Hals stecken bleiben“. – Spaß bei seite: Wir haben eigentlich keine politischen Gegner. Wir betrachten die Vertreter der anderen Formationen als Verhandlungspartner. Meiner Meinung nach geht es dabei ausschließlich um Kommunalverwaltung und es hat weniger mit Politik zu tun. Wir haben uns als minimales Ziel gestellt, dass wir die 5-Prozent-Hürde erreichen. Wenn wir es schaffen, dann werden wir ein paar Mitglieder im Stadt- und im Kreisrat haben. Das heißt, dass wir mit den anderen Räten Verhandlungen führen werden müssen. Wir werden ihre guten Initiativen unterstützen und werden dafür sorgen, dass sie auch unsere Projekte unterstützen. Andererseits haben wir uns als höchstes Ziel gestellt, dass wir infolge der Wahlen knapp die Hälfte der Räte stellen. Das würde unsere Arbeit wesentlich erleichtern. Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass innerhalb der Kommunal- und Kreisverwaltung für einzelne Projekte Verhandlungen themenspezifisch geführt werden müssen. Unsere Mannschaft ist in diesem Bereich gut vorbereitet, dafür haben mehrere von uns an Fortbildungen mit bundesdeutschen Fachleuten teilgenommen.

Sie sind als Journalist in die Politik eingetreten. Wie passt das zusammen?

Das Deutsche Forum wird tatsächlich während des Wahlkampfs den politischen Parteien gleichgestellt. Deswegen bin ich als Journalist für diese Zeitspanne im Urlaub. Nach den Wahlen ist aber dann das Deutsche Forum ausschließlich die Interessenvertretungsorganisation unserer Gemeinschaft und keine politische Partei. Ich arbeite als Journalist für dieselbe Gemeinschaft und vertrete dementsprechend auch deren Interessen in den Medien. Daher würden die beiden Seiten in meinem Fall zusammenpassen, falls ich es schaffe, in den Kreis- bzw. Stadtrat gewählt zu werden. Verwaltung kann man machen, auch ohne politisch impliziert zu sein.

Mit welchen Problemen setzen sich der Kreis und die Stadt Arad auseinander?

Probleme gibt es viele. Was wir uns vornehmen, ist, dass wir neutral handeln; dass wir, wenn es um die Verteilung der Gelder an die Kommunen geht, korrekt vorgehen, Prioritäten problemspezifisch aufstellen und nicht darauf achten, welcher Partei der Bürgermeister angehört. Ich glaube, das können wir auch tun, vor allem, weil wir zu keiner dieser Parteien gehören.

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