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Luise Finta leitet die Kulturgruppen des DFDT

Mittwoch, 01. März 2017

Luise Finta (links) ist bei den Veranstaltungen des Deutschen Forums aktiv dabei.
Foto: Zoltán Pázmány

Luise Finta (75) kennt wohl jeder im Temeswarer Forumshaus. Sie ist eine gewohnte Präsenz bei den Veranstaltungen des Deutschen Forums. Sie leitet die beiden Kulturgruppen des DFDT, doch ihr Engagement reicht weit über das Organisatorische hinaus: Sie singt im „Temeswarer Liederkranz“, sie tanzt im „Bunten Herbstreigen“, ist bei allen Ausflügen mit den Forumsmitgliedern im In- und Ausland dabei und fotografiert für ihr Leben gern.

Luise Finta ist in einer deutschen Familie in Temeswar geboren. Sie besuchte die damalige Deutsche Pädagogische Lehranstalt in der Josefstadt und studierte anschließend Mathematik und Physik an der West-Universität Temeswar. „Mir ist die Logik damals lieber gewesen als das viele Bla-Bla“, sagt Luise Finta lächelnd. Nach Abschluss ihres Hochschulstudiums heiratete sie. Da ihr Mann, von Beruf Zeichenlehrer, aus Lupeni stammte, beschlossen die beiden, einen „neutralen“ Ort zu finden, an dem sie weiterhin leben würden. „Wir gingen nach Hunedoara. Das war alles schön und gut, nur... ich bin in Temeswar verliebt! Ich kann hier nicht weg“, erinnert sich Luise Finta. So kam es, dass sie drei Jahre später nach Temeswar zurückkehrten. Ihre Tochter kam zur Welt, vier Jahre später auch ihr Sohn. Sie bekam einen Posten als Mathematiklehrerin an der deutschen Schulabteilung in Rekasch, wo sie bis 1971 tätig war. Danach ging die junge Familie Caceu nach Orzydorf, wo sie in einem schwäbischen Haus in Miete wohnten. Drei Jahre lang. „Es war schön, aber es war nicht Temeswar. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich dran denke“, erinnert sich Luise Finta. Sie kehrten nach Temeswar zurück, wo Luise Finta zuerst nach Orzydorf pendelte, jedoch schließlich 1990 einen Posten als Mathematiklehrerin an der Allgemeinschule Nr. 16 und anschließend an der Nikolaus-Lenau-Schule in Temeswar bekam. Von da ging sie 1999 in Rente. „Ich hatte sehr gute Schülerinnen und Schüler an der Lenau-Schule“, erinnert sich Luise Finta. Ihr Ehemann verstarb 1994 unerwartet an einem Herzversagen.

Zum Temeswarer deutschen Forum stieß sie 1997. „Wir sind mit den Lenau-Schülern immer nach Sambachshof gefahren. Ich habe so Frau Funk kennengelernt, die mich eingeladen hat, einen Vortrag beim Forum zu halten“, sagt Luise Finta. Sie überlegte nicht lange und willigte ein. „Dann wurde mir gesagt, dass noch freie Plätze in der Tanzgruppe und im Chor wären. So hat alles begonnen - und jetzt steht alles auf meinen Schultern“, sagt Luise Finta, die für eine kurze Zeit auch Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Temeswar gewesen ist. „Ich brauche eigentlich keine Funktion, um mich da aktiv einzubringen“, sagt sie.

Aktuell ist Luise Finta voll beschäftigt. Mit den beiden deutschen Kulturgruppen bereitet sie das traditionelle Faschingsfest vor. Seit einigen Wochen proben die Mitglieder des „Liederkranzes“ und „Herbstreigens“ eifrig. „Alles, was ich tue, gefällt mir. Es freut mich, mit den Leuten zusammenzukommen, und dass diese sehr positiv auf meine Anregungen und Ideen reagieren. Wenn man eine gewisse Regie einüben möchte, dann könnten ältere Leute vielleicht dabei stutzig werden... aber das ist bei uns nicht der Fall“, sagt Luise Finta. Über 35 Mitglieder zählen die beiden Kulturgruppen – das Durchschnittsalter liegt bei etwa 75. „Unser Problem ist allgemein, dass die Gruppe immer älter wird und die jüngeren Leute nicht mitmachen wollen“, sagt sie. Ihre eigene Tochter macht im Chor und in der Tanzgruppe mit.

Wenn sie nicht gerade einen Vortrag bei der Volkshochschule hält oder bei den Proben des „Liederkranzes“ und des „Herbstreigens“ dabei ist, dann unternimmt Luise Finta Ausflüge mit den interessierten Forumsmitgliedern. Sie haben im Laufe der Jahre nicht nur interessante Ecken in Rumänien, sondern auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Ländern kennengelernt. „Fotografieren ist eines meiner größten Hobbys“, sagt Luise Finta, die zusammen mit ihrem Ehemann, Francisc Finta, mehrere Fotoausstellungen organisiert hat. Ein Mal im Monat treffen sich der Touristik-Foto- und der Hobby-Kreis – Luise Finta ist natürlich auch dabei. Wieso sie nicht ausgewandert sei? „Ganz einfach: Weil ich Temeswar nicht verlassen konnte!“, sagt sie.

 

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