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Andreea Lăpugean, seit 16 Jahren im Jugendtrachtenverein „Banater Rosmarein“ aktiv

Mittwoch, 24. August 2016

Andreea Lăpugean tanzt für ihr Leben gern.

Himmelblaue Augen, hellbraunes, lockiges Haar, ein sonniges Lächeln im Gesicht: Das ist Andreea Lăpugean (27). Dass sie stolz ist, wenn sie die banatschwäbische Tracht trägt, ist nicht zu übersehen. Andreea Lăpugean identifiziert sich mit allem, was mit der deutschen Kultur in Westrumänien zu tun hat. Nicht von ungefähr: Ihre Großmutter, eine Banater Schwäbin aus Billed, hat diesbezüglich gute Arbeit geleistet. Denn sie war es, die Andreea die Liebe für das Deutschtum in die Wiege gelegt hatte. Die junge Frau ist nicht nur mit der deutschen Sprache, sondern auch mit deutschen Liedern wie „Hopsa Schwabenliesel“ und „Mein Hut, der hat drei Ecken“ aufgewachsen.

Andreea Lăpugean ist Vorstandsmitglied des Deutschen Forums der Banater Jugend und seit dem Jahr 2000 im Jugendtrachtenverein „Banater Rosmarein“ aktiv. Damals – sie besuchte die fünfte Klasse der Nikolaus-Lenau-Schule – stieß sie zur Midi-Tanzgruppe unter der Leitung von Karla und Felix Sinitean-Singer. Sie folgte ihrer damaligen besten Freundin, Sonia Bologa, die schon seit einem Jahr bei den Rosmareinern mittanzte. Die deutschen Tänze und die Musik gefielen Andreea sehr, so dass sie beschloss, bei „Banater Rosmarein“ zu bleiben. „Es gab eine kurze Unterbrechung, 2008-2009, als ich in München studiert habe. Doch ich bin damals zur dortigen Trachtengruppe gegangen, um weiterhin tanzen zu können“, sagt sie.

Geboren ist Andreea Lăpugean in Temeswar. Sie besuchte hier den deutschen Kindergarten und kam dann zur deutschen Lenau-Schule. Nach Abschluss der Naturwissenschaften-Abteilung beschloss sie, Chemie an der TU Politehnica in Temeswar zu studieren. Sie arbeitete nach dem Hochschulstudium in einem Großunternehmen, wo sie ihren heutigen Mann Alexandru kennenlernte. Aktuell widmet sich Andreea Lăpugean ihrer Promotion, die sie im kommenden Jahr abschließen möchte.

Wenn Andreea nicht dem Studium nachgeht, dann widmet sie sich den deutschen Tänzen. Freitags ab 18 Uhr bringt sie den Anfängern Tanzschritte bei, ab 19 Uhr tanzt sie selbst beim Ensemble „Banater Rosmarein“ mit. Vor Kurzem organisierten die Rosmareinern die Europäische Jugend- und Kulturwoche. Andreea Lăpugean gehörte zum Veranstalterteam dazu. „Ich habe bei der Politehnica die Unterkunft und Verpflegung für die Teilnehmer organisiert und zusammen mit Sorana Beică das Projekt geschrieben“, sagt Andreea. Es gab viel Arbeit, doch die Genugtuung nach dem Festival war groß. „Es war das erste Mal, dass sich alle Teilnehmer während der Abschlussgala öffentlich bei den Veranstaltern bedankten. Es hat ihnen im Banat sehr gut gefallen“, sagt sie. Andreeas Engagement für den Erhalt und die Pflege der deutschen Tänze ist nicht von gestern. Vor drei Jahren, als in der Temescher Ortschaft Warjasch die dortige Tanzgruppe gegründet wurde, fuhr sie – damals mit Gruppenleiterin Edith und deren Mann Dr. Karl Singer – in die rund 40 Kilometer von Temeswar entfernte Ortschaft, um mit den Kindern Tanzschritte einzuüben. Inzwischen hat Hansi Müller die Tanzleitung der Warjascher Spatzen übernommen.

Heute tanzen beim Ensemble „Banater Rosmarein“ etwa acht Paare. „Früher waren wir noch 30 – 35 Mitglieder gewesen“, erinnert sich Andreea Lăpugean. Dennoch ist der Geist von „BR“, wie sich die Jugendlichen selbst nennen, erhalten geblieben. „Wir unternehmen vieles gemeinsam – vom Stärken und Bügeln der Trachten bis zum Zusammen-Zelten-Gehen. Wir sind praktisch eine Familie“, sagt Andreea L²pugean. „Ich finde mich wieder in dieser Kultur. Es macht Spaß, zu tanzen und die Bräuche weiter zu pflegen. Meine Oma sagt immer, dass ich meiner Urgroßmutter ähnele – sie hat gern getanzt, war immer bei den Bällen dabei“, sagt Andreea Lăpugean. Sie selbst würde gern auch andere Jugendliche für die deutschen Tänze begeistern, doch ein Rezept, wie das gelingen könnte, besitzt sie nicht. „Vielleicht könnte man den Schülern anbieten, im Unterricht so etwas zu tun – als Optionalfach.  Es reicht nicht, die Geschichte der deutschen Minderheit vorzutragen, die Schüler müssen die Sitten und Bräuche hautnah erleben können“, sagt sie.

 

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