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Bianca Barbu unterrichtet am Deutschen Kulturzentrum in Temeswar

Mittwoch, 14. September 2016

Bianca Barbu ist die Vize-Vorsitzende des Deutschen Jugendforums.
Foto: Cristian Boldişteanu

Bianca Andrea Barbu (29) ist eine gewohnte Präsenz bei den deutschsprachigen Veranstaltungen in Temeswar, egal, ob es sich dabei um Tagungen, Lesungen oder Konzerte handelt. Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Forums der Banater Jugend arbeitet seit 2012 im Deutschen Kulturzentrum Temeswar, wo sie zunächst als Leiterin der Bibliothek tätig war und anschließend als Deutschlehrerin zu den Sprachkursen wechselte. Zugleich ist sie die Betreuerin des Lehrmittelzentrums, das sich an Deutschlehrerinnen und -lehrer richtet. „Wir haben eine Sammlung von Büchern und didaktischen Materialien, zu der Lehrerinnen und Lehrer, die Deutsch als Fremd- oder Muttersprache unterrichten, freien Zugang haben. Bücher aus unserer Rucksack-Bibliothek können die Unterrichtenden für sechs Wochen ausleihen und direkt in der Klasse benutzen“, sagt Bianca Barbu, die auch das Unterrichten am Kulturzentrum genießt. 

Das Interesse für die deutsche Sprache wurde bei ihr schon in sehr jungen Jahren geweckt. Die ersten fünf Lebensjahre verbrachte Bianca in Orawitza, im Banater Bergland, wo sie von den Großeltern mütterlicherseits großgezogen wurde. Ihre Großmutter war Grundschullehrerin, ihr Großvater, Julius Gálfy, ein bekannter Chirurg. In der Familie wurde deutsch gesprochen, so dass es selbstverständlich war, dass Bianca und ihre zwei Jahre jüngere Schwester Senta den deutschen Kindergarten und die deutsche Schule besuchen werden.

Bianca Barbu verbrachte ihre ersten vier Schuljahre an der Allgemeinschule Nr. 9 und wechselte in der fünften Klasse zur Nikolaus-Lenau-Schule in Temeswar. „Das Interesse fürs Schreiben wurde bei mir durch meine Deutschlehrerin Lorette Cherăscu geweckt. Ich schrieb gern und kam in der siebenten Klasse zum Literaturkreis `Stafette´. Vor allem die Tatsache, dass die `Stafette´generationenübergreifend ist, gefiel und gefällt mir“, sagt Bianca Barbu, die das Lesen schon seit der Kindheit zu ihren Lieblingsbeschäftigungen zählt. Mit der „Stafette“ unternahmen die schreibenden Schülerinnen und Schüler der Temeswarer deutschen Schule zahlreiche Lesereisen, nach Berlin, Köln, Wien und anderen Städten im deutschsprachigen Raum. „Das war natürlich ein Anreiz, weiterzumachen“, sagt Bianca Barbu, die sich im Laufe der Jahre an den Deutsch-Olympiaden und an verschiedenen Literaturwettbewerben beteiligte und schon den einen oder anderen Preis vorzuweisen hat. 2005 erhielt sie den Bundespreis des Europäischen Wettbewerbs, 2007 einen Preis des Literaturwettbewerbs der deutschen Botschaft aus Bukarest.

Über die „Stafette“ kam sie zum Deutschen Forum. Bianca Barbu gehört zu den jungen Autoren, die von der „Stafette“ gefördert wurden. Ihre Texte – Kurzprosa und Gedichte - veröffentlichte sie in den Sammelbändern der „Stafette“  und in ihrem Debütband „Schritte“, der 2014 erschien. 2011 hatte Bianca Barbu den Nikolaus-Berwanger-Förderpreis und 2012 den Libeth-Rieping-Preis erhalten. 

Zu den Projekten, die Bianca Barbu mit dem Jugendforum durchgeführt hat, zählt sie „Geschichte in Bild und Ton“, das 2015 zustande kam. Bei diesem Projekt, an dem sie gemeinsam mit ifa-Redakteurin Annik Trauzettel arbeitete, wurden drei ältere Forumsmitglieder interviewt: Eva Mayer, Ignaz Bernhard Fischer und Karl Franz Szelhegyi-Windberger. Die Aufnahmen kann man auf soundcloud.com hören.

Obwohl Bianca Barbu jung ist, hat sie einen  recht vollen Lebenslauf vorzuweisen. 2009/2010 studierte sie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau, 2012 war sie durch das Internationale Parlaments-Stipendium Praktikantin im Deutschen Bundestag. Ihr Lebenslauf soll in naher Zukunft durch eine neue Errungenschaft ergänzt werden, denn zur Zeit arbeitet sie an ihrer Promotion. Darin geht es um deutsche Kultur in Orawitza – ein Thema, das ihr besonders am Herzen liegt. Überhaupt möchte sich Bianca Barbu auch in Zukunft für die deutsche Sprache und Kultur stark machen und sich – sollte es die Zeit erlauben – auch dem Schreiben widmen. Eine Kostprobe aus Bianca Barbus Texten gibt es Ende Oktober in Temeswar, wenn der Literaturkreis „Stafette“ sein 25-jähriges Jubiläum feiert.

Kommentare zu diesem Artikel

Erika Schill, 15.09 2016, 11:23
Herzlichen Glückwünsche unserer Lieben Bianca,für all das was du bis nun erreicht hast !!! Viel Erfolg weiterhin Wünschen deine Gasteltern,Schwester,Oma,aus Kippenheim !!!

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