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Grundschullehrerin Brigite Szokob leitet die Tanzgruppe „Hänschenklein“

Mittwoch, 21. September 2016

Brigite Szokob scheint nicht älter zu werden. „Die Kinder halten mich jung“, sagt sie.
Foto: Zoltán Pázmány

„Du bist einfach die Brigi“, hatten mal ihre Schülerinnen und Schüler liebevoll zu ihr gesagt. Und damit war auch alles gesagt: Denn die „Brigi“ war nicht nur ihre Tanz- und Grundschullehrerin, sondern auch eine wichtige Bezugsperson im Leben ihrer Schüler und gleichzeitig die gute Freundin, die zuhörte und den Kindern mit Rat und Tat zur Seite stand. Sie tut es auch heute und sehr gern noch dazu. Die „Brigi“ ist eigentlich eine Marke für sich.

Brigite Szokob (39), die Gründerin und langjährige Leiterin der „Hänschenklein“-Tanzgruppe des Trachtenvereins „Banater Rosmarein“ stammt aus einer typischen Temeswarer deutsch-ungarischen Familie, in der beide Sprachen gesprochen wurden. Nachdem sie die ersten vier Klassen an der Allgemeinbildenden Schule Nr. 6 in deutscher Sprache absolvierte, wechselte sie zu einer rumänischen Schule und schließlich zum Kunstlyzeum. Anschließend besuchte sie die postlyzeale Schule für Lehrerinnen und Lehrer der Nikolaus-Lenau-Schule und studierte Internationale Beziehungen und Europastudien.

Seit 1996 ist Brigite Szokob als Grundschullehrerin an der Lenau-Schule tätig. „Damals fragte mich eine Schülerin, ob ich noch ein Kind bin oder schon erwachsen“, erinnert sich Brigite lächelnd. Und ihre Antwort darauf: „Na ja, weißt du, ich bin kein Kind mehr, aber auch noch nicht ganz erwachsen“, hatte sie damals, mit 20, auf die Frage geantwortet. „Wir du-zen uns in der Klasse. Ich bin die Brigi, die große Freundin, die aber sagt, wo´s lang geht“, erklärt sie. Natürlich gab es auch Momente, in denen Eltern zu ihr kamen und ihr sagten, dass sie mit dem Du-zen und mit ihrer lockeren Art nicht einverstanden wären. „Ich habe ihnen aber erklärt, wieso ich das mache. Der Respekt ist, trotz des netten Umgangs miteinander, da“, sagt sie. Die besondere Beziehung zu ihren Schülerinnen und Schülern ist kein Hindernis, ist Brigite Szokob überzeugt, denn die Schüler lernen ihr zuliebe. Sie kann aber als Lehrerin auch ganz schön streng sein. „Meine Lebensphilosophie ist: Wenn ich arbeite, dann arbeite ich, und wenn ich feiere, dann feiere ich“, sagt sie. Dass niemand perfekt ist und dass man sich manchmal auch entschuldigen muss, das möchte sie auch ihren Kindern vermitteln. „Mit eigenem Beispiel voran. D.h. auch ich entschuldige mich bei meiner Klasse, wenn ich etwas Falsches gemacht habe“, fügt die Lehrerin, die zur Zeit eine erste Klasse betreut, hinzu.

Außer dem Unterrichten ist Brigite Szokob für die Kindertanzgruppe „Hänschenklein“ zuständig, die jeden Samstag zwischen 10 und 12 Uhr im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus probt. Sie selbst hat mit 16 begonnen, in der Tanzgruppe „Banater Rosmarein“ mitzutanzen. Auch ihr drei Jahre jüngerer Bruder hatte bei den Rosmareinern mitgetanzt und dort sogar die Frau fürs Leben kennengelernt. Seit 1997 betreut Brigite Szokob die Gruppe „Hänschenklein“, die den Nachwuchs für die große Tanzgruppe sichert. Zur ersten Generation gehörten die Kinder aus ihrer eigenen Klasse, dann kamen aus welche aus anderen Klassen hinzu. Es folgten Auftritte im In- und Ausland, unter anderem im ungarischen Fünfkirchen/Pécs und der Region. Die Hänschenklein-Gruppe hat als Partnergruppe die ungarndeutsche Zipfelmütz-Tanzgruppe und war schon öfter beim Branauer Kindertanzfestival dabei, von wo sie 2007 mit  Gold und 2009 mit Silber nach Hause zurückkehrte. Seit 2007 ist Brigite Szokob auch als Veranstalterin des Kindertanzfestivals in Temeswar aktiv. „Kinder müssen auf die Bühne gebracht werden, sie müssen zeigen, was sie können“, sagt sie. Die Arbeit bei „Hänschenklein“ ist ehrenamtlich. Vor drei Jahren gab der Jugendtrachtenverein „Banater Rosmarein“ das Buch „Unsere kleinen Wurzeln“ heraus, ein Methodik- und Didaktik-Buch zum Erlernen und Unterrichten von Kinderspielen, -tänzen und –liedern. Zu den drei Buchautoren gehört auch Brigite Szokob.

Die Grundschul- und Tanzlehrerin hat in jüngster Zeit beobachtet, dass nicht nur das Interesse für das Erlernen der deutschen Sprache zugenommen hat, sondern auch, dass der Wunsch der Eltern, die Kinder in der deutschen Kultur zu erziehen, immer öfter zum Ausdruck kommt. „Die Eltern wissen, dass, wenn sie ihre Kinder zur deutschen Tanzgruppe schicken, diese mehr als nur Tanzen mitbekommen“, sagt sie. „Außerdem steigt auch die Zahl der Lenau-Absolventen, die ihre eigenen Kinder zur Lenau-Schule schicken“.  

„Die Kinder und das Tanzen sind meine Welt“, sagt Brigite Szokob, die einen achtjährigen Sohn namens Stephen hat. Was sie in zehn Jahren machen wird, das kann sie heute noch nicht genau sagen. „Ich plane nicht so weit im Vorhinein. Aber ich lieb das, was ich jetzt tue, und würde es auch weiterhin tun“, sagt sie.

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