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Lolita Mallinger ist für den Sozialbereich im Arader Deutschen Forum zuständig

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Lolita Mallinger engagiert sich im Arader Deutschen Forum.
Foto: Zoltán Pázmány

Dass ihr der Umgang mit Menschen liegt, ist offensichtlich: Lolita Mallinger ist seit 2012 im Demokratischen Forum der Deutschen in Arad aktiv, wo sie sich um den Sozialbereich kümmert. „Ich hatte früher keine Zeit dafür, denn mein Job war sehr zeitintensiv“, sagt sie. Zuerst arbeitete sie mit Madgalena Kontras, die über 80 war, zusammen. „Der alten Dame fiel es immer schwererer, zu den ehemaligen Russlanddeportierten zu fahren, sodass ich einspringen musste“, sagt Lolita Mallinger. Im Mai dieses Jahres verstarb Magdalena Kontras. Seitdem kümmert sich Lolita Mallinger allein um den Bereich „Soziales“.

„Aktuell gibt es im Kreis Arad noch ungefähr 30 ehemalige Russlanddeportierte. Wir bekommen einmal im Jahr Gelder aus Deutschland für diese Leute und andere Hilfsbedürftige – es sind keine großen Summen, aber die Zuwendungen muss jemand zu diesen Menschen bringen“, sagt Lolita Mallinger. Dann ist ihre Hilfe gefragt. Sie setzt sich ins Auto und fährt zu den Leuten – nach Paulisch, Pankota, Lippa, Guttenbrunn u.a. Orten im gesamten Kreis Arad. „Die meisten Russlanddeportierten sind allein geblieben und freuen sich, wenn sie jemanden treffen, mit dem sie deutsch sprechen können“, sagt sie. Jeden Tag fährt sie in zwei-drei Dörfer. „Es gibt auch Ortschaften, wo nur noch eine solche Person lebt. Es ist ein sehr zeitaufwendiges Unterfangen, man muss viel herumfahren, und man kann nicht schnell wieder wegfahren, man muss sich schon die Zeit nehmen, um mit den Leuten zu sprechen“, sagt sie. Zur Zeit können die ehemaligen Russlanddeportierten die einmalige Zuwendung von 2500 Euro vom deutschen Staat beantragen. Dafür haben sie bis am 31. Dezember 2017 Zeit. Lolita Mallinger hilft den Leuten, die komplette Dokumentation aufzustellen, was überhaupt nicht leicht ist. „Die Leute müssen sich ganz genau daran erinnern, was sie während der Deportation gemacht haben. Viele können sich nicht mehr daran erinnern, weil sie dazu nicht mehr in der Lage sind. Manche wollen sich nicht mehr daran erinnern, weil es zu schmerzhaft ist“, sagt Lolita Mallinger, die sich mit den Menschen unterhält und die Formulare ausfüllt. „Die Leute brauchen auch ein Bankkonto, worauf das Geld überwiesen wird. Ich gehe dann mit ihnen zur Bank, um ein solches Konto einrichten zu lassen“, fügt sie hinzu.

Lolita Mallinger ist in Arad geboren und in Grabatz, im Kreis Temesch, bei ihrer Oma aufgewachsen. In Grabatz besuchte sie den deutschen Kindergarten und anschließend auch die deutsche Schule bis zur vierten Klasse. „Ich war immer beim Trachtenfest und bei der Kerwei in Grabatz dabei“, erinnert sie sich an ihre Kindheit. Ab der fünften Klasse kehrte sie - auf Wunsch ihrer Eltern - nach Arad zurück, wo sie eine rumänische Schule besuchte. Nach der Wende 1989 war sie bei „Hilfe für Kinder“, der Stiftung von Hubertus Gollnick, drei Jahre lang als Sekretärin tätig. Sie erlebte die Anfänge der „Maria Hilfe“-Schule in Temeswar. Anschließend arbeitete ich bei verschiedenen deutschen Firmen und verbrachte ihre letzten 15 Arbeitsjahre bei der Firma Mewi, wo sie 2010 ausstieg. Damals hatte sie eine Veränderung in ihrem Leben gebraucht. „Ich habe beschlossen, dass ich etwas in meinem Leben machen muss. Ich habe das Buch zugemacht und ganz neu angefangen“, sagt sie. Zuerst tat sie etwas für ihre Gesundheit, danach engagierte sie sich ehrenamtlich beim Forum und beim Deutsch-Rumänischen Wirtschaftsverein Arad – beim DRW ist sie die Schatzmeisterin und auch für den Bereich „Duale Berufsausbildung“ zuständig. Das Engagement in den beiden Organisationen macht Spaß, auch wenn ihr Terminkalender meist voll ist. Trotzdem findet sie die Zeit, auch etwas für sich selbst zu tun: In diesem Jahr hat Lolita Mallinger eine Ausbildung zur Maschinenbautechnikerin am Aurel-Vlaicu-Kolleg in Arad begonnen.

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