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Gustav Hlinka leitet den Malkreis „Deutsche Kunst Reschitza“

Samstag, 28. Januar 2017

Die Künstlerfamilie Doina und Gustav Hlinka

Sein Leben widmet er der Kunst: Seit 2001 leitet Gustav Hlinka (69), ein Vertreter der naiven Malerei, den Malkreis „Deutsche Kunst Reschitza“ des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen (DFBB). Die Stafette hat er von seinem Vorgänger, dem Bildhauer Jakob Neubauer, übernommen. Begonnen hat er schon, als er noch beruflich tätig war. Jeden Donnerstag, nach der Arbeit bei der Firma, begab er sich ins Forum, um sich mit den Kindern zu beschäftigen. „Ich habe den Malkreis sehr gern übernommen. Den Bildhauerkreis leitet der Künstler George Molin“, sagt Gustav Hlinka, der seit der Gründung des DFBB Forumsmitglied ist.

Gustav Hlinka stammt ursprünglich aus Steierdorf – Anina im Kreis Karasch-Severin. In seiner Familie wurde Deutsch gesprochen. „Nicht nur in der Familie, sondern in der ganzen Straße“, sagt Gustav Hlinka. „Auch die Kinder anderer Ethnien konnten Deutsch, weil alle anderen Deutsch untereinander sprachen“, erinnert sich Gustav Hlinka an seine Kindheit in Steierdorf. „Ich war schon bei meiner Geburt vaterlos. Als ich eineinhalb Jahre alt war, starb auch meine Mutter“, erzählt Gustav Hlinka, der von seiner 16 Jahre älteren Schwester großgezogen wurde. Gustav Hlinka besuchte die Schule in Steierdorf und hatte vor, Seemann zu werden, doch wegen den schwierigen finanziellen Verhältnissen in der Familie musste er es sich anders überlegen. So kam es, dass er eine dreijährige Ausbildung zum Landwirtschaftsmechaniker in Orawitza absolvierte. „Ich hatte keine andere Wahl damals“, sagt Gustav Hlinka, der diese Art der Ausbildung der Bergbauarbeit vorgezogen hat. In Reschitza ließ er sich anschließend beim Fernheizwerk CET anstellen.

Eine große Leidenschaft fürs Zeichnen hatte ihn schon als Kind geprägt. „Ich habe auf die Kalkwände und auf das große Holztor, das mit Dieselöl überstrichen war, gezeichnet. Dafür musste ich manchmal Schläge einkassieren“, sagt Gustav Hlinka. An der Berufsschule begann er, auf Uhren zu zeichnen.

Nach seiner Rückkehr aus der Armee stieß er in Reschitza auf ein Plakat der Volkskunstschule. „Ich habe mich 1969 an der Volkskunstschule eingeschrieben. In meinem zweiten Schuljahr gab ich mein Debüt“, erinnert sich Gustav Hlinka. Am 12. Januar 1971 stellte er zusammen mit seinen Kollegen von der Volkskunstschule im Reschitzaer Kulturhaus zum ersten Mal aus. Es folgten mehrere Gruppenausstellungen an mehreren Orten im Banat und in Rumänien. „Ich habe Hunderte von Gruppenausstellungen in Rumänien und im Ausland bestritten“, sagt der Maler. „Begonnen habe ich mit der abstrakten Malerei. Es folgte die Landschaftsmalerei in einem eigenen Atelier in den 90er Jahren“, sagt Gustav Hlinka, der im Laufe der Jahre verschiedene Kunstpreise erhalten hat.

Die Kunst war immer ein fester Bestandteil seines Lebens, doch nicht damit verdiente Gustav Hlinka seinen Lebensunterhalt.  Bis 1984 arbeitete Hlinka beim CET, anschließend war er – bis 1993 – Angestellter des Museums des Banater Montangebiets. Vom Museum transferierte man ihn zur Kreisbibliothek, wo er als Grafiker tätig war. Es folgte eine Zeit bei einer Privatfirma, von wo er 2002 in Rente ging.

Über 500 Kinder haben im Laufe der Jahre den Malkreis unter der Leitung von Gustav Hlinka besucht. Seine Schüler sind zwischen 4 und 18 Jahre alt. Ein Mal in der Woche trifft sich der Malkreis am Forumssitz in der Oituz-Straße. „Ich bin stolz auf meine Schüler – viele von ihnen bleiben weiterhin der Kunst treu“, sagt Gustav Hlinka. Mit den kleinen Kindern beschäftigt sich seine Frau Doina Hlinka, die erfahreneren Schüler weist Gustav Hlinka in die Geheimnisse der Ölmalerei ein. „Inmitten meiner Schüler spüre ich nicht, dass ich alt bin. Ich frage mich nur manchmal, wie die Zeit vergangen ist“, sagt Gustav Hlinka. „Zu Hause tun mir noch die Beine weh, aber hier spüre ich überhaupt keinen Schmerz mehr“, fügt er hinzu.

 

 

 

 

 

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