Unsicherheit belastet Börse, inmitten Korrekturen steigt Emittent wieder ein

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Mittwoch, 27. September 2017

Bukarests Aktienmarkt stöhnte in der vergangenen Woche unter der Last der Unsicherheiten. Zum einen fordert der Staat mehr Geld in Form von Dividendenausschüttungen von den gelisteten Unternehmen, an denen er beteiligt ist. Diese unvorhergesehenen Belastungen werden die Bilanzen der Unternehmen zum Ende des Jahres beeinflussen, auch wenn es sich bei den Beträgen meist um Rücklagen handelt. Zum anderen ist noch immer nicht ganz klar, was mit den Milliarden aus den privat gemanagten Pflichtrentenfonds geschehen wird. Viel von dem Geld steckt nämlich in Aktien und Anleihen. Die Börse verlor auf Wochensicht im Durchschnitt 1,4 Prozent. Dabei hilft anscheinend wenig, dass die Wirtschaft derzeit richtig brummt. Die Indizes sind auf den niedrigsten Stand der vergangenen sechs Monate gefallen. Der Hauptindex BET hat mit dem vergangenen Freitag den siebten Tag in Folge keine Gewinne mehr geschafft. Auf Wochensicht fiel er um 2,06 Prozent auf unter 8000 Punkte. Ihm folgte in der Rangliste der ROTX-Index mit einem Wochenverlust von zwei Prozent. Auch er fiel unter eine psychologische Schwelle, nämlich unter 16.000 Punkte. Mit einem Minus von 1,07 Prozent wies der Energiewerte-Index BET-NG den niedrigsten Verlust aus.

FP stößt massiv SNP-Aktien ab

Der Finanzwerte-Index konnte sich im Laufe der Woche sogar noch etwas verbessern: 0,37 Prozent betrug das Wochenplus. Das ist bestimmt nicht dem Fonds Proprietatea (FP, 0,841 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) zu verdanken, der im Laufe der Woche 2,55 Prozent verlor, obwohl die Kasse des Fonds durch die geforderten Dividendenzahlungen um einen dreistelligen Millionenbetrag bereichert wird. Die Aktien des Fonds gerieten in der vergangenen Woche unter Druck, weil der Fonds einen Anteil von 2,6 Prozent (1,45 Milliarden SNP-Aktien) am Mineralölkonzern Petrom (SNP, 0,283 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) abgestoßen hat. Die Beteiligung des Fonds an Petrom fällt somit unter 10 Prozent, der Fonds kassierte bei diesem Verkauf 425 Millionen Lei. Die Transaktion drückte auch die SNP-Aktie, die auf Wochensicht 2,75 Prozent verlor. Für das gute Abschneiden des Finanzwerte-Index waren vor allem die SIF-Investmentgesellschaften SIF Banat-Crisana (SIF1, 2,5 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) und SIF Moldova (SIF2, 1,226 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) verantwortlich. Sie legten auf Wochensicht 4,8 Prozent, beziehungsweise 2,17 Prozent zu. Nur SIF Transilvania (SIF3, 0,2685 Lei, ISIN ROSIFCACNOR8) schloss die Woche mit einem Minus von zwei Prozent.

Russische Bank mischt Anleihenmarkt auf

Etwas Bewegung kam in der vergangenen Woche in den Anleihemarkt. Die in Moskau beheimatete International Investment Bank hat zwei Anleiheemissionen herausgebracht. Die eine, 300 Millionen Lei teure Emission, hat eine Laufzeit von drei Jahren und einen Zinssatz von 1,5 Prozent über dem ROBOR-Referenzzins. Die in Euro herausgegebene Emission (60 Millionen Euro) hat ebenfalls eine Laufzeit von drei Jahren und einen Zinssatz von 1,593 Prozent. An der Börse wurden am vergangenen Donnerstag insgesamt knapp 576 Millionen Lei an Anleihen gehandelt.

Ein Neuzugang, der keiner ist

Mit dem Erdöl-Dienstleister Dafora (DAFR, 0,008 Lei, ISIN RODAFRACNOR5) kehrte am gestrigen Montag ein Emittent nach zwei Jahren Handelspause wieder in den Handel zurück. Die Aktien wurden 2015 vom Handel suspendiert, da das Unternehmen in die Insolvenz schlitterte. Ein Umorganisierungsplan wurde nun vom zuständigen Gericht in Sibiu/Hermannstadt angenommen. Das Unternehmen gehört zu 64 Prozent rumänischen Geschäftsleuten, der Rest der Aktien befindet sich in Streubesitz. Sie startet weit unter dem Nennwert von 0,1 Lei, doch die Anteilseigner geben sich optimistisch. Im laufenden Jahr habe der Umsatz kräftig zugelegt, hieß es.

Devisen

Der rumänische Leu konnte sich in der vergangenen Woche ein wenig gegen beide Leitwährungen durchsetzen. Der Wertzuwachs von 0,07 Prozent gegenüber dem Euro fiel zwar sehr niedrig aus, die europäische Gemeinschaftswährung notiert weiter knapp unter der 4,6-Lei-Grenze. Gegenüber dem US-Dollar konnte sich der Leu besser behaupten. Hier lag der Zuwachs bei 0,52 Prozent. So kostete ein Euro zu Beginn der letzten Septemberwoche 4,595 Lei und ein US-Dollar 3,8316 Lei.

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