Unternehmer warten erstmal ab

Rückgang der Firmen-Neugründungen im Banater Bergland

Dienstag, 16. Oktober 2012

Reschitza - Entgegen bisherigen Erfahrungen des Handelsregisters hat es in diesem Jahr im September nicht den erwarteten Aufschwung im Bereich von Firmenneugründungen gegeben. Es waren mit rund 100 Neugründungen sogar viel weniger als im August (148 – der August galt bisher als Urlaubsmonat in jeder Hinsicht).

57 der Neugründungen sind GmbH, 28 autorisierte natürliche Personen (rumänisches Kürzel: PFA), 14 sind Ein-Mann-Unternehmen. Die hundertste Neugründung im September 2012 ist eine landwirtschaftliche Kooperative. Bloß vier der Neugründungen sind Firmen mit Auslandskapital: zwei mit deutschem, eine mit portugiesischem und eine mit italienischem Kapital.

Beim Handelsregister wird vermutet, dass die gegenwärtige Zurückhaltung im Bereich Neugründungen von Firmen auf die angekündigte Neuregelung bezüglich der Abführung der Mehrwertsteuer zurückgehen könnte.
Wenn nämlich bisher eine Firma bei der Ausgabe einer Rechnung die fällige Mehrwertsteuer sofort an den Fiskus überweisen musste – sozusagen dem Staat gegenüber in Vorlage zu treten hatte –, dann soll ab Januar 2013, laut Regierungsorder 15/2012, die Mehrwertsteuer erst abgeführt werden, wenn die Rechnung auch tatsächlich beglichen wird.

Damit soll von den Firmen eine erheblich Belastung genommen werden. Bei der in Rumänien üblichen Zahlungsmoral verausgabten sich viele Firmen mit den Vorauszahlungen der seit den Sparmaßnahmen der Regierung Emil Boc erhöhten Mehrwertsteuer.

Trotzdem bleibt auch nach der Änderung des Finanzgesetzbuchs durch die genannte Order der Regierung Victor Pontas eine Beunruhigung: Die Mehrwertsteuer muss auch dann bezahlt werden, wenn die Nutznießer einer Leistung die Rechnung nicht begleichen: Aber erst 90 Tage nach ihrer Ausfolgung.

Das novellierte Finanzgesetzbuch sieht vor, dass zwei Kategorien von Steuerzahlern die neue Regelung verpflichtend erfüllen müssen: die Steuerzahler mit Firmensitz in Rumänien, deren versteuerbare Gesamteinnahmen im Vorjahr unter 2,25 Millionen Lei lagen, und diejenigen, welche ihren Firmensitz in Rumänien haben und die sich im Jahr 2012 als Mehrwertsteuerzahler registrieren ließen.

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