Untersuchungsthema Umweltverhalten

Kreisrat Karasch-Severin will Umweltbewusstsein seiner Bürger testen lassen

Samstag, 24. Mai 2014

Eine konsequente Mülltrennung ist in Rumänien noch ein Vorhaben der Zukunft.

Beim Kreisrat Karasch-Severin heißt es, der Aufbau des integrierten Systems für die Abfallbewirtschaftung – Sammeln, Sortieren, Behandlung und Lagerung des Mülls – stehe vor seinem Abschluss, ebenso wie die Bauarbeiten des Endlagers Lupak bei Reschitza und der drei Zwischenlager. Auf der jüngsten Tagung des Kreisrats beschlossen nun die Ratsmitglieder, eine Studie in Auftrag zu geben, die das Umweltbewusstsein der Bürger des Banater Berglands untersuchen soll – bevor das (eigentlich, laut EU-Beitrittsvertrag Rumäniens, seit fünf Jahren fällige) Abfallbewirtschaftungssystem im Banater Bergland in Betrieb geht. Der Auftrag des Kreisrats an die auf Umfragen spezialisierte Gesellschaft Media One lautet eigentlich „Messung des Informationsniveaus der Bevölkerung bezüglich der EU-Umweltschutzpolitik und des Grads der Kenntnisse der Bürger über das Integrierte Abfallbewirtschaftungssystem, mit dem Zentralen Endlager Lupak“. Im Kommuniqué des Kreisrats Karasch-Severin wird versucht klarzumachen, dass es bei diesem Auftrag eigentlich darum geht zu prüfen, inwieweit die Bevölkerung etwas weiß über das Projekt „POS Integriertes System für das Abfallmanagement Karasch-Severin“ und ob sie vorbereitet ist auf eine konkrete Umsetzung der ihr in diesem Rahmen zufallenden Aufgaben.

Die Untersuchung von Media One umfasst das gesamte Kreisgebiet und versucht, neben dem Niveau des Umweltbewusstseins auch die gegenwärtigen Praktiken der Bevölkerung in der Abfallentsorgung zu erfassen, Haltung und Bereitschaft der Bürger des Banater Berglands im Bereich Umweltschutz und Vorbeugung der Umweltverschmutzung sowie das voraussichtliche Verhalten der Bevölkerung – aber auch ihrer gewählten Vorstände – dem Integrierten Entsorgungssystem gegenüber zu prüfen.
Die Ergebnisse der Media One-Studie sollen schon Ende Juni verfügbar sein. Auf sie aufbauen soll dann die konkrete Aufklärungskampagne des Kreisrats, die ab Juli gestartet wird, um die Umsetzung des Integrierten Abfallentsorgungssystems vorzubereiten. Der Kreisrat Karasch-Severin wird dabei durch das Operationelle EU-Umweltprogramm (rumänisches Kürzel: POS), Prioritätsachse 2, unterstützt, das sich auch auf die „Sanierung von Altlasten“ bezieht. Und auch davon hat das Banater Bergland „ausreichend viele“, wenn man bloß an die alten Abraumhalden von Gruben und Erzaufbereitungsanlagen denkt, von denen es im Banater Bergland mehr als ein Dutzend gibt.

Wie groß die Gefahren sind, die davon ausgehen, darauf hat – bisher leider ohne offizielle effiziente Reaktionen – wiederholt die Orawitzaer Umweltschutzorganisation GEC Nera hingewiesen. Vor allem die Abraumhalden der stillgelegten Kupferarmerz-Aufbereitungsanlage Moldomin bei Neumoldowa/Moldova Nou² sind – nicht nur laut Untersuchungen der Orawitzaer Umweltschutzorganisation, sondern auch laut höchst offiziellen Protesten aus dem benachbarten Serbien – ein Gefahrenherd höchsten Grades für die Bevölkerung am Eingang zum Donauengpass beim Eisernen Tor, an beiden Ufern der Donau. Weniger einem intensiven Monitoring unterworfen, aber keineswegs weniger gefährlich, sind die Lagerstätten von Aufbereitungsabfall der Erze ehemaliger Gruben bei Bokschan/Bocşa, Tschiklowa/Ciclova, Mehadia, Rußberg/Rusca Montană/Ruschiţa, Marga, Ciudanoviţa, Dognatschka/Dognecea, Reschitza/Doman, usw. Doch zu deren Neutralisierung wird wohl ein weiteres, eigens darauf zugeschnittenes Projekt nötig sein – das, im Rahmen seiner Verpflichtungen als ehemaliger Besitzer und Nutznießer, der rumänische Staat finanzieren müsste.

Das Projekt des Kreisrats hat einen Gesamtwert von 186,4 Millionen Lei, die Mehrwertsteuer nicht eingerechnet. Grundsätzlich läuft das vom Ministerium für Umweltschutz und Klimawandel mitfinanzierte EU-Projekt über 44 Monate und wird Ende Oktober 2015 (laut Projekt: genau am 31. Oktober) mit der Inbetriebnahme des Abfall-Endlagers und der Aufarbeitungsanlage Lupak abgeschlossen. Ein halbes Jahr früher sollen die Zwischenlager in Pojejena, Bozovici und Ferdinandsberg/Oţelu Roşu fertig sein und in Betrieb genommen werden. „Inbetriebnahme“ heißt in diesem Fall auch: Neubau von Zufahrtstraßen zu allen vier Lagern sowie der Ankauf von neuen Ausstattungen für die Abfalltrennung und das vorsortierte Sammeln der Abfälle. Das Managementzentrum für integrierte Abfallbewirtschaftung und die Sortieranlagen sowie die Anlage „zur einfachen mechanisch-biologischen Abfallbehandlung“ sollen in der Kroatengemeinde Lupak bei Reschitza in Betrieb genommen werden.

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