„Urlaub im Herzen der Natur“

Deutschlands Tourismus-Motto für 2016 - und andere Highlights

Sonntag, 17. April 2016

UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft: blühende Heide bei Dauban
Foto: Dirk Weis

Radfahren im Weimarer Park an der Ilm: Goethes Gartenhaus
Foto:Joachim Newger

Der spektakuläre Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich
Foto:Thomas Stephan

Strandkorbidylle auf der Insel Sylt
Foto: Jens Koenig

Zauberhafte Insel Mainau
Foto: Mainau GmbH

357.169 Quadratkilometer Land - davon 48 Prozent geschützt nach UN- und EU-Standards: 10.477 Quadratkilometer Nationalparks, 97.936  Naturparks, 13.414 sonstige geschützte Zonen und Biosphäre-Reservate. Über 130 Naturdenkmäler rücken diese weniger bekannte Seite Deutschlands ins Rampenlicht. Zurecht, denn Ferien mit Naturschutzbewusstsein sind stark im Kommen! Gezähmte Natur gibt es dann 2017 in der Hauptstadt: Alle 10 Jahre lockt die internationale Gartenausstellung, diesmal nach Berlin. Ein Grund, die Stadt mal anders zu entdecken: als grüne Oase - mit 7 Prozent Stadtgebiet als Natura2000-Schutzzonen.

Warum ausgerechnet Naturtourismus als Motto? Deutsche Planer lassen sich gerne von Zahlen überzeugen: 2014 verbrachten 2,6 Millionen Touristen ihren Urlaub mit Aktivitäten unter freiem Himmel im Herzen der Natur. Ein Drittel des Landes ist Natur- oder Landschaftsschutzgebiet, was Deutschland in dieser Hinsicht weltweit auf Platz 2 positioniert. Für 37 Prozent der internationalen Besucher ist Landschaft und Natur zweitwichtigstes Kriterium bei der Wahl des Reiseziels... Das Naturerbe ist nicht nur passiv zu bestanuen. Bewegungsfreudige können sich auf insgesamt 200.000 Kilometern Wanderweg und auf  200 Langstrecken-Radwegen austoben. 70.000 Kilometer Fahrradweg sind weltweit einzigartig. Bald soll es zudem eine Fahrrad-Autobahn geben, die die wichtigsten Städte verbindet. Dann heißt es: Bahn frei für den umweltfreundlichen Urlaubsverkehr!

Wälder und Wasserwelten

Beliebte Erholungsziele sind die ausgedehnten Wälder, die mit 90 Milliarden Bäumen im Durchschnittsalter von 77 Jahren fast ein Drittel des Landes bedecken: 5,9 Millionen Hektar Nadelwald, 4,7 Millionen Hektar Laubwald. Am häufigsten sind Fichten und Föhren, gefolgt von Buchen und Eichen. Etwa 71.500 Spezies gibt es, die die heimische Biodiversität bereichern: 48.000 an Wildtieren, 9500 Grünpflanzen- und 14.000 Pilzarten – letztere auch eine kulinarische Bereicherung. Man denke an die herrliche „Eierschwammerl-Zeit“, wo bayrische Gastwirte ihre Menüangebote um verschiedenste Pfifferlingsgerichte bereichern...

2,4 Prozent des Landes sind von Gewässern bedeckt: Flüsse und Seen mit Inseln und Auen laden ein, die Freizeit am Wasser zu verbringen. Die touristisch wichtigsten Flüsse sind der Rhein, der 865 Kilometer die holländische Grenze entlangfließt, die Elbe mit 727 Kilometern in Deutschland, bevor sie über Tschechien in die Nordsee mündet,  und natürlich die Donau, die 647 Kilometer durch Baden-Württemberg und Bayern bis nach Passau fließt und auf ihrem Weg ins Schwarze Meer neun Länder quert. Eine Rolle spielen außerdem Main, Weser, Saale, Spree, Ems, Neckar und Havel. Hinzu kommen etwa 30.000 natürliche Seen, allen voran der Bodensee mit 536 Quadratkilometern Wasserfläche und den malerischen Inseln Mainau und Lindau. Als Attraktion im Norden lockt der Müritzsee mit 110 Kilometern Wasserfläche inmitten eines Naturschutzgebiets.

Noch mehr Wasser am Meer: Über 1200 Kilometer erstreckt sich Deutschlands Küste entlang der Nord- und Ostsee. Zu den bevorzugten Reisezielen gehört Rügen, mit 930 Quadratkilometern die größte Insel. Berühmt sind ihre Eichenwälder (UNESCO-Welterbe) und die unverwechselbaren weißen Kreide-Steilküsten. In der Nähe liegt die kleine Insel Hiddensee und im Nordosten Usedom. Bekannt sind die Nordseeinseln vor allem für das Wattenmeer, ebenfalls UNESCO-Welterbe. Auf den nordfriesischen Inseln Sylt, Föhr, Pellworm und Nordstrand und den ostfriesischen Eilanden Norderney, Langeoog, Spiekerooge, Juist, Wangeroog und Baltrum bestimmen die Gezeiten den Rhythmus des Lebens. Ein Vorteil für so manchen, der Sommerhitze nicht verträgt: An der deutschen Meeresküste ist es erfrischend kühl. Spaziergänge bei Wind und Wetter haben ihren eigenen Charme. Auch im Sommer  darfdie Winterjacke nicht fehlen!

2017: Blumenmeer Berlin

Schon mal von IGA oder BUGA gehört? Nicht nur Leute mit grünem Daumen wissen die internationale Gartenausstellung und die Bundesgartenschau zu schätzen. Die BUGA findet im Zweijahresrhythmus in verschiedenen deutschen Städten statt, die IGA nur alle zehn Jahre. Ob betörendes Blumenmeer oder nützliche Infos über Gartengestaltung, ein Besuch lohnt sich allemal. 2017 öffnet Berlin seine Tore für das fulminante Gartenspektakel. Zwei Millionen Besucher aus ganz Europa werden erwartet.
Was es sonst noch zu entdecken gibt zum Thema  „grünes Berlin“? Vielleicht der interkulturelle Gemeinschaftsgarten „Himmelbeet“ in Wedding, für Hobbygärtner, Samentauscher, Latzhosen- und Sonnenhut-Träger, mit Pachtbeeten, Kursen und Gartenfesten? Das Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin am Teufelssee, mit Themengarten und Infocenter? Der Weiße See mit Bootsverleih und Milchhäuschen-Cafe,  oder Biergartenflair am Neuen See im Tiergartencenter? Strandcafes mitten in der Stadt, wo man beim Eis essen die Füße in den Sand stecken kann? Reichstag und Brandenburger Tor können auch mal warten...

Jährlich ein neues Highlight

Jedes Jahr steht ein anderes Motto im Vordergrund der deutschen Tourismusstrategie. Ist 2016 Natur das erkorene Highlight, soll 2017 der Reformist Martin Luther die Kulturszene beleben. 2018 locken kulinarische Köstlichkeiten nach Deutschland; 2019 feiert man 100 Jahre Bauhaus-Stil und 2020 soll Ludwig van Beethoven den Tourismus inspirieren. Nebenthema für 2015-2017 die junge Donau unter dem Motto „Zurück zur Quelle“. 2016 feiert man auch 800 Jahre Dresdner Kreuzchor mit Live-Spektakeln in der Semperoper. Er gilt als Visitenkarte Dresdens, der Stadt, die seit 2006 80 Prozent Touristenzuwachs verzeichnet! 2017 steht in Kassel von Juni bis September die Documenta 14  auf dem Programm: weltweit die größte Messe für zeitgenössische Kunst mit ca. 300 Ausstellern und 860.000 Besuchern.

Wem jetzt bei den vielen Zahlen der Kopf schwirrt, der kann dem Fernweh gleich nach Herzenslust online frönen: beim Bilder gucken und Wunschziele-Schmökern auf der Plattform germany.travel/en/leisure-and-recreation/natural-landscapes/discover-your-favourite-spot.html. Ein Instrument hilft dort bei der Auswahl des Reiseziels: einfach die Slider zwischen den Attributen flach/gebirgig, ruhig/dramatisch, erholsam/sportlich, abgelegen/zentral, Land/Wasser nach links oder rechts bewegen, die dem Interessensprofil entsprechend vorgeschlagenen Ziele anklicken und auf der Media Gallery weiter vertiefen. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

Kommentare zu diesem Artikel

Ottmar, 22.04 2016, 14:08
Die Autorin dieses Artikels hat sowohl mit der deutschen Grammatik Schwierigkeiten noch ist sie mit der Geografie Deutschlands vertraut. Neben vielen anderen Fehlern hebe ich nur 2 Eklatante Fehler hervor. Der Rhein fließt nur ca. 6 km die holländische Grenze entlang (mit anderen Worten er bildet die Grenze zu Holland) . Der Rhein fließt durch Holland und mündet bei Rotterdam in die Nordsee.
Der Rhein ist Grenzfluss zu Schweiz und Frankreich die Oder ist Grenzfluss zu Polen.
Auch mündet die Elbe nicht über Tschechien in die Nordsee sondern die Elbe entspringt in Tschechien und fließt dann durch Deutschland und mündet bei Brunsbüttel auch in die Nordsee. Der Artikel ist leider sehr oberflächlich recherchiert

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