Urteil: Eine Million Euro für amputierten Arm

Oberstes Gericht: Straßenverwaltung muss zahlen

Freitag, 13. Juni 2014

Bukarest (Mediafax/ADZ) - Das Oberste Gericht hat Mittwoch ein Piloturteil gefällt: Die Landesgesellschaft für Straßenverwaltung (CNADNR) muss einer Klägerin, der infolge eines Unfalls der rechte Arm amputiert worden ist, eine Million Euro Schadenersatz bezahlen. Der Unfall hat sich zu Weihnachten 2006 auf der Landstraße Richtung Kronstadt/Braşov zugetragen.

Georgiana Elena Ghegeliu hatte nach sechs Jahren bei Gericht geklagt, im April 2013 hat das Bukarester Stadtgericht entschieden, dass CNADNR der Klägerin eine Million Euro Schadenersatz zahlen muss. Die Straßenverwaltung hatte dieses Urteil angefochten und das Bukarester Appellationsgericht hatte den Schadenersatz drastisch auf 200.000 Euro gekürzt. Der Oberste Gerichts- und  Kassationshof  hat nun endgültig verfügt, dass das erste Urteil gültig ist und dass die Straßenverwaltung die Million Euro zahlen muss.

Der Unfall war so geschehen, dass der Freund der Klägerin, der am Steuer saß, wegen eines anderen Autos, das verkehrswidrig auf seine Fahrbahn geraten war, rechts ausweichen musste. Dabei fuhr er in eine Schutzplanke, von dieser löste sich ein Stück und drang durch die Autotür in die rechte Hand von Georgiana Ghegeliu, sodass der Arm amputiert werden musste. Die Straßenverwaltung sei daran Schuld, weil sie die Schutzplanke nicht rechtzeitig repariert habe, argumentierte das Gericht.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 14.06 2014, 03:45
Tja, auch das sind Auswirkungen von Korruption und Vetternwirtschaft und es wird noch mehr Beispiele davon in anderen Lebenslagen geben.
In D allerdings hätte die Klägerin keine 1 Mio EUr erhalten; dafür aber wohl andere Leistungen welche u.U. genauso viel wert sind.
Alexander, 13.06 2014, 15:09
Leider scheint so etwas nötig, um den Staat dazu zu bewegen, zumindest die schwerwiegensten Gefahrenstellen zu beseitigen. Die extrem hohe Zahl von Verkehrstoten in Rumänien ist dem Zustand der Straßen, einem fehlenden Gefahrenmanagement und natürlich der fehlenden Durchsetzung der Verkehrsregeln geschuldet. Wenn jemand in seinem teuren SUV meint, unverantwortlich fahren zu können, muss er eben wie kleine Kinder kräftig auf die Finger bekommen. Und wenn die Straßenverwaltung gefährliche Straßenschäden nur schulterzuckend zur Kenntnis nimmt, müssen dort eben die Verantwortlichen ausgetauscht werden - dass unfähige Söhne und Töchter in Chefsesseln sitzen, kostet Leben und ist nicht tragbar.
Wenn es an die Gelder geht, die die Damen und Herren "verwalten", ändert sich ja vielleicht mal etwas.
Skeptikus, 13.06 2014, 11:23
Amerika lässt grüßen! Angesichts des "guten Zustands" der Strassen in Rumänien, wir nun wohl mit einem Zunami an Klagen zu rechnen sein.

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*