Urteil zu FP und schwache Industrie-Zahlen belasten Börse

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 16. Oktober 2012

Die Börse startete schwach in die vergangene Handelswoche. Der Markt fiel auf Wochensicht um 0,7 Prozent, der Trend war bereits zu Beginn der Woche abzusehen. Die Marktkapitalisierung stieg leicht an, der durchschnittliche Tagesumsatz schwächelte jedoch bei umgerechnet 2,8 Millionen Euro. Lediglich am vergangenen Donnerstag schnellte der Umsatz auf umgerechnet 5 Millionen Euro hoch, vor allem wegen dem Handel mit FP-Aktien. Mehr dazu weiter unten. Einige andere wenige Emittenten nahmen in der vergangenen Woche einen wichtigen Platz in der Umsatz-Rangliste ein.

Indizes und Aktien

Neben den Aktien des Fonds Proprietatea (FP, 0,51 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) waren noch die der SocGén-Tochter BRD (BRD, 7,7 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) sowie einige SIF-Aktien besonders umsatzstark. FP-Aktien hingegen gerieten in den Sog der Ereignisse um den Fonds. Das Bukarester Appellationsgericht hatte einen Gesellschafterbeschluss vom September 2010 kassiert, durch den der US-amerikanische Fondsverwalter Franklin Templeton Investments die Fondsverwaltung übertragen würde.

Nun ist juristisch noch nicht geklärt, was mit den Beschlüssen geschieht, die Franklin Templeton als Verwalter umgesetzt hat. Sollten sie alle für nichtig erklärt werden, dürfte das für einen Eklat am rumänischen Kapitalmarkt sorgen. Franklin Templeton selber, der weltweit mehrere Hundert Milliarden US-Dollar an Vermögen verwaltet, müsste möglicherweise 16 Millionen Euro an Provisionen zurückzahlen. Diese Entwicklung drückte auf die ohnehin billig gewordene Aktie, FP-Papiere brachen trotz regen Handels um 3 Prozent ein. Der BET-FI-Index fiel auf Wochensicht um 2 Prozent.

Doch auch die übrigen Indizes mussten Federn lassen, wenn auch viel weniger als der Finanzwerte-Index. Der russische Stahlkocher Mechel hat in Rumänien mit massiven Problemen zu kämpfen. Die vier betriebenen Fabriken häuften in den vergangenen vier Jahren 400 Millionen Euro Verluste und 550 Millionen Euro Schulden an. Sollte sich kein Käufer für die Betriebe finden, sollen die Fabriken geschlossen werden. Das drückte die Aktie COS-Aktie (COS, 0,3 Lei, ISIN ROCOSUACNOR5) um 10,9 Prozent auf Wochensicht.

Aktie der Woche

Eine besonders gute Performance legten die Aktien des Projekt- und Bauunternehmens Impact Developer & Contractor hin (IMP, 0,126 Lei, ISIN ROIMPCACNOR0). Sie stiegen auf Wochensicht um 10,6 Prozent. Dabei standen nicht die wirtschaftlichen Leistungen des Unternehmens im Mittelpunkt der Entwicklung. Impact steht auf einem Vermögen von über 280 Millionen Lei, die in Immobilien feststecken. Die Marktkapitalisierung – also der Wert aller knapp 198 Millionen Aktien – beläuft sich auf nur 24,9 Millionen Lei.

Das bedeutet, dass die Aktien derzeit besonders günstig zu haben sind. Andererseits ist das Unternehmen in einer delikaten Lage. Der Verlust von 9,4 Millionen Lei im ersten Halbjahr hat die Jahresplanung komplett über den Haufen geworfen. Die Einkünfte fielen von 21,2 Millionen auf 6,4 Millionen Lei um ein Vielfaches, das Unternehmen drehte in den Sparmodus: Die Aufwendungen wurden um 46 Prozent zurückgefahren.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq erlebte einen mittelmäßigen Wochenstart mit einem Umsatz von nur 0,5 Mio. Lei Umsatz, vor allem durch Handel mit Albalact-Aktien (ALBZ, 0,132 Lei, ISIN ROALBZACNOR0), diese fielen am betreffenden Tag um 2,67 Prozent, legten auf Wochensicht jedoch 4,3 Prozent zu. Am Tag darauf stieg der Umsatz dank eines Sonderdeals mit Aktien des Hafenunternehmens Compania de Remorcare Maritima (REMO, 0,1655 Lei, ISIN ROREMOACNOR0) – deren Preis steigt um 68 Prozent an nur einem Tag. Danach kehrte Ruhe ein in den Markt, der Index fiel auf Wochensicht um 1,32 Prozent und entfernte sich von der 1450-Punkte-Marke.

Devisen

Der Euro wurde in der vergangenen Woche noch etwas gebremst in seiner Aufwertung gegenüber dem rumänischen Leu. Auf Wochensicht gab es nur eine leichte Aufwertung des Leu um 0,07 Prozent auf 4,5658 Lei für einen Euro. Ein sehr hoher Stand, der die Prophezeiungen der Marktanalysten zu bestätigen scheinen. Die hatten für das Ende dieses Jahres einen Stand von 4,65 Lei für einen Euro vorausgesagt. Im Gegensatz zum leicht schwächelnden Euro zog der US-Dollar kräftiger an. Er verzeichnete gegenüber dem Leu ein Plus von 0,2 Prozent.

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