US-Fonds kaufen sich verstärkt in den rumänischen Markt ein

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 25. September 2012

Foto: sxc.hu

Bukarests Aktienmarkt BVB verlor in der vergangenen Woche ein wenig die Orientierung. Auf Wochensicht schloss die Börse uneinheitlich und wies trotz positiver Signale der Auslandsmärkte verstärkt Anzeichen einer Kurskorrektur auf. Das war auch an der Marktkapitalisierung abzulesen, die erneut leicht rückläufig war. Dafür ist der durchschnittliche Tagesumsatz an der BVB im Vergleich zur Vorwoche kräftig gestiegen, auf umgerechnet knapp 16 Millionen Euro.

Indizes und Aktien

Diese Entwicklung ist vor allem auf den regen Handel mit zwei Aktien zurückzuführen. Den Löwenanteil am Umsatz der letzten drei Handelstage machten der Investmentfonds Proprietatea (FP, 0,54 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) und die OMV Tochter Petrom (SNP, 0,4084 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) aus. Einen Sonderplatz in diesem Gefüge nimmt der Automobilzulieferer Compa SA Sibiu (CMP, 0,5855 Lei, ISIN ROCMPSACNOR9) ein. Denn während die ersten beiden Emittenten sich durchaus preisstabil verhielten, legten CMP-Aktien satte 11 Prozent zu. Dort haben es zwei US-Fonds durch Zukäufe auf eine Beteiligung von knapp 7 Prozent gebracht.

Das große Interesse für diese Aktien setzt ein wichtiges Zeichen im Markt. Hinter dem regen Handel mit diesen Aktien stehen vor allem zwei institutionelle US-amerikanische Anleger, die bereits im August mit Zukäufen angefangen haben. Damals haben sie 23 Millionen Euro in die beiden Emittenten gepumpt. Es handelt sich um den Hedge-Fonds Elliott und Franklin Templeton Frontier Markets. Die von ihnen gewählten Aktien haben es in sich. FP-Aktien stehen für Beteiligungen an Staatsbetrieben im Gesamtwert von etwa 3,5 Milliarden Euro. Der Fonds war ursprünglich als Ausgleich für enteignetes Privateigentum aufgestellt worden. Die Regierung wird einige attraktive Beteiligungen aufgeben müssen, so kann beispielsweise FP günstig zum Zug kommen und danach teuer verkaufen. Und bei Petrom stimmen einfach die Zahlen. Trotz schwächelnder Wirtschaft und trüber Aussichten konnte der Platzhirsch auf dem Treibstoffmarkt im ersten Halbjahr den Nettogewinn um 14 Prozent auf mehr als zwei Milliarden Lei steigern. Derzeit sind die Preise rumänischer Aktien sehr niedrig und bieten so gute Einstiegschancen.

Dennoch konnte in der vergangenen Woche nur der Finanzwerte-Index BET-FI im Plus schließen. Und auch dessen Wochengewinn war mit 0,1 Prozent eher spärlich. Stellvertretend für den gesamten Markt wies der BET-C–Index ein Wochenminus von 1,6 Prozent. Den ROTX-Index zog vor allem die Erste Group
Bank AG (EBS, 81,5 Lei, ISIN AT0000652011) mit sich. Die Aktien verbuchten ein Minus von 4,7 Prozent, eine recht harsche Kurskorrektur nach der guten Vorwoche. Der Index ging deswegen mit einem Minus von 2,2 Prozent ins Wochenende.
Während BET-C und ROTX ihre psychologischen Grenzen halten konnten, rutschte der Energiewerte-Index bei einem Wochenminus von 1,7 Prozent erneut unter die 600-Punkte-Grenze. Hier belasteten die vielen Aktien, die mit Wochenverlusten abschlossen, den Index.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq startete recht vielversprechend in die neue Handelswoche. Doch der etwas regere Handel flachte gleich danach ab, sodass der Rest der Handelswoche in gewohnter Lustlosigkeit verlief. Der durchschnittliche Tagesumsatz pendelte sich zwischen 0,1 und 0,2 Millionen Lei ein, nur am vergangenen Freitag stieg er auf 0,28 Millionen Lei. Dafür zeichneten einige Sonderdeals verantwortlich, allerdings fielen auch die bescheiden aus. Der Hauptindex Rasdaq-C machte eine leichte V-Kurve durch in der vergangenen Handelswoche. Nach einem tieferen Fall am Mittwoch rappelte sich der Index leicht auf und machte wieder etwas verlorenen Boden gut. Auf Wochensicht schloss der Sekundärmarkt mit einem leichten Minus von 0,5 Prozent.

Devisen

Der Druck auf die rumänische Währung hielt auch in der vergangenen Woche an. Der Euro kletterte im Laufe der Woche weiter, gestützt durch die einsetzende Entspannung an den Auslandsmärkten. Die europäische Gemeinschaftswährung schloss mit einem Wochenplus von 0,18 Prozent bei 4,5125 Lei und somit wieder deutlicher über der 4,5-Lei-Grenze. Marktbeobachter gaben in der vergangenen Woche immer wieder die 4,65-Lei-Grenze bis Jahresende als Ziel an. Auch der US-Dollar legte zu, mit einem Wochenplus von 0,37 Prozent schloss die amerikanische Währung bei 3,4642 Lei.

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