US-Vizepräsident Biden in Bukarest: „Sie können auf uns bauen. Punkt!“

Verteidigungsminister Duşa fordert permanente US-Basis in Rumänien

Donnerstag, 22. Mai 2014

US-Vizepräsident Joe Biden ist am Mittwochvormittag mit Staatspräsident Traian Băsescu zu einem etwa einstündigen tête à tête zusammengetroffen. Bei den anschließenden, im Garten von Schloss Cotroceni erfolgten Presseerklärungen legte Biden Rumänien u. a. auch eine verstärkte Korruptionsbekämpfung ans Herz: Wer der Korruption den Kampf ansage, sei ein wahrer Patriot, sagte der US-Vize.
Foto: Mediafax

Bukarest (ADZ) - Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise hat US-Vizepräsident Joe Biden am Dienstag ein starkes Zeichen zum Schutz Rumäniens und der östlichen NATO-Grenze vor eventuellen Aggressionen gesetzt: Gleich nach seiner Landung in Bukarest begab sich der US-Vize als erstes zum Luftwaffenstützpunkt 90 bei Otopeni, wo er eine Rede vor rumänischen und US-Soldaten hielt.

Am Flughafen waren Biden und seine Frau Jill von Außenminister Titus Corlăţean und dem stellvertretenden Missionschef der US-Botschaft in Bukarest, Duane Butcher, begrüßt worden.

Vor der Kulisse eines von zwei Puma-Hubschraubern flankierten Spartan-Mehrzwecktransporters der rumänischen Luftwaffe erinnerte Biden an die jüngst von US-Präsident Barack Obama beim EU-US-Gipfel in Brüssel abgegebene Beistandsverpflichtung: „NATO-Staaten stehen nie allein“. Für die USA sei es eine „heilige Pflicht, Ihnen und der NATO beizustehen, daher teile ich Ihnen seitens des Präsidenten mit: Sie können auf uns bauen. Punkt!“, stellte der US-Vize klar. Die Annexion der von der rumänischen Grenze kaum 400 Kilometer entfernten Krim habe gezeigt, „dass wir zusammenarbeiten müssen“, Europas Grenzen dürften „nicht wieder mit Waffengewalt geändert“ werden, erklärte Biden. Den rumänischen Soldaten dankte Biden für ihre Einsätze an der Seite der USA in Afghanistan und im Irak.

Verteidigungsminister Mircea Duşa zeigte seinerseits auf, dass Rumänien angesichts der Ukraine-Krise bemüht ist, zu einem Sicherheitsgaranten in der Region zu werden. Duşa bedankte sich für die „unseren Streitkräften konstant gewährte Unterstützung“, dank Finanzspritzen und Spenden habe man die eigene Militärtechnik optimieren können. Rumäniens Wunsch sei zudem, dass der zurzeit vom US-Militär genutzte Luftwaffenstützpunkt „Mihail Kogălniceanu“ zu einer „permanenten US-Basis hierzulande ausgebaut wird“, sagte Duşa.

Im Anschluss gönnte sich der US-Vize eine kleine Verschnaufpause – da der hochoffizielle Teil seines Besuchs bzw. die Treffen mit Staatschef Băsescu und Premier Ponta nebst Presseerklärungen für Mittwoch anberaumt war, staunten viele Bukarester Passanten am Dienstagabend nicht schlecht, als sie Biden und seine Frau entspannt durch die Altstadt schlendernd antrafen.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 24.05 2014, 14:58
die Rumänen in den Städten wollen Kuchen essen und in der Mall shoppen. Denen ist es egal, wenn den Rumänen im abgelegenen Dorf das Brot weggenommen wird, indem ihnen für solche Projekte ihr Land enteignet und ihr Wasser verseucht wird. Das ist das selbe wie mit Rosia Montana. Je weiter weg von Bukarest, desto eher stimmt man solchen Projekten zu. Und dahinter steckt fast immer ein anglo-amerikanischer Konzern, der mit beiden Händen Schmiergeld verteilt.
Alexander, 23.05 2014, 17:37
Ja - das ist das Gerede von satten Europäern - immer schön auf die bösen Anderen zeigen. Und in Afrika und Südamerika sollen sie bloß auch schön die Natur erhalten und weiterleben, wie im Mittelalter - schließlich will der Tourist ja auch mal unberührte Natur erleben können. Natürlich mit gewohntem Standard, der dann auch gern ein paar Ressourcen extra verbrauchen darf. Das hört sich immer so an, wie Königin Marie-Antoinette: "Kein Brot? Dann sollen sie doch Kuchen essen!"
Tourist, 22.05 2014, 14:31
Sie können auf uns bauen, dass unsere Konzerne bei euch mit Fracking Schiefergas fördern werden, ob ihr wollt oder nicht. Wir verseuchen euch die Landschaft und verkaufen euch dann euer eigenes Gas zu hohen Preisen (die Patent-Lizenzen für die Fracking-Technologie müssen ja bezahlt werden). Sollte euch das irgendwann nicht mehr passen, habt ihr Pech gehabt. Denn durch das transatlantische Freihandelsabkommen, dass ihr schön brav unterschreiben werdet, habt ihr gar keine Möglichkeit mehr, aus dem Fracking auszusteigen, ohne Milliardenstrafen an unsere Konzerne zu zahlen. Solltet ihr noch Fragen haben, wendet euch an meinen Sohn Hunter Biden, der kennt sich mit Gasgeschäften aus.

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