USA erwägen Lagerung schwerer Waffen in Osteuropa

Auch in Rumänien schwere Militärausrüstung

Dienstag, 16. Juni 2015

Washington (dpa/ADZ) - Die USA werden nach Informationen der „New York Times“ möglicherweise schwere Waffen für bis zu 5000 amerikanische Soldaten in Osteuropa lagern. Das Pentagon arbeite an einem entsprechenden Vorschlag, der aber noch von Verteidigungsminister Ashton Carter und dem Weißen Haus absegnet werden müsse, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Beamte und Nato-Kreise. Ziel sei es, Russland von einer möglichen Aggression in Europa abzuschrecken.

Die Waffen würden auf Stützpunkten in den drei Baltenstaaten Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen, Rumänien, Bulgarien und möglicherweise Ungarn gelagert werden. Dazu zählten Kampfpanzer und Infanterie-Kampffahrzeuge. Es gebe aber noch politische Hürden, da die potenzielle Maßnahme Besorgnis bei einigen Nato-Verbündeten über Russlands Reaktion hervorgerufen habe.

Dennoch erwarten hohe US-Regierungsbeamte, dass der Vorschlag noch vor dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in diesem Monat in Brüssel gebilligt werde. Ein Pentagon-Sprecher, Steven Warren, wurde mit den Worten zitiert, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Das US-Militär prüfe derzeit noch in Abstimmung mit den Verbündeten, wo die Waffen am besten gelagert werden könnten. Nach Angaben des Blattes wäre es das erste Mal seit Ende des Kalten Krieges, dass die USA schwere Militärausrüstung in den jüngeren Nato-Mitgliedstaaten stationieren würden.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 18.06 2015, 01:54
Rein geographisch gesehen ist Rumänien idealer Standort zur Bedohung Rußlands mit Mittelstreckenwaffen. Die Verteidigung ggü solcher Bedrohung ist für Rußland teurer als ggü der Verteidigung gegen Langstreckenwaffen, da die Reaktionszeit zur Verteidigung erheblich verkürzt ist; es können also nur sehr moderne Systeme zum Einsatz kommen.
Hans, 17.06 2015, 12:39
die Kommentare vom 16.06.2015 finde ich gut und richtig.
Unser US Freunde sollen ihre Kriege auf eigenem Boden fuehren!!!!
Don Emilio, 16.06 2015, 23:01
Sehr geehrte Damen und Herren hier im Forum, so eine Einmütigkeit zu diesem Thema überrascht mich nun doch. Genau das habe ich neulich gemeint, als ich bemerkte, daß der Herr Iohannis nicht dauernd versuchen sollte, den "Global-Player" zu spielen, sondern sich um die großen Probleme seiner Landsleute kümmern solle. Das gab ja ein Gejaule. Ich weiß schon genau wer hier was zu tun hat, Regierung oder Präsident. Er ist aber der regulierende und moralische Faktor hier im Land.
Den Amerikanern ist jedes Land ein Dorn im Auge, welches keine Auslandsschulden hat. Also beim IWF. Und das sind, mit noch ganz wenigen Ausnahmen, die Russen.
Wer hier im Land, ich meine unter den sogenannten "Verantwortlichen" (Gib´s die?) glaubt, die Nato, sprich Amerikaner, würden die Rumänen respektieren, der liest nicht genug. Es geht um Machtausdehnung, und Verkauf von Waffen.
Danke für die Aufmerksamkeit. (Sogar die Mehrheit der Deutschen wollen innerhalb der Nato keine Nachbarn mehr verteidigen). Die Nase blutet noch immer. Im letzten Jahr hat Deutschland die letzte Rate der Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg! gezahlt. Dämmert es?
Tourist, 16.06 2015, 18:16
"The purpose of NATO is to keep the Russians out, to keep the Americans in and to keep Germany down."
Klaus, 16.06 2015, 14:02
@ hanns: Das ist eine mehr als gute frage.--Leider träumen die politiker der alten garde (evtl. auch der jüngeren) immer noch von der arsch kriecherei zum ami.-Leider hat der amerikanische kapitalismus für keinen staat in europa etwas gutes gebracht.-die regierungen in USA sind nun mal kapital gesteuert, gleich wer an der macht ist.-Alles ist nur ein macht spiel und auch Europa ist nur ein spielfeld.-
Kein staat der welt hat das recht alles zu bestimen.Auch die probleme mit rußland sind nichts anderes als spiele der AMI´S.--Europa wäre gemeinsam mit rußland aber zu stark gegenüber dem ami.Deswegen wird wo immer möglich ein keil zwischen dem rest europas und rußland getrieben.-Und wir doofen wählen diese höflinge der AMI´s immer wieder.-Bei jeder wahl verkaufen wir uns erneut.-
Hanns, 16.06 2015, 12:27
Ich habe es nie verstanden, dass sich die ehemaligen Mitgliedstaaten des Warschauer Paktes sofort nach der Wende der NATO an den Hals geworfen haben. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges sollte eigentlich auch die NATO der Geschichte angehören. Warum hat es die EU verabsäumt nach 1989 ein eigenes Verteidigungsbündnis ohne NATO aufzubauen?
giftschlange, 16.06 2015, 11:17
@Tourist...jeder vernüftig denkende Mensch kann Dir nur zustimmen.Wohin amerikanische Rüstungs-und Einmischungspolitik geführt hat zeigen uns die Zustände in Afghanistan,Irak,Syrien,Lybien etc.Die 10tausenden Flüchtlinge und Todesopfer aus diesen Länder sind ein Zeichen dieser Politik.Jetzt nach dem scheitern dieser Politik, versuchen die USA ,Osteuropa zu einem Spannungsfeld aufzubauen.Wir Europäer müssen gemeinsam in unserem Interesse diesen Versuch abwehren.Rumänien aber auch die anderen Staaten Europas dürfen kein Experementierfeld US-amerikanischer Interessen werden.Wir wollen friedlich mit allen zusammenleben, nicht Opfer der Rüstungsindustrie und ihrer Interessensgruppen werden.Warum nehmen die USA nicht alle Flüchtlinge aus den Opferstaaten auf,nach dem sie diese Länder
ins Chaos gestürzt haben.Anscheinend haben diese angeblich christlichen PolitikerInnen in den USA jedliche christliche Moral verloren.
Tourist, 16.06 2015, 08:23
was haben die Anglo-Amerikaner in den letzten 20 Jahren eigentlich für Rumänien getan? Der ganze wirtschaftliche Aufschwung wurde durch Steuergelder der Europäischen Union finanziert und durch Investitionen deutscher, österreichischer, französischer und italienischer Firmen. Die Amerikaner benutzen Osteuropa nur als militärisches Aufmarschfeld und um ihre teuren Rüstungsgüter zu verkaufen, wie wenn das beschränkte rumänische Budget nicht in anderen Bereichen viel dringender gebraucht würde. Achja, den Halliburton-Skandal, Rosia Montana und die Schiefergasgeschichte mit Chevron nicht zu vergessen.

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