Vaporetti auf der Bega

Kommunalräte stufen Projekt als „unrentabel“ ein

Montag, 31. August 2015

Auf der Bega fahren Kajaks, Kanus und Kleinschiffe. Die Vaporetti, die die Stadt kaufen möchte, seien zu groß für den Kanal, meinen zwei Kommunalräte.
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Vaporetti auf der Bega: Die Temeswarer Kommunalverwaltung wollte noch in diesem Jahr die ersten Motorschiffe kaufen und in Betrieb nehmen, allerdings kam im August heftige Kritik seitens des „Eco Nautic Club“ und zweier Kommunalräte, die die Meinung der Vertreter des Temeswarer Wassersportklubs teilen.  Dan Idolu und Alfred Simonis von der Sozialdemokratischen Partei (PSD) forderten die Einstellung der öffentlichen Ausschreibung, zumal die Schiffe, die gekauft werden sollen, zu groß für die Bega seien. Außerdem sei das Unterfangen, Vaporetti als Nahverkehrsmittel auf der Bega zu nutzen, unrentabel, meinen Idolu und Simonis.

Sieben Vaporetti mit 50 bis 70 Sitzplätzen und einer Länge von bis zu 20 Metern möchte die Stadt Temeswar bis Jahresende kaufen und in Betrieb nehmen. Eine erste öffentliche Ausschreibung wurde Ende 2014-Anfang 2015 veranstaltet, allerdings meldeten sich damals keine Firmen, die die sieben Schiffe zur Verfügung und in Betrieb setzen würden. Das Budget für den Erwerb der Schiffe wurde schließlich auf ungefähr drei Millionen Euro einschließlich MwSt. aufgestockt und Ende Mai eine neue Ausschreibung diesbezüglich organisiert. Zwei Firmen reichten ihre Angebote ein.
Laut den Informationen von Dan Idolu und Alfred Simonis würde das Rumänische Schifffahrtsamt den Bega-Fluss aktuell als „nicht schiffbar“ einstufen. Bevor die Motorschiffe als Nahverkehrsmittel auf der Bega verkehren könnten, müsste der Kanal mit Verkehrszeichen versehen werden. Zudem seien die gewünschten Vaporetti viel zu groß für die Bega. Der Wasserpegel müsste erhöht werden, was nur durch die Reparatur des Staudamms bei Rumänisch Sanktmichael/Sânmihaiu Român möglich sei. Außerdem stelle sich die Frage, ob sich die Investition lohnt.

„Wie viele Kunden würden die Vaporetti als Nahverkehrsmittel nutzen? (...) Die legale Fahrtgeschwindigkeit auf der Bega beträgt 12 Stundenkilometer und sechs Stundenkilometer unter den Brücken“, schreiben die beiden Kommunalräte in ihrer Interpellation an die Kommunalverwaltung. Die Fahrtzeit zwischen der Modoş-Brücke und dem Wasserwerk (etwa acht Kilometer) würde somit mehr als eine Stunde betragen, was sich für die Fahrgäste nicht lohnen würde. In der Dokumentation des Projekts ist allerdings eine Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern eingetragen, was nicht legal sei. Die Kommunalräte befürchten, dass das Unterfangen aus dem Stadthaushalt finanziert wird. Dazu kommt, dass das Bürgermeisteramt sieben qualifizierte Seefahrer anheuern müsste. „Wie werden Sie die vom Rumänischen Schifffahrtsamt qualifizierten Seefahrer motivieren, die Schifffahrt auf der Donau oder auf den Weltozeanen aufzugeben, um die sieben Vaporetti auf der Bega zu fahren?“, schreiben Idolu und Simonis.

Die beiden Kommunalräte fordern vom Bürgermeisteramt, die Ausschreibung für den Erwerb der Vaporetti zu stoppen und die Risiken und technischen Daten des Projekts noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Eine schriftliche Antwort seitens der Kommunalverwaltung wird in den kommenden Tagen erwartet.

Kommentare zu diesem Artikel

Klaus, 01.09 2015, 14:13
Die herren komunalräte haben wohl von der schiffahrt nicht viel ahnung.-Wenn die strecke 8 km zwischen den brücken beträgt wie kommt da 1 std. zustande?-In Hamburg sind zb. die Alsterdampfer sehr beliebt so das evtl.wohl auch erneut eine linienfahrt angedacht wird trotz längere fahrt dauer.
Was das personal anbelangt wären sicherlich einige schiffsführer bereit solche "Vaporeti" zu fahren.-Jeden abend nach hause gehen ist doch etwas für gereifte fluß-schiffer.
Nur mit 7 personen wird das ganze nicht reichen wenn ein voller betrieb ausgeführt werden soll.-Trotzdem viel glück für die werft, die komune und die schiffsleute.Dazu dann wartungspersonal für die schiffe.Ahoi sagt der Tscheche

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