Vasile Blaga und Elena Udrea begraben Kriegsbeil

Wahl neuer Leitungsgremien der PDL am 6. April

Freitag, 29. März 2013

Symbolfoto: sxc.hu

Bukarest (ADZ) - In der liberaldemokratischen Opposition scheinen sich die verfeindeten Flügel am Mittwoch auf einen Waffenstillstand geeinigt zu haben. Elena Udrea gab bekannt, dass für sie das Kapitel „Wahlbetrug“ angesichts der nach wie vor ausstehenden Antworten auf ihre drei Beschwerden abgeschlossen sei.

Es sei klar, dass immerhin „etwa die Hälfte der Partei“ hinter ihr stehe, doch benötige die PDL derzeit „alle Mannen“ und könne sich einen Bruch keineswegs leisten, so Udrea. Gegenüber Blaga wolle sie auf „Dialog und Zusammenarbeit“ setzen, allerdings auch frei ihren Standpunkt äußern, sofern sie anderer Meinung als der Parteichef ist. Die 39-Jährige hob erneut hervor, kein Parteiamt annehmen zu wollen. Die Wahl der neuen Leitungsgremien soll am 6. April stattfinden.

Davor hatte sich Udrea an einer Sitzung der Parteileitung beteiligt und eine Aussprache mit Blaga gehabt. Der seit seiner umstrittenen Bestätigung angeschlagene Parteichef erklärte sich über Udreas „Einsicht“ erfreut – es gelte, „gemeinsam“ gegen die übermächtige USL anzukämpfen. Auch Ex-Premier Emil Boc, der zwischen den Streithähnen vermittelt hatte, erklärte sich froh über das einstweilen begrabene Kriegsbeil.

Friede, Freude, Eierkuchen dürfte in der PDL damit allerdings kaum einkehren – dafür ist die Feindschaft zwischen Blaga und Udrea viel zu tief.

Kommentare zu diesem Artikel

Norbert, 29.03 2013, 22:09
Auf diesem Bild oben streckt ein rumänischer Politiker die Hand aus ,da ist man in Deutschland ,und von da schreibe ich ja,sofort unter Hochspannung.. Warum wohl..Wei diese Hand wahrscheinlich vorher wo drin steckte wo es besonders stinkt...
sraffa, 29.03 2013, 17:25
Also, dieser Beitrag von Edda ist nicht neu; den habe ich vor einigen Monaten hier schon einmal gelesen. Das war heute nur "copy and paste" . Es ist nun das Eine, generelle Anschuldigungen zu machen und das Andere, diese Anschuldigungen auch zu beweisen !!
Ich sage mal so : Ich nehme den detaillierten Beitrag von Edda zur Kenntnis - das ändert aber nicht an der Tatsache daß jeder unschuldig ist bevor nicht das Gegenteil bewiesen wurde.
In dem Artikel wird "Spaga" nicht erwähnt; vielleicht war ja alles nur ein Missverständnis weil Edda den Herrn "Blaga" mit "Spaga" verwechselt hat ?!
Herbert, 29.03 2013, 16:19
@Helmut - ich verstehe Ihren Kommentar nicht! Das in Rumänien OHNE Spaga überhaupt nichts läuft weiß doch jedes kleine Kind.
Helmut, 29.03 2013, 15:01
@Edda...alles das mußt Du erst einmal beweisen.Nachdem Du ja über alles so genau Bescheid weist,dürftest Du wahrscheinlich auch so ein Typ sein ,welcher andere ständig beschuldigt,aber selbst sehr viel Dreck am Stecken hat.
Edda, 29.03 2013, 13:32
Spaga" steht für Schmiergelder bzw . Korruptionszahlungen !

Es ist eine bekanntes Faktum das sich Frau Udrea im Jahr 2006/2007 ein 3,5 Millionen € Kredit besorgt hat um sich Immobilien/ Grundstücke in Bukarest zu kaufen, in der Hoffnung diese später mit Gewinn weiter verkaufen zu können. Leider ging die Spekulation nicht auf , Frau Udrea kam in Zahlungsschwierigkeiten.
Mit einem monatlichen Gehalt als Ministerin von 1.700,00 € ist ein solcher Kredit kaum abzuzahlen gewesen .
Die durchschnittliche "Spaga" für einen rumänischen Abgeordneten liegt zwischen 100.000 € bis 150.000 € um als Abgeordneter auf die Wahllisten gesetzt zu werden. Um ein begehrtes Amt als Minister zu erhalten muss man schon 300.000€ bis 500.000 € hinlegen.

Ist man als rumänischer Politiker vorbelastet , insbesondere wenn laufende Ermittlungsverfahren anhängig sind und eine parlamentarische Immunität dringend gebraucht wird , kann die "Spaga" je nach Schwierigkeitsgrad des begangenen Verbrechens, auch in die Millionen € Höhe gehen .
Rumänische Richter lassen sich ab 50.000,00 € kaufen. In kleineren Delikten reichen auch schon mal 2.000,-€ -5.000,- € . Das selbe gilt für rumänische Staatsanwälte. Die rumänische Polizei führt meistens eigene Tarife ein und ist vielfach ummittelbarer "Kopf" organisierter Kriminalität.

Beim rumänischen Geheimdienst SRI fangen die "Spaga" Einlagen bei 10.000,00 € an , drunter geht meistens nichts , da sind die Jungs hart.
Insgesamt bekommt man in Rumänien kaum einen staatlichen Job ohne vorher "Spaga" bezahlt zu haben.Jedwede Art von Anträge werden meist erst nach Zahlung einer "Spaga" korrekt behandelt.
Die rumänischen Grenzbeamte (Zollbeamte ) müssen pro Schicht im durchschnitt zwischen 500,-€ -1000,--€ an ihren Vorgesetzten liefern. Die wiederum müssen den größten Teil nach Bukarest in das zuständige Ministerium überweisen.

Bei allen staatlichen Ausschreibungen gibt es ohne "Spaga" keine Aufträge . Um die "Spaga" überhaupt zahlen zu können müssen Unternehmer an der Qualität der Arbeit sparen . Das Ergebnis sind z.B. neu gebaute Autobahnen (deren Kilometerpreis fünf mal höher ist als in der Schweis oder Deutschland ) die aus Sicherheitsgründe leider geschlossen werden müssen ,da der aufgesetzte Asphalt nach kurzer Zeit auseinander bricht .

Die meisten rumänischen Politiker , bis hin zum Bürgermeister eines kleinen Dorfes , besitzen Anteile an Unternehmen die wiederum von Staatsaufträge leben. Falls der direkte Zusammenhang zu offensichtlich ist, arbeiten höher gestellte Politiker gerne über Mittelsmänner aus den Familien und Freundeskreis . So auch im Fall von Rumäniens President Basescu.

Es gibt auch qualitative Unterschiede bei der Handhabung und Abwicklung von "Spaga" . In Bukarest hat sich das Modell "Platest- Primesti " durchgesetzt. D.H. wenn man sich einmal auf eine Summe geeinigt hat erhält man meist auch das vereinbarte Ergebnis. In Landesinneren wird das nicht immer so gehandhabt . Manchmal einigt man sich auf eine Summe die später noch erhöht werden kann. Oftmals werden vereinbarte Spaga-Verträge nicht eingehalten,zurückgezogen oder in letzter Minute geändert. Insofern gibt es immer noch starke Unterschiede zwischen Bukarest und den übrigen Landesteilen.

Auch in den Krankenhäuser läuft meistens nichts ohne "Spaga" . In letzter Zeit tendieren Ärzte dazu erst unmittelbar vor einer Operation die "Spaga- Höhe" zu benennen . Da die meisten Patienten nicht mehr auf andere Krankenhäuser ausweichen können , nehmen sie es billigend hin (aus verständlichen Gründe ) ihre letzten Reserven zu Opfern um nicht auf den OP Tisch zu enden .

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