Veränderungen im rumänischen Verkehrsgesetz

Auch Mopedfahrer brauchen Führerschein

Donnerstag, 22. August 2013

Motorradfahrer dürfen nicht mehr nebeneinander auf der Straße fahren, sondern nur in einer Reihe.
Foto: Zoltán Pázmány

Die Änderungen am rumänischen Verkehrsgesetz sind am 8. August 2013 in Kraft getreten. Die wichtigsten Veränderungen beziehen sich auf die Vorschriften für Fahrrad- und Mopedfahrer. Demzufolge sieht das neue Verkehrsgesetz vor, dass alle Fahrradfahrer einen Identitätsausweis dabei haben, wenn sie unterwegs sind. Gleichzeitig dürfen sie die Straße über den Zebrastreifen nur dann überqueren, wenn sie vom Fahrrad absteigen. Darüber hinaus werden sie nur dann am Straßenrand bzw. auf der Notfallspur fahren dürfen, wenn es keinen speziellen Fahrradweg gibt. Moped- und Motorradfahrer, aber auch Fahrer, die Ware befördern, dürfen keine Personen, die betrunken sind, auf dem Moped, Motorrad bzw. im Auto mitnehmen. Die Besitzer eines Führerscheins der Kategorien B, BE, C oder CE dürfen auch Traktoren lenken. Personen, die einen Führerschein der Kategorie B besitzen, dürfen nur Traktoren mit einem Maximalgewicht von 3,5 Tonnen plus Anhänger fahren.

Geplant, aber noch nicht in Kraft getreten, sind Veränderungen bezüglich der Art und Weise, wie die Führerscheinprüfung für die Kategorie A (Motorräder) verlaufen wird. Laut neuer Regelung, die Innenminister Radu Stroe bekannt gab, soll es auch eine praktische Führerscheinprüfung geben, bei der der Prüfling durch die Stadt fahren wird. Bisher mussten die Prüflinge allein auf dem Fahrplatz einige Grundfahraufgaben bewältigen bzw. ein paar Achter drehen, künftig sollen sie jedoch durch die Stadt fahren und dabei den Fahrlehrer auf dem Rücksitz befördern müssen. Dahinter wird ein Polizeiwagen fahren, in dem der Prüfer sitzt und per Kopfhörer die Fahranleitungen durchgibt. Die neue Regelung sieht auch vor, dass die praktische Führerscheinprüfung mit einem Motorrad von einer Kapazität von 600 Kubikzentimetern und 180 Kilogramm erfolgt. Demzufolge sollten auch alle Fahrschulen mit solchen Motorrädern ausgestattet sein.

„Ich finde es schon gut, dass sich etwas bei der Führerscheinprüfung für Motorräder verändert. Wir haben jahrelang die Prüfung wie vor 30-40 Jahren abgelegt“, sagt der Temeswarer Raul Năstăsoiu (30), der selbst die Fahrschule 2001 mit einem Minsk-Motorrad von 120 Kubikzentimetern absolviert hat. „Es war schrecklich, es hatte keine Hinterradbremsen“, erinnert sich der gelernte Wirtschaftswissenschaftler, der es vor allem begrüßt, dass man die Fahrschule und -prüfung nicht mehr mit einem „Fahrrad mit Motor“ absolvieren darf. Was er aber als nicht korrekt empfindet, ist das Befördern des Fahrschullehrers auf dem Rücksitz. „Das deutsche Modell müsste man auch hierzulande einführen. Dort sitzen Prüfer und Fahrschullehrer in einem Auto hinter dem Prüfling und erteilen Anleitungen per Walkie-Talkie“, sagt der Temeswarer. Seiner Meinung nach sei es nicht angebracht, dass der Fahrlehrer das Risiko auf sich nimmt, vom Lehrling befördert zu werden. Dass nun auch Mopedfahrer einen Führerschein brauchen, sei eine gute Sache. Es müsse allerdings eine leichtere Führerscheinprüfung für diese Kategorien geben.

Eine weitere Veränderung im Verkehrsgesetz, die Moped- und Motorradfahrer beachten müssen, sieht vor, dass diese nicht mehr am Straßenrand bzw. auf der Notfallspur fahren dürfen, sondern die normalen Fahrbahnen benutzen.

Kommentare zu diesem Artikel

Ottmar, 26.08 2013, 16:24
Honda CX 500 auch Güllepumpe genannt. Liest du keine Comics von Werner Beinhart alias Rötger Feldmann. Ist der Erfinder der Güllepumpe. Ich hab so ein Motorrad aus dem jahre 1982 und damit in Bukarest zu fahren ist manchmal lebensgefährlich. aber wo kein Risk dann no fun.
Sraffa, 26.08 2013, 01:36
@Ottmar : Was ist bitte eine "Guellepumpe" und wie kann man damit fahren ?

Diesen bestimmten Prozentsatz Rumänischer Autofahrer als "Autochaoten" zu bezeichnen ist verharmlosend. Was diese Figuren betreiben ist versuchter Totschlag. Es gibt aber auch eine Reihe zivilisierter Autofahrer. Man kann sie identifizieren wenn man sich bei Bvd. Bejing z.B. an den einen Zebrastreifen stellt und wartet bis der Erste angehalten hat; meiner Erfahrung nach ist das nach dem 2. oder 3./4. Penner/ Totschläger der Fall.
Ottmar, 25.08 2013, 13:55
@Sraffa kann ich alles nachvollziehen. Bei Dunkelheit fahre ich mit dem Fahrrad auch sehr vorsichtig. Habe aber seit ein paar Jahren eine Guellepumpe in Bukarest. Mit der zu fahren ist noch einen Tick gefaerlicher, denn Rumaeniens Autochaoten kommen damit ueberhaupt nicht klar.
sraffa, 24.08 2013, 20:58
@Ottmar : Ich fahre seit 5 Jahren mehrere Wochen im Jahr mit dem Fahrrad im Nordbereich von Bukarest. Die Bordsteine von Videanau sind für Radfahrer sehr ärgerlich aber noch relativ harmlos. Ich dachte, Du würdest die fehlenden Kanaldeckel in der Dunkelheit oder 5 cm über dem Boden abgeschnittene und noch im frisch geteerten Boden fest verankerte Eisenstangen reklamieren - beides Hindernisse in der Dunkelheit welche Dich ins Krankenhaus befördern können.
Im übrigen : Bvd. Bejing ist ja nur die 130Km/h - Kurve nach der Gerade von DeGaulle und ist nur am einzigen Zebrastreifen und nur nach ausreichender Versicherung daß diese Asozialen auch anhalten, überquerbar. Ich gebe Dir aber Recht : Dort tobt der Mob und Polizei ist abwesend !
Ottmar, 22.08 2013, 19:08
@Sraffa, dann fährst du nicht allzu viel in Bukarest, denn es gibt fast keine Radwege, ausser um den Park Herestrau. Ich benutze jedenfalls die Strassen. Da fühle ich mich wohler denn wenn du den Radweg benutzt dann kann es dir passieren dass der der Fahrradweg wie an der Strasse des Bulevardul Beijing, wo einer beginnt, dass die rumänischen Strassenbautechniker und Diplomingenieure einen 35 - 45 cm hohen Randstein als Übergang Fahrradweg Strasse eingebaut haben. In der Nacht gibt es dort herrliche Stürze. Für so was braucht man ein neues Gesetz dass der Radfahrer neben seinem Personalausweis auch noch die Krankenversicherungskarte, mitführen muss denn so ein Sturz endet sicher im Hospital.
sraffa, 22.08 2013, 18:37
@Ottmar : Ich bewege mich auch mit dem Fahrrad in Bukarest - aber äusserst vorsichtig und nahezu ausschließlich auf Fußwegen und Radwegen Das ist nur etwas für sehr erfahrene Radfahrer.
Auf den Radwegen ist auch sehr auf Rumänische Fahrradfahrer zu achten welche zum Teil abenteuerlich fahren ( kein Licht, keine Klingel, Überholen von rechts ohen Vorwarnung, keine Kontrolle des Rades bei höheren Geschwindigkeiten), Manchmal glaube ich diese Rumänien wären erst jetzt vom Mars gekommen.
sraffa, 22.08 2013, 18:32
Das Rumänische Strafrecht und die Überwachung des Rechts durch die Verkehrspolizei ist hinsichtlich der faktischen Ahndung von Delikten stark zu ändern.
Autofaherisch unfähige und chararkterlich wilde Elemente haben dort einen Freibrief zum Totschlag - die meisten dieser Typen haben ihren Führerschein auch nur durch Bestechung erlangt. Diese Figuren sollten in D keine 2 Meter fahren dürfen.
Ottmar, 22.08 2013, 16:16
Ist schon sinnvoll wenn Radfahrer in Rumänien den Personalausweis mitführen müssen.
Da spart sich der Staat viel Arbeit, beim mühseligen identifizieren der Trümmer der zerlegten Toten, die von gewissenhaften rumänischen Autofahrern zerlegt worden sind, weil sie keine angepasste Minimalgeschwindigkeit einhielten, oder einfach nur so zum Spass vom Fahrrad gefahren worden sind. Wäre mir bereits zweimal in Bukarest passiert, die rum Autofahrer haben aber nicht meiner Bremsreaktion gerechnet die mir das Leben gerettet hat. Musste halt nur über den Lenker absteigen. Die beteiligten rumänischen Autofahrer begingen einfach Fahrerflucht. Wäre auch mal verbesserungswürdig dass fahrerfluch tun rumänien geahndet wird .

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