Verdienstkreuz für diakonische Arbeit

Margarethe Goebel erhielt die Ehrung für 40 Jahre Einsatz in Siebenbürgen

Samstag, 09. März 2013

Der Schleswig-Holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig überreichte Goebel das Bundesverdienstkreuz. Foto: Hans Jürgen Warncke

Hermannstadt - Für ihre langjährige diakonische Arbeit in Siebenbürgen erhielt Margarethe Goebel am 25. Februar das Bundesverdienstkreuz am Band der Bundesrepublik Deutschland. Überreicht wurde die Ehrung von Torsten Albig, dem Ministerpräsidenten des Bundeslandes Schleswig-Holstein. An der feierlichen Zeremonie im Kieler Schloss nahmen von Seiten der  Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien Hauptanwalt Friedrich Gunesch und der Karlsburger Stadtpfarrer Gerhard Wagner.

Die 84-jährige Margarethe Goebel engagiert sich seit rund vier Jahrzehnten in der evangelischen Gemeinde in Mölln. „1976 lernte Margarethe Goebel die deutschstämmigen Siebenbürger Sachsen in Rumänien durch eine Leserreise zu den dortigen Kirchenburgen kennen“, erinnerte Ministerpräsident Albig in seiner Laudatio. Die Linderung der Nöte der Menschen in Sienbenbürgen habe seitdem viel Platz in ihrem Leben eingenommen. Margarethe Goebel wiederholte laut Albig diese Informationsreisen von 1977 bis 1979 in eigener Regie und baute sie von 1980 bis 1990 zu Studienfahrten mit Kontakten zu 82 Gemeinden aus. Daneben habe sie einen über ganz Deutschland von der Schweiz bis nach Dänemark verteilten Freundeskreis aufgebaut, der sich ihren Studienreisen und ihren Hilfsaktionen unter dem Dach des Martin Luther-Bundes anschloss.

„Unter der Leitung von Margarethe Goebel wurden Gelder für Lebensmittel-Paketaktionen gesammelt, die monatlich zum Überleben während der kommunistischen Herrschaft in Rumänien beigetragen haben“, sagte Albig, „Nach 1990 kümmerte sich Goebel insbesondere auch um die nicht ausgewanderten älteren Menschen gekümmert und richtete ihre Hilfen auf Altenheime, die diakonische Arbeit, die Hospizarbeit und die häusliche Krankenpflege“. Goebel habe die Transporte über Jahrzehnte selbst begleitet und von 1983 bis 2000 Zuwendungen in Höhe von 1,9 Millionen DM gesammelt, denen später noch 500.000 Euro folgten.

Trotz ihres fortgeschrittenen Alters ist Margarethe Goebels Engagement für die Menschen in Siebenbürgen ungebrochen. Ihre Arbeit wurde am vergangenen Sonntag im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Kirchengemeinde Lassahn in Mecklenburg-Vorpommern gewürdigt. „Von Hermannstadt/Sibiu über Mediasch, Schäßburg/Sighişoara und bis Kronstadt/Braşov haben viele evangelische Kirchenbezirke, Kirchengemeinden, Anstalten und Personen Geld, Lebensmittel, Kleidung, Medikamente und Hilfsmittel erhalten, so dass Armut, Krankheit und Bedürftigkeit in Grenzen gehalten werden konnten“, teilte Bischof Reinhart Guib in seinem schriftlichen Grußwort mit. An dem Gottesdienst nahm der Dechant des Kirchenbezirks Hermannstadt, Dietrich Galter, teil.

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