„Verkaufsschlager sind die Wagen der X-Klassen“

Gespräch mit Werner Wolff, Leiter des BMW-Autohauses Banat Car

Donnerstag, 23. Februar 2012

Foto: Privat

Es war für Werner Wolff (35) so etwas wie Heimkehr und Rückkehr in einem, als er Anfang 2012 die Temeswarer Niederlassung des Autohauses Automobile Bavaria übernommen hat. Der in Kronstadt geborene und bei der BMW AG in Deutschland ausgebildete Wolff hatte bereits 2004 Banat Car aufgebaut, nun leitet er erneut diese Filiale und seine Familie lebt seit zweieinhalb Jahren in Temeswar. Banat Car belegt derzeit landesweit Platz vier unter den Niederlassungen der Automobile Bavaria, er möchte sie auf Platz eins hinter die hauptstädtische Niederlassung der Firma führen. Über den neuen Job und über den Automarkt sprach Siegfried Thiel mit Werner Wolff.

 

 

Herr Wolff, generell gehen die Verkaufszahlen auf dem Automarkt zurück. Vergleichen Sie bitte die Ergebnisse bei Banat Car von 2011 mit Ihren Vorhaben für das Jahr 2012.

 

Aufgrund der nationalen Position von Automobile Bavaria als Händlergruppe und weil Banat Car innerhalb dieser Gruppe eines der größten und stärksten Mitglieder ist, gehen wir davon aus, dass wir durch die Strategie, die von Bukarest aus organisiert wird, auch dieses Jahr gegenüber 2011 wachsen werden. 

 

Neue Besen kehren bekanntlich gut. Was haben Sie neu in die Firma mitgebracht?

 

Ich würde mal so sagen: Kompetenz sollte eine Firma mit nach vorne bringen und diese Kompetenz bringe ich  mit aufgrund langer Erfahrung. Es sind jetzt 18 Jahre im BMW-Bereich. Ich bin jetzt nun schon seit neun Jahren bei Automobile Bavaria und davor war ich bei der BMW AG, wo ich auch meine Ausbildung abgeschlossen habe. Ich gehe stark davon aus, dass wir unsere Stärken als Team in den Vordergrund stellen werden.

 

 

 

Wieviel und was können Sie hier von dem umsetzten, was Sie sich im Ausland angeeignet haben?

 

Eigentlich alles. Die Erfahrung im Ausland war sehr wichtig. Natürlich ist der rumänische Markt von dem ausländischen etwas differenziert. Vor allem durch das Personal, das ständig wechselt, das ständig geschult werden und in die richtige Richtung geschoben werden muss. Auf der anderen Seite sind die Mentalitäten im Westen und Osten unterschiedlich und mit all dem muss mal klarkommen können. 

 

Es wird international aber auch national zusehends vom Elektroauto, vom Öko-Auto gesprochen. Trotzdem ist das Angebot in diesem Segment – wenn man zu den Autobauern schaut - weiterhin dürftig. Kommentieren Sie!

 

Es ist klar: BMW kann die Produkte früh auf den Markt bringen, doch die sind noch nicht ausgereift. BMW wird mit dem I3 und dem I8 ein richtiges Zeichen setzen. Das sind Hybridfahrzeuge, die auch auf Elektrobasis laufen und in Zusammenhang mit dem koventionellen Treibstoff dann ein gutes Ergebnis erzielen werden.  

 

Welches sind eigentlich die Käufer von BMW-Autos. Kann man die irgendwie kategorisieren?

 

Generell sind es zu 98 Prozent Geschäftsleute, die Fahrzeuge im Leasing-Verfahren kaufen. Bekanntlich sind es im Westen um die 95 Prozent. Die restlichen zwei Prozent in Rumänien sind Privatleute, die das Geld dazu auch haben.

 

 

 

Welches sind denn die Verkaufsschlager derzeit bei Banat Car? Sind das neue teure Autos, neue billige, gebrauchte teure, oder gebrauchte billige?

 

Am meisten verkauft werden die Fahrzeuge der X-Klassen. X5, X6 und X3. Danach kommen die restlichen. Wir sprechen von ganz neuen und richtig teuren Wagen. D.h. Der Durchschnittswert ist in Rumänien noch immer zwischen 5-10.000 Euro höher als in Deutschland.

 

Blicken wir ein wenig in die Zukunft. Wie wichtig ist, dass Firmen ab nun die Mehrwertsteuer beim Kauf erneut abschreiben können. Wird dies die Verkaufszahlen fördern?

 

Es ist so, dass die Mehrwertsteuer nur dann verrechnet werden kann, wenn das Fahrzeug im Leasing-Verfahren gekauft wird. Wenn ein Leasing auf Minimum ein Jahr festgesetzt ist, was eigentlich gesetzlich geregelt ist, dann kann man die MwSt komplett abschreiben. Bei Barzahlung ist dies nicht der Fall und deshalb haben wir auch hier den Trend, der im Westen ist, wir die meisten Wagen über Leasing verkaufen.

 

Ist ein eigener Service in einem Autohaus notwendig, oder ist es nur eine kostenaufwendige Sache, die mit der Psychologie zusammenhängt und dem Kunden eine gewisse Sicherheit geben soll?

 

Wenn kein Service vorhanden ist, besteht das Risiko, dass der Kunde sich umorientiert auf seine Lieblingsmarke verzichtet und  dann zu dem geht, der den Service zu bieten hat. Das erste Fahrzeug wird vom Verkauf abgegeben, das zweite und dritte Fahrzeug wird über den Service verkauft. Ohne Service hat man keine Chance, langfristig auf dem Markt zu überleben.

 

Es gibt beim Autoverkauf reihenweise Vergünstigungen, Paketangebote usw. Wann ist eigentlich die Schmerzgrenze erreicht?

 

Solche Pakete gibt es auch bei uns. Meistens geht es dabei um Fahrzeuge älterer Generation. Diese brauchen keinen so viel an technischer Ausstattung und somit ist es uns auch möglich, einen anderen Preis zu bieten. Aufgrund dessen, dass die neuen Fahrzeuge sehr aufwendige und kostspielige Ausstattungen brauchen, ist es klar, dass wir da keinen Rabatt machen können.

 

Die Volkszählung vom vergangenen Herbst hat es gezeigt: Die Bevölkerung veraltet, viele der jüngeren Generation gehen ins Ausland. Diese Prozesse sind scheinbar nicht zu stoppen. Wann wird die, die Automobilindustrie und auch der Absatz dies effektiv zu spüren bekommen?

 

Weil in Rumänien generell derzeit maximal 6.000 neue Premiumfahrzeuge pro Jahr verkauft werden, betrifft dies uns weniger. Weil unsere Kunden meist Geschäftskunden sind und diese Firmen gibt es. Meist auch Firmen, die auch international tätig sind und die sind auf jeden Fall stabil. 

 

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