Verlassen und dem Verfall nahe

Ein einziges staatliches Ferienlager im Kreis Kronstadt

Samstag, 28. Juli 2018

Die Zeiten, in denen tausende Kinder aus dem ganzen Land mit dem Zug nach Kronstadt anreisten, um im Sommer eine oder zwei Wochen in einem der vielen Ferienlager aus der Umgebung zu verbringen, sind längst vorbei. Heute gibt es im Kreis Kronstadt nur noch ein einziges staatliches Ferienlager mit einer Kapazität von 70 Plätzen: in Predeal. Doch dieses hat Konkurrenz von den vielen privaten Ferienlagern in der Region, die nun Camps genannt werden und außer Verpflegung und Übernachtung ein volles Programm für die jungen Gäste bieten. Bernhardiner spazieren führen, auf Ponys reiten, Theater spielen, Schwimmen, Kochen, Orientierungsstrategien lernen, Zelte aufbauen - all das gehört zum Alltag in einem modernen Camp.  Ob in Bran-Moeciu, Fundata, Predeal, Rosenau/Râșnov oder in der Schulerau/Poiana Brașov: Sowohl im Winter als auch im Sommer sind sie sehr gefragt. Die alten Ferienlager, die vor der Wende von vielen Kindern heiß begehrt waren, sind heute verlassen und dem Verfall nahe. Einige von ihnen befinden sich seit Jahren in Rückerstattungsprozessen, im Fall der anderen tun die Lokalbehörden nichts, obwohl es in den letzten Jahren mehrere Versprechen diesbezüglich gab.


Während des Kommunismus wurden im Kreis Kronstadt zehn Ferienlager eröffnet. Davon ist jetzt nur noch ein einziges in Betrieb: das Ferienlager in Predeal. Eine Woche hier zu verbringen kostet etwa 500 Lei pro Kind, Übernachtung und Verpflegung inbegriffen.
Laut Vertretern des Kronstädter Amts für Jugend und Sport, die das Ferienlager in Predeal verwalten, werden hier ab August Kinder erwartet. Anfang des Sommers wurden verschiedene Reparaturarbeiten am Gebäude vorgenommen, das sich nicht gerade im besten Zustand befindet.


Bis 1989 verbrachten die Kinder ihre Sommer in den Ferienlagern in Dâmbu Morii, Untertömösch/Timișul de Jos, Obertömösch/Timișul des Sus (hier gab es ein internationales Ferienlager), Predeal oder Sâmb²ta de Sus. Nach der Wende schloss eines nach dem anderen seine Pforten.


Der rumänische Staat hat den Kronstädter Lokalbehörden die Ferienlager im Gebiet Timiș und Dâmbu Morii überlassen, damit diese saniert werden und anschließend genutzt werden können. Vor vier Jahren gaben die Vertreter des Kronstädter Bürgermeisteramts bekannt, dass die Ferienlager von Dâmbu Morii und Untertömösch în Kürze wieder funktionsfähig sein werden. Doch die Jahre sind vergangen, und die Gebäude haben sich fast in Ruinen verwandelt. Die ehemaligen Ferienlager, in deren Gebäuden einst mehrere Hundert Kinder ihre Sommer- oder Winterferien verbrachten, bieten heute einen ziemlich traurigen Anblick.


„Diese Ferienlager sind seit Jahren dem Verfall nahe, und niemand hat dafür Interesse gezeigt. Wir müssen sie komplett renovieren, damit die Kinder sich daran erfreuen können“, erklärte im Jahr 2014 Bürgermeister George Scripcaru. Das Ferienlager in Dâmbu Morii hat eine Gesamtfäche von 1,83 Hektar, das aus Untertömösch 0,8 Hektar. In einem dieser Ferienlager hatten die Lokalbehörden vor, eine Mikro-Farm einzurichten. Im Plan waren auch Spiel- und Sportplätze. Bis heute stehen diese Pläne nur auf dem Papier. Nichts Konkretes ist passiert, es blieb allein das Versprechen.


Andererseits haben die privaten Ferienlager großen Erfolg bei Kindern und Eltern. Das Sommercamp für Pfadfinder aus Zărnești, wo die Kleinen Überlebensstrategien erlernen, ihre Ängste überwinden, indem sie mit der Gleitseilbahn fahren, im Wald zelten und auf Berge klettern, ist eines der gefragtesten in dieser Gegend. Eine Woche inklusive Übernachtung und Verpflegung kostet pro Kind 1450 Lei. Auch manche Hotels in der Schulerau organisieren Ferienlager. Während einer Woche besuchen die Kinder das Zentrum Kronstadts, das Schloss Törzburg/Castelul Bran, den Sankt-Annen-See, die Rosenauer Bauernburg und den Bulea-See im Fogarascher Gebirge, unternehmen Wanderungen auf dem Schu-ler/Postăvaru, grillen im Freien, absolvieren einen Kochkurs und verbringen Nachmittage am Pool. Die Kosten für eine Woche betragen 300 Euro.

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