Vermögensrettung durch Scheidung?

Inhaftierter Insolvenzrichter Maldea trennt sich von seiner Ehefrau

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Reschitza/Bukarest – Nicuşor Maldea, der von der Staatsanwaltschaft des Obersten Gerichts- und Kassationshofs ÎCCJ in Bukarest in Untersuchungshaft gehaltene Insolvenzrichter aus Reschitza, hat seine Zustimmung zur Scheidung von seiner Ehefrau gegeben. Die  Scheidung ist von seiner Frau eingereicht worden. Zum ersten Gerichtstermin ließ die ÎCCJ-Staatsanwaltschaft Maldea nicht anreisen. Es besteht die nicht ganz unbegründete Vermutung, dass die Scheidung strategisch das Ziel der Rettung wenigstens eines Teils des Vermögens der Familie Maldea verfolgt, weil der Insolvenzrichter nahezu seine ganzen Liegenschaften entweder mit seiner Schwester, oder mit seiner Frau zu gleichen Teilen besitzt. Es handelt sich um zwei Häuser (eines mit einer umbauten Fläche von 600 Quadratmetern), zwei Appartements und mehrere bebaubare Grundstücke in Reschitza und in Prisaca bei Karansebesch, Gemälde (Schätzwert: 20.000 Euro) sowie Bankeinlagen. 

Im Sommer dieses Jahres waren ÎCCJ- und DIICOT-Staatsanwälte beim Reschitzaer Kreisgericht Karasch-Severin erschienen und hatten das Büro des Insolvenzrichters Nicuşor Maldea sowie anschließend seine Häuser durchsucht. Sie gingen der Vermutung nach, dass Maldea der Kopf eines Schwindlerrings sei, der sich mit Insolvenz- und Pleitenbetrug befasste. Dem Ring gehörten laut Staatsanwälten auch die Inhaber mehrerer Insolvenzverwaltungsfirmen an, vor allem die Familie um Ion Tudor (Vater, Tochter, Ehefrau). Sie verscherbelten in einer Art „Spindelsystem“ das Vermögen insolventer oder pleitegegangener Firmen und ließen dabei auch dem Richter „sein Recht“ zukommen, wie sich das in Verbrecherkreisen gehört. Gegen Maldea, Tudor und Konsorten bereitet die Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift vor, in welcher ihnen Bildung einer organisierten Verbrechergruppe, Schmiergeldgabe und –nahme, Komplizenschaft bei falschem Bankrott und vorgeblichen Pleiten, Fälschung und Amtsmissbrauch vorgeworfen wird. Laut Angabe der Staatsanwaltschaft befand sich die Gruppe seit 2008 unter dem Monitoring der einschlägigen Verfolgungs- und Beobachtungsorgane.



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