Verschworene Singgemeinschaft mit zweiter CD

Weihnachtslieder in Siebenbürgen mit dem Kirchenchor Malmkrog

Samstag, 22. September 2012

Unter den wenigen dörflichen Kirchenchören, die es zur Zeit in der Evangelischen Landeskirche Siebenbürgens noch gibt, ist der Malmkroger Chor eine Ausnahme: Er singt immer noch allwöchentlich im Gottesdienst und lässt sich im wahrsten Sinn des Wortes nicht unterkriegen. Nun präsentiert diese verschworene Singgemeinschaft ihre zweite CD, aufgenommen an einem sommerlichen Nachmittag in der Malmkroger Kirche durch den jungen Tonmeister Volker Arnold.  Zu beziehen ist die CD beim Pfarramt der Gemeinde, Tel: 0269/448641, E-Mail: malmkrog@evang.ro.

Wer diese CD in Händen hält, wird schon optisch auf etwas ganz Eigenartiges eingestellt. Auf der Vorderseite ist die Geburtsszene der uralten, berühmten, naiven Wandmalerei im Chorraum der Malmkroger Kirche abgebildet. Sie präsentiert ernst blickende Gestalten: Maria, Joseph, das Kind und eine Magd; Ochs und Esel aber lächeln im Heuhaufen. Auf der Rückseite sieht man die winterlich verschneite Kirche im Abendlicht und ein kleines Bild des tapferen Chores während der Aufnahme. Die sechzehn Mitglieder singen vierzehn weihnachtliche Lieder ganz verschiedener Stilrichtungen. Altes und Neues, Überliefertes und Unbekanntes reiht sich aneinander. Ein buntes und großes Repertoire für einen so kleinen Chor!

Dazwischen spielt Organistin Liv Müller aus dem nahen Reichesdorf vier bekannte Weihnachtslieder auf der Malmkroger Orgel. Hier und da lässt das Instrument hören, dass es nicht ganz funktionstüchtig ist. Mit Hingabe singt der Chor, was schon lange zu seinem Repertoire gehört: „Horch, horch“ oder „Deinen Königsthron“, zwei beliebte Lieder unbekannter Autoren. Aber das gleiche Engagement spürt man beim Anhören des Eingangsstücks „Jetzt fangen wir zum Singen an“ oder der neuen Chorlieder „Jauchzet, ihr Himmel“ und „Ein Lied klingt durch die Welt“. Dem Malmkroger Kirchenchor ist es ernst mit dem Singen. Die Texte, auch wenn es viele Strophen sind, versteht man deutlich, es wird nicht schleppend, manchmal richtig schwungvoll und mit sauberer Intonation gesungen.

Auf dieser CD ist vieles, was zum Weihnachtsfest in Malmkrog „unbedingt“ dazugehört, in einer ehrlichen und begeisterten Interpretation zu hören. Sie geht zu Herzen. Und spätestens am Schluss, wenn das von der Orgel gespielte „O du fröhliche“ einmündet ins Geläute der Malmkroger Glocken, die leiser und leiser werden, klingt auch in hartgesottenen Musik-Profis eine Saite an, die nur von einem einzigen Fest im Jahr zum Klingen gebracht wird: Weihnachten!

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