Vertreter trafen sich zur 83. Landeskirchenversammlung

Landeskonsistorium beschließt Solidaritätsresolution zur Flüchtlingskrise und bietet dem Staat Unterstützung an

Mittwoch, 18. November 2015

Die LKV ist das höchste Gremium der EKR. Sie beschließt über die wichtigsten Entscheidungen bezüglich kirchlicher, rechtlicher und budgetärer Fragen. Etwa ein Drittel der fünfzig LKV-Mitglieder sind Theologen. Die LKV wird entsprechend der Kirchenordnung mindestens einmal jährlich einberufen. Ihre Sitzungen sind öffentlich.
Foto: Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien

Hermannstadt – Am Samstag trafen sich die Vertreter der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR) zu ihrer 83. Landeskirchenversammlung (LKV) in Hermannstadt/Sibiu. Zum ersten Mal tagte das höchste Kirchengremium dabei im Oberen Sitzungssaal des Bischofspalais am Sitz des Landeskonsistoriums in der Sporergasse. Mehr als fünfzig Delegierte und Ehrengäste aus Rumänien und dem Ausland nahmen an der Versammlung teil. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Debatten und Beschlüsse über die Zusammenarbeit der EKR mit der bundesdeutschen „Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ und dem „Verband der Heimatortsgemeinschaften“ sowie eine Neuordnung des „Kirchlichen Nachhaltigkeitsfonds“. Des weiteren präsentierte Landeskirchenkurator Professor Friedrich Philippi die Bilderausstellung „Kuratoren unserer Kirche“.

Ungeachtet aller Populismen nach den Terroranschlägen in Paris von vergangenem Freitag und Papst Franziskus, der mit seiner kriegerischen Rhetorik über einen Dritten Weltkrieg - nicht zum ersten Mal in diesem Jahr - genau das provoziert, was er „einigen Menschen“ vorwirft, nämlich ein Klima des Krieges zu schüren und den Zusammenstoß verschiedener Kulturen herauszufordern, beschloss das Landeskonsistorium eine Solidaritätsresolution zur Flüchtlingskrise. In dieser zeigt sich die EKR bereit, den rumänischen Staat bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen zu unterstützen.

Wörtlich heißt es: „In der Nachfolge unseres Herrn Jesus Christus sehen wir uns als Evangelische Kirche A.B. in Rumänien und als evangelische Christen gerufen, unsere Stimme zu erheben und mit Taten zu bezeugen für die Menschen, die unter Verfolgung, Gewalt und Hunger leiden. In der Gewissheit, dass Gott alle Geschöpfe gleich liebt, und auf der Grundlage unseres christlichen Glaubens und unserer mitmenschlichen und christlichen Verantwortung können wir nicht wegsehen, wenn viele Menschen nach Europa fliehen, um hier Sicherheit und Zuflucht zu finden. Wir sind dankbar, dass unsere Vorfahren im 20. Jh. überall, wohin sie auf der Flucht, in Kriegs- und wirtschaftlichen Notzeiten kamen, gut aufgenommen und zu treuen Bürgern ihres Aufnahmelandes wurden.“

Weiterhin kritisiert die EKR in ihrer Resolution Populismus, Xenophobie und Rassismus, denn „wir sehen die Sorgen und Befürchtungen, die sich in der Gesellschaft breit machen“, doch „durch gemeinsames und solidarisches Handeln können wir den populistischen Stimmen, die den Fremdenhass und Rassismus schüren, wehren und so zu einem sicheren, menschenfreundlichen, toleranten, verständnisvollen und im Ausland angesehenen Rumänien beitragen.“

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 18.11 2015, 21:18
also aus sächsischer Sicht war es wahrscheinlich seit Jahrzehnten noch nie besser, bezüglich Fremdenhass und Nationalismus. Bei den meisten Rumänen hat ein echtes Umdenken eingesetzt und man wird als Sachse so gut wie gar nicht mehr diskriminiert. Die meisten sind eher sogar neugierig und freuen sich, wenn sie einen kennen lernen, vorausgesetzt man ist selber aufgeschlossen und redet mit ihnen. Ein paar bornierte Sturschädel gibt es natürlich immer noch, aber die tun einem auch nichts. Die schimpfen höchstens einmal über die Ungarn, aber selbst da wird's besser. Den Leuten wird mehr und mehr bewusst, dass wir alle Europäer sind, oder in Siebenbürgen eben alle Siebenbürger, egal welcher Ethnie und dass wir zusammenhalten müssen, weil in anderen Teilen der Welt die Leute uns nicht ganz so wohlgesonnen sind.

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