Veruntreuung bei Investmentfonds

Manipulation des Kapitalmarkts und Geldtransfers in Offshores untersucht

Dienstag, 06. Januar 2015

Die Staatsanwälte der Ermittlungsbehörde zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Terrorismus (DIICOT) haben kürzlich in Bukarest, in den Verwaltungskreisen Ilfov und Arad in Wohnungen und Firmengebäuden Hausdurchsuchungen durchgeführt. Sie verdächtigen eine Gruppe, bestehend aus 25 Personen, das Vermögen der Investmentfonds SIF Banat-Crişana SA (Kürzel: SIF 1) und SIF Muntenia SA (Kürzel SIF 4) veruntreut und Gelder durch Vermittlung von Offshore-Firmen auf eigene Konten überwiesen zu haben, bzw. den Kapitalmarkt in verbrecherischer Absicht manipuliert zu haben.

„Recycling“ von veruntreutem Geld

Laut einem DIICOT-Kommuniqué haben die Ermittler in der Hauptstadt, in den Verwaltungskreisen Ilfov und Arad insgesamt 31 Hausdurchsuchungen vorgenommen. Es ging ihnen dabei um die Zerschlagung einer Gruppe, die sich auf die Manipulation des Kapitalmarkts, die Veruntreuung von Geld und Geldwäsche spezialisiert hatte.
Im selben DIICOT-Kommuniqué heißt es, dass die Verbrecherbande in der Zeitspanne 2012-2014  von SIF Banat Crişana SA mit Sitz in Arad und von SIF Muntenia SA mit Sitz in Bukarest durch Aneignung und Weiterversendung diverse Geldsummen unterschlagen hat. Später wurden die veruntreuten Gelder durch Vermittlung von Offshore-Firmen, die von denselben Mitgliedern der Gruppierung kontrolliert wurden, ‘recycelt‘, wodurch deren Herkunft verschleiert werden sollte.

Verschleierungstaktiken der Geldflüsse

Die Staatsanwälte erklärten des Weiteren, dass sich die Gruppe gewisser Personen bedient habe, die ihren Wohnsitz nicht in Rumänien hatten, aber auch gewisser Firmen, die in Rumänien registriert sind, deren Gesellschafter Advokaten sind, die für die Gruppe Gesellschaftsanteile an SIF 1 hielten. Das sollte den Mitgliedern der Gruppierung die Möglichkeit bieten, sich einem eventuellen Urteil wegen Konzentration von Gesellschaftsanteilen zu entziehen, eine Straftat, die unter Art 2861 des Gesetzes 297/2004 vorgesehen ist, aber auch die Möglichkeit, die Herkunft der veruntreuten Gelder zu verschleiern.

Die DIICOT-Staatsanwälte gehen auch dem Verdacht nach, dass die Mitglieder der Gruppe sich mit der Manipulation des Kapitalmarkts beschäftigt haben, indem sie am 12., 13. und 14. September 2013 diverse Transaktionen an der Bukarester Wertpapierbörse (BVB) durchgeführt haben. Durch diese sei „der Börsenmechanismus schwer geschädigt“ worden, weil die betreffenden Transaktionen das Ziel verfolgt haben, den Preis der Aktien von SIF 1 stark in die Höhe zu treiben, „bis auf ein Niveau, das weit über jenem des Hauptmarktes lag, wodurch gefälschte Signale lanciert wurden bezüglich der Nachfrage und des Preises der Finanzinstrumente“, mit der Folge, dass, im Anschluss an die Manipulationen auf dem Dealermarkt, der Preis der betreffenden Aktien aufs ursprüngliche Niveau fiel.“ Dies sei ein klares Zeichen der Kapital- oder Börsenmanipulation.

Hohe Profiterträge

Zu den wichtigsten Aktionären des Investmentfonds SIF Banat Crişana SA zählen Dragoş Bîltenu, Mitglied im Verwaltungsrat von Romenergo, und der Verwaltungsratsvorsitzende von Romenergo, Al Lakis Najib, aber auch die von Romenergo kontrollierte Industrialexport SA. Sie kontrollieren gemeinsam fünf Prozent des Gesellschaftskapitals von SIF 1. Größter Einzelaktionär von SIF 1 ist  Ioan-Alin Tatu, der direkt bzw. über die Gesellschaft Premium SRL 5 Prozent von SIF 1 kontrolliert. Zu den bedeutenderen Gesellschaftern von SIF 4 (Muntenia) gehört ein gewisser Gheorghe Iaciu, der eine Gruppe von Personen und Firmen anführt, die 5 Prozent des Gesellschaftskapitals von SIF 4 halten.

Transaktionen von SIF 1 und SIF 4 sind an der Börse wiederholt gestoppt oder suspendiert worden, wobei immer entsprechende Ansuchen an den Fiskus vorausgeschickt wurden. An sich gehören die beiden Investmentgesellschaften zu den profitabelsten Anlagemöglichkeiten im rumänischen Börsengeschäft, wobei SIF Muntenia SA mit einem Profitertrag von über 31 Prozent führend ist, während es SIF Banat-Crişana in derselben Zeitspanne Januar-Oktober 2014 auf einen Profitertrag von 22 Prozent brachte. Trotz des hohen Profitertrags lag der Discount zu den Netto-Aktiva bei SIF Banat-Crişana in derselben Zeit bei 56 Prozent – dem höchsten unter allen Territorialen Investmentgesellschaften.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 07.01 2015, 04:06
Verstanden habe ich die Schilderungen nicht ganz aber ich kann mir folgendes Vorstellen :
Eine Gruppe organisierter Krimineller manipuliert an der Börse Bukarest mit dem Ziel, bestimmte börslich notierte Vermögensfonds zu schädigen und sich das entzogene Vermögen durch diverse Vertuschungs -Transaktionen u.a. unter Einbeziehung üblicher Instrumente - wie z.B. Off-Shore- Vehikel anzueignen. Aber um eine sklar zu sagen : Hierzu muß es aber für der Mafia Partner bei den Vermögensverwaltern der Fonds gegeben haben ! Diese sind zu identifizieren und fest zu setzen !

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