Vier Wassermühlen zerstört

Erste offizielle Schadenserhebungen nach den Überschwemmungen im Südbanat

Freitag, 19. September 2014

Reschitza – Den kulturgeschichtlich größten Schaden haben die schweren Regenfälle vom Beginn dieser Woche im UNESCO-Reservat der 22 Wassermühlen im Tal des Rudăria-Baches bei Eftimie Murgu angerichtet. Vier der Mühlen sind laut Bürgermeister Ilie Imbrescu vom Hochwasser zerstört worden, weitere zehn müssen dringend repariert werden. den Gesamtschaden schätzt das Rathaus der Gemeinde Rudăria/Eftimie Murgu auf 300.000 Lei, „wobei der wahre Schaden an den kulturgeschichtlich bedeutsamen und heute noch aktiv genutzten Wassermühlen von einem autorisierten Experten geschätzt werden müsste“.

Die Wassermühlen von Rudăria/Eftimie Murgu werden heute noch nach dem System der gegenseitigen Hilfeleistung und der straffen Organisierung der Wehrbauern der Grenzregimenter im Regelsystem des 18. Jahrhunderts verwaltet und genutzt, aufgrund der militärischen Züge, mit Zugführer, wobei ein Zug grundsätzlich mit einer Dorfstraße (zehn bis 14 Häuser) identisch ist. Sie sind in gemeinsamem Besitz des „Zugs“, haben eigene Namen und seit Generationen den selben Standort. In der Regel kommt der „Zug“ auch für ihre Instandhaltung auf, ebenso wie für die Pflege und Instandhaltung der Umleitungskanäle des Wassers für ihren Antrieb und für die Anschaffung und Pflege der gesamten Aggregate (die meist aus bestimmten Hölzern geschnitzt sind) sowie der Mühlsteine. Gemahlen wird in diesen Mühlen gewöhnlich Mais, ebenso wie das Brot aus Maismehl (mit gebratenem Räucherspeck und Schafkäse) zu den Delikatessen dieses Raums gezählt wird.

In der Gemeinde selber sind 18 Häuser und nahezu alle Hausgärten, die an den Rudăria-Bach grenzen, unter Wasser gesetzt gewesen. Der Rudăria-Bach, der seine Quelle rund 17 km oberhalb der Ortschaft hat und der auf Gemeindegebiet im Jahrsdurchschnitt eine mittlere Wassertiefe von 0,50 m aufweist, war am Montag auf 5 Meter und zu einem reißenden Fluß angeschwollen. Als der Schadenbericht der Gemeindeleitung Präfekt Silviu Hurduzeu überreicht wurde, versprach dieser, sich bei der Regierung und beim Ministerium für Kultur und Kulturgut stark zu machen, um eine Regierungshilfe für die schwer betroffene Gemeinde zu erhalten.

Aus den weiteren Schadenerhebungen, die von der Präfektur gefordert wurden, geht hervor, dass gegenwärtig nur noch zwei schwer reparierbare Zerstörungen übriggeblieben sind: eine zerstörte Brücke über einen Bach, der zwischen Berzasca im Verwaltungskreis Karasch-Severin und Sviniţa im Verwaltungskreis Mehedinţi in den Donaustausee mündet (und für deren Wiederinstandsetzung eine Ausschreibung organisiert werden muss), und die Eisenbahnlinie Bukarest Temeswar im Abschnitt Valea Cernei, die von zu Flüssen angeschwollenen Rinnsalen unterspült ist, wodurch Umleitungen des Bahnverkehrs zwischen Karansebsch und Orschowa, über Lugosch – Ilia5 Deva – Petroschen nötig sind, was einer Verlängerung der Zugfahrten zwischen Temeswar und Bukarest um mindestens 90 Minuten entspricht.

Auch hier wird eine Ausschreibung zur Reparatur der zerstörten Eisenbahnlinie nötig sein. Wegen der zerstörten Brücke an der Nationalstraße 57 Neumoldowa-Orschowa entlang des Donaustausees ist ein Umweg von rund 150 km über Eşelniţa und das Almăj-Tal über Steierdorf-Orawitza nötig.

Alle neun anderen Kreis- und Nationalstraßen, die Montag und Dienstag wegen Überschwemmungen gesperrt waren, sind inzwischen wieder befahrbar, teilt die Verkehrspolizei in Reschitza mit. Zerstört oder teilzerstört haben die Regenfälle dieses Wochenanfangs laut polizeilichen Angaben im Südbanat 29 Wohnhäuser und 87 Wirtschaftsbauten, überschwemmt worden sind 160 Hektar Ackerland und Heuwiesen.

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