Vizepremier Liviu Dragnea: Chinesen wollen Reaktoren in Cernavodă bauen

Geplant sind auch Investitionen in Wasserkraftwerke und Eisenbahninfrastruktur

Mittwoch, 25. Juni 2014

Die geplanten Projekte haben laut Liviu Dragnea einen Gesamtwert von mehr als zehn Milliarden Euro.
Archivfoto: Christian Binder

Bukarest (ADZ) - Die chinesische Industrie- und Handelsbank will mehrere Projekte in Rumänien finanzieren, so wie das vor einem Jahr von den Premierministern beider Länder vereinbart wurde, sagte Vizepremier Liviu Dragnea nach einem Treffen mit dem Präsident der Industrie- und Handelsbank, Huiman Yi. Es handelt sich unter anderem um den Bau der Reaktoren 3 und 4 im Kernkraftwerk Cernavodă. Dort soll weiterhin die CANDU-Technologie wie bereits bei den ersten beiden Reaktoren verwendet werden. Auch weitere Projekte im Energiebereich will die chinesische Seite finanzieren, darunter das Wasserkraftwerk Tarniţa-Lăpuşeşti und andere Wasserkraftwerke. Auch Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur sind angedacht, etwa der Bau eines Hochgeschwindigkeitszugs. Auch eine Investition in einen großen Windpark sowie Investitionen in die Landwirtschaft und dem Heizkraftwerk Rovinari sind geplant. Die Projekte haben nach Angaben von Vizepremier Liviu Dragnea einen Gesamtwert von mehr als zehn Milliarden Euro. Als erstes soll in diesem Herbst Rovinari starten, anschließend Cernavodă. Es sei an der Zeit, dass die jahrelangen Verhandlungen mit China Früchte tragen, sagte Dragnea. Die chinesischen Investitionen würden für Investitionen in der rumänischen Industrie sorgen, ebenso Tausende Arbeitsplätze schaffen und die energetische Unabhängigkeit des Landes festigen.

Kommentare zu diesem Artikel

Deutscher, 29.06 2014, 11:19
Interessanter Artikel, jedoch aus meiner Sicht mit einer einseitigen Darstellung der Sache. Wenn man sich die Aktivitäten der Chinesen in Afrika ansieht, läuft das sicher ähnlich wie in RO, jedoch bekommen Chinesen im Gegenzug Visas, damit hier weiter Geschäfte gemacht werden. Chinesen sind nicht dumm und investieren in Infrastruktur in anderen Länder, sie wollen auch was davon zurückbekommen. Und der Rumänische Staat ist froh wenn ausländische Investoren ins Land kommen.
Sraffa, 28.06 2014, 02:38
Chinesische Technologie und AKW's ? Da kommen mir als ausländischen Investor grösste Sicherheitsbedenken.
Lars, 25.06 2014, 23:13
Cernavoda befindet sich in einem erdbebengefährdeten Gebiet, in direkter Nachbarschaft zur Donau unweit Bukarest - beste Voraussetzungen für ein AKW. Die CANDU-Technologie ist in Europa einmalig und technisch aufwendig. Die abgebrannten Brennstäbe werden seit auf dem Gelände zwischengelagert - ein Endlager ist nicht in Sicht. Ökologischer und Ökonomischer Wahnsinn!
Gerhard, 25.06 2014, 15:25
Erstaunlich ist es für mich, dass Rumänien die Atomtechnologie weiter ausbaut, obwohl das Land doch genug eigenen Strom bereits produziert. Wem möchte man den Strom verkaufen? Wir in Deutschland möchten keinen Atomstrom. Im Moment produzieren wir fast 30% aus erneuerbaren Energien. Wir versuchen die Altlasten zu reduzieren.
Gerade Rumänien täte gut daran, sich auch auf die Erneuerbaren zu konzentrieren, die im Übermaße in Ihrem Lande vorhanden sind.
Gruß aus Deutschland

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