Volkstanz im 21. Jahrhundert

Gleichgesinnte Jugendliche waren beim diesjährigen Tanzgruppentreffen der ADJ dabei

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Gruppenfoto vor der Festveranstaltung der deutschen Volkstanzgruppen. Foto: ADJ

Arad - Über 140 Teilnehmer aus dem ganzen Land zählte das diesjährige Tanzgruppentreffen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Jugendorganisationen in Rumänien (ADJ), das vom 23. bis 26. Oktober in Arad abgehalten wurde. Die jungen Mitglieder der Volkstanzgruppen versammelten sich bereits zum fünften Mal, um nicht nur die für ihre jeweilige Gegend typischen Tänze vorzuführen, sondern auch um neue einzustudieren und nicht zuletzt um die Jugendlichen aus anderen Regionen Rumäniens kennenzulernen. Die heurige Veranstaltung wurde von der ADJ in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Banat-JA“ aus Arad organisiert.

Die Pflege der Tradition der deutschen Tänze in Rumänien gehört zweifelsohne zu den sichtbarsten Zeichen der Tätigkeit der lokalen Organisationen des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien. In allen Regionen des Landes bestehen  zahlreiche Tanzgruppen, die meistens aus Jugendlichen, Mitgliedern der lokalen oder regionalen Jugendorganisationen, gebildet sind. Um diese zusammenzuführen, ihnen zu zeigen, dass es immer noch viele gleichgesinnte Jugendliche gibt, war das Ziel des ersten Tanzgruppentreffens, das 2010 in Temeswar/Timişoara stattfand. „Uns war es und bleibt uns wichtig, die typischen Tänze, die vor Jahrhunderten genau so wie jetzt getanzt wurden, zu erhalten. Gleichzeitig schrecken wir davor nicht ab, neue Tänze zu lernen“, erklärte Adelheid Simon, Leiterin der Tanzgruppe von „Banat-JA“ und gleichzeitig Vorsitzende der ADJ.

An neuen Tänzen hat es 2014 nicht gefehlt. Den Jugendlichen standen fünf Arbeitsgruppen zur Verfügung: rumänischer Volkstanz mit Alexandra Duma, Tango-Workshop mit Emil Rode, bulgarischer Tanz mit Adrian Cosilcov, Country-Dance mit Hansi Müller. Die letzte Gruppe widmete sich unter der Leitung von C²lin Hantiu dem zeitgenössischen Tanz. Am Samstagnachmittag führten dann die Teilnehmer sowohl die „mitgebrachten“ Tänze als auch die in Arad erlernten bei einer Festveranstaltung vor. Obwohl die Bühne geräumig war, konnte sie beim gemeinsamen Aufmarsch kaum alle Tanzpaare fassen. Nachdem die Gruppen aus Suceava, Schäßburg/Sighişoara, Sathmar/Satu Mare, Petersdorf/Petreşti, Warjasch/Variaş, Neupalota/Palota, Mühlbach/Sebeş, Hermannstadt/Sibiu und Arad ihre Tänze aufgeführt hatten, zeigten sie auch, was sie während der kurzen Zeit des Treffens lernen konnten.

Großen Anklang fand bei den Zuschauern der zeitgenössische Tanz zum von Elvis Presley interpretierten Lied „Muss i denn“. Begeistert klatschte das Publikum auch beim rumänischen, bulgarischen und dem amerikanischen Tanz. Zum Abschluss lud Hansi Müller alle 60 Paare auf die Bühne ein, wo sie gemeinsam „Bra{oveanca“ vorführten. „Es war schon ein besonderes Erlebnis, so viele Jugendliche zu sehen, die in ihrer jeweiligen sächsischen oder schwäbischen Tracht zu einer rumänischen Melodie tanzten“, meinte Müller. Den krönenden Abschluss des Treffens bildete ein Ball, den die aus Fünfkirchen/Pécs angereiste Band „Tornado“ zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht hat.

„Seit am Hermannstädter Brukenthalgymnasium sächsische Volkstänze als Wahlfach unterrichtet werden, machten wir die Erfahrung, dass solche Zusammenkünfte für die Jugendlichen besonders wichtig sind. Sie treffen sich mit den Gleichaltrigen aus anderen Gegenden des Landes, freunden sich an und werden darin bestätigt, dass die Volkstänze ihren festen Platz auch im 21. Jahrhundert haben“, sagt Cristina Sava, eine der Tanzgruppenleiterinnen am „Bruk“. Der besondere Dank der Organisatoren gilt, wie bereits seit Jahren, dem Bundesministerium des Inneren der Bundesrepublik Deutschland, dem Departement für Interethnische Beziehungen der Regierung Rumäniens sowie dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien, welche diese Veranstaltung durch die finanzielle Unterstützung überhaupt möglich gemacht haben.

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