Von 10.000 „Straßenkratern“ 73 gestopft

Kreisratsmitglied: „Alle Kreisratsmitglieder müssten zurücktreten“

Samstag, 01. September 2018

Reschitza - Paul Purea (PMP), ein aus Deutschland rückgesiedelter pensionierter Arzt und Kreisratsmitglied in Karasch-Severin, forderte auf der jüngsten Kreisratstagung alle Mitglieder des Kreisrats auf zurückzutreten, weil sie „nicht im Stande” seien, die Finanzierung der Reparatur der Kreisstraßen in die Wege zu leiten, „ja nicht einmal alle Straßen zu markieren, die seinerzeit von Frunz˛verde asphaltiert wurden”. Auf dem Straßenabschnitt Bozovici – Șopotu Nou, einer Hauptverkehrsstraße im Almăj-Tal, seien „von 10.000 Straßenkratern kaum 73 bislang gestopft worden”.
„Vergangenen Samstag war ich im Almăj-Tal unterwegs, dieses Fleckchen des Landkreises, das vom Herrgott am häufigsten bestraft wird, wenn es um medizinische Betreuung geht. Ich hab einmal die Löcher im Asphalt der dortigen Straßen gezählt: über zehntausend. Und ich konnte gerade mal 73 zählen, die frisch gestopft waren. Wenn ein Rettungswagen von Bozovici nach Șopotu Nou fahren muss, muss er noch 9927 Straßenlöcher passieren. Stellen Sie sich vor, was geschieht mit einem Patienten! Wie traumatisiert der im Krankenhaus ankommt. Wie lange geht das noch so weiter?!”
Die Flickarbeit an dieser Straße, die als „Reparatur” präsentiert und vom Kreisrat bezahlt wurde, sei eine „Herausforderung für die Bürger“. Wenn die Vertreter des Kreisrats nicht im Stande sind, das Stadium der Versprechen und der guten Absichten hinter sich zu lassen und zu konkreten Taten überzugehen, müssen sie eben den Hut nehmen und für andere Platz machen: „Wenn wir es nicht schaffen, lassen wir doch andere ran! Wir bringen bloß alles durcheinander. Wenn sich bis zur Septembertagung nichts ändert, stelle ich in aller Form den Antrag auf kollektives Zurücktreten aller Kreisratsmitglieder. Ehrlich: ich habe noch nie so enttäuschte und so wütende Menschen gesehen wie diesmal im Almăj-Tal – vielleicht war es bei der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft Anfang der 1950er Jahre so ähnlich... Hätte man nicht die Flickarbeit gemacht und dafür, mit demselben Geld, einen Kilometer ordentlichen Asphalt, wäre es ein Grund gewesen, dem Kreisrat ein Denkmal aufzustellen. Ich habe Frunzăverde nie besonders geschätzt, aber der hat wenig-stens ein paar Straßen bauen lassen. Wir sind nicht mal im Stande, die alten Straßen frisch zu markieren, die uns Frunz˛verde hinterlassen hat“.
Kreisratsvize Flavius Nedelcea antwortete (da Kreisratspräses Silviu Hurduzeu an der Kreisratstagung nicht teilnahm), bei der Direktion für Straßenbau gäbe es etwas Ersparnisse. Er werde anregen, dass diese ins Almăj-Tal überwiesen werden.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 02.09 2018, 10:12
Ja.... Ja, die Straßen in Rumänien - ein leidiges Thema. Wenn Straßen überhaupt saniert werden, dann zieht man einfach einen neuen Asphaltbelag über einen maroden Unterbau. Was das Schließen von Löchern betrifft, so spielt es keine Rolle, ob man durch ein Loch oder über einen Asphalthügel fährt. Wer kontrolliert die laufenden Reparaturarbeiten und wer prüft, ob das Ausgeführte auch dem Geschuldetem entspricht? Wenn ich lese "es gibt Ersparnisse" dann muss ich nur lachen! Erstellt der Kreisrat einen Haushaltsplan, gibt es eine Übersicht über den Zustand aller Straßen im Kreis und weiß man, welche Straßen am dringlichsten zu reparieren sind und für was ist die Direktion für Straßenbau da, etwa zum Verwalten der Löcher? Das nennt man auch Grundlagen der öffentlichen Verwaltung, Inzwischen muss doch jeder bemerkt haben das es keinen Conducator mehr gibt, der einem sagt, mit wie viel Blatt Papier man sich den Hinter abputzen muss.
Mich würde noch interessieren wie viel das Stopfen der 73 Löcher gekostet hat, es wäre nicht verwunderlich, wenn es so viel gewesen ist wie die Straße komplett neu aufzubauen.

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