Von Abtsdorf bis Haschagen

Gernot Nussbächer setzt Reihe „Aus Urkunden und Chroniken“ im Kreis Hermannstadt fort

Donnerstag, 12. Januar 2012

Hermannstadt - Von A wie Abtsdorf/Apoş bis Ha wie Haschagen/Haşag – insgesamt 32 Gemeinden aus dem Kreis Hermannstadt/Sibiu nahm der Kronstädter Historiker Gernot Nussbächer in sein jüngstes Buch auf. Ende Dezember erschien Band 10 der Reihe „Aus Urkunden und Chroniken“, in Auftrag gegeben vom Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt (DFDH). Geplant ist die Herausgabe zwei weiterer Bände, um diese historische Betrachtung auf alle sächsischen Dorfgründungen im Kreis auszudehnen.

Man muss sein Vaterland kennen, wenn man es lieben will“. Diesen Ausspruch von Michael Lebrecht aus dem Jahre 1789 zitiert Nussbächer im Vorwort des Buches. Für den Historiker zählt naheliegenderweise besonders „die historische Dimension, die Vergangenheit unserer Heimat“, die er anhand erhalten gebliebener Quellen – leider oft nur bruchstückhaft, wie er schreibt – schlaglichtartig beleuchtet.

So erheben die kurzen Beiträge denn auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Die Texte sind überarbeitete Fassungen von Artikeln, die in der Vergangenheit im „Neuen Weg“ bzw. der ADZ erschienen. Die Tiefe der Texte ist je nach Quellenlage sehr unterschiedlich. Thematisch konzentriert sich Nussbächer auf Aspekte der Ortsgeschichten, die zum Zeitpunkt der Ersterscheinung nicht oder nur wenig bekannt waren.

Im Fall von Haschagen erfährt der Leser, dass die Gemeinde 1516 mit 9 neun sächsischen und 11 rumänischen Wirten die kleinste Gemeinde des Schelker Stuhls war. Noch 1623 klagt der Georg Batesilerus, dass es keine Schule im Ort gibt. Ganze vier Beiträge sind den Studenten aus Birthälm/Biertan gewidmet, genauso viele Beiträge wie der Landlergemeinde Großpold/Apoldu de Sus, wo der Autor beispielsweise den ältesten datierten Grabstein Siebenbürgens aus dem Jahr 1378 beschreibt. Interessant auch, das das Städtchen Freck/Avrig in spätmittelalterlichen Urkunden den lateinischen Namen „Affrica“ trug.

Das 255 Seiten zählende Buch ergänzt die Ortsgeschichten der enthaltenen Gemeinden um interessante historische Aspekte. Als Historiker geizt Nussbächer nicht mit weiterführenden Quellenverweisen, die am Ende jedes Beitrages stehen. Im Anhang findet der Leser ein dreisprachiges Ortsnamenverzeichnis der im Buch erwähnten Dörfer und Städte sowie ein Verzeichnis der wichtigsten Veröffentlichungen Nussbächers.

Grundlage für das Buch ist der Band „Kreis Hermannstadt – Bilder und Geschichte“ aus dem Jahr 2008. Das jetzige Buch entstand auf Anregung des Kreisratsvorsitzenden Martin Bottesch. Das Hermannstädter Forum griff den Vorschlag auf und finanzierte das Buch aus eigenen Mitteln. Erschienen ist es im Kronstädter Aldus-Verlag in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde.

Band 10 der Reihe „Aus Urkunden und Chroniken. Kreis Hermannstadt. Erster Teil: A-Ha“ (ISBN: 978-3929848922 ) ist als Paperback erschienen. Es ist in den deutschsprachigen Buchhandlungen zum Preis von 36 Lei erhältlich.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*