Von dem Bedarf einer Zukunft für Rumänien

Buch „Banater für die Zukunft Rumäniens“ erschienen

Mittwoch, 03. April 2019

Das Cover des Buches, das vor kurzem im Temeswarer Waldpress-Verlag erschienen ist.

Als „Ergebnis der Verzweiflung, aber auch der Hoffnung“ soll der Leser das Buch verstehen, heißt es in dem Argument zu „Bănățeni pentru viitorul României“ („Banater für die Zukunft Rumäniens“). In dem Buch, das unter der Koordination des Akademie-Filiale-Präsidenten Prof. Dr. Ioan Păun Otiman sowie des Journalisten und Schriftstellers George Lână erschienen ist, machen sich 38 Banater Persönlichkeiten Gedanken über die Zukunft Rumäniens und weisen in den meisten Fällen nicht nur auf die Probleme in verschiedenen Bereichen hin, sondern bieten konkrete Lösungen dafür.

Die jetzige Lage Rumäniens sieht nicht gut aus, in der Wirtschaft wie im Sozialen, schon längst nicht in der Politik. Es ächzt in der Medizin und im Schulwesen. Die Hundertjahrfeier Großrumäniens bot nicht nur Anlass für Feierlichkeiten, sondern auch fürs Nachdenken und für Projekte, so entstand dieses Buch. Sieben Monate Arbeit und anschließend, vor kurzem, die Buchvorstellung in der Aula der Akademie – Filiale Temeswar: So lange hat es gedauert, bis der Band zu den Lesern kam.

„Wir wünschen uns ein neues, normales, moralisches, demokratisches Rumänien, das von moralischen Staatsmännern mit hohem Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Schicksal des Landes und unserer Nachkommen geleitet wird“, steht es im Argument zu diesem Buch, in dem die Frage aufgeworfen wird: „Was berechtigt uns, Banater, dazu, uns an die rumänische Nation zu wenden?“ Fakt ist, dass das Banat (und vor allem der Kreis Temesch) die am besten entwickelte Region in Rumänien darstellt, wenn man von dem Ballungsraum Bukarest absieht, was im Buch mit Zahlen und Grafiken belegt wird. Deshalb möchten die Banater, die in dem Buch zu Wort kommen, das an die Leser andernorts bringen, was sie motiviert, was sie erfolgreich machen, damit auch andere erfolgreicher werden. Und auch das, was sie für schlecht und rückschrittlich in der heutigen rumänischen Gesellschaft halten.

So wird das Buch zum Sprachrohr der Autoren, die von Situationsanalysen und Warnrufen bis hin zu bewährten Praktiken und somit Modellen und konkreten Lösungen für komplexe Probleme bieten. Und das in mehreren Sparten, denn die Autoren sind in verschiedenen Bereichen spezialisiert: Bildungswesen, Gesundheitswesen, Wirtschaft, Verwaltung sind die vielleicht am häufigsten genannten Gebiete.

Warum der Übergang zum Euro für Rumänien wichtig wäre und dies auch möglich ist, argumentiert zum Beispiel der Ökonom und emeritierte Universitätsprofessor Silviu Cerna, und liefert ein Plädoyer für die Rückkehr Rumäniens in die europäische Zivilisation.

Der DFDB-Vorsitzende Dr. Johann Fernbach lässt die Meilensteine in der Geschichte der Banater Deutschen Revue passieren, die, wie im Text hervorgehoben wird, aus den Geschichtebüchern in den letzten 75 Jahren gefehlt hat. Der Text soll den rumänischen Lesern mehr Information über und dadurch mehr Annäherung zu den Banater Deutschen bringen. Und weil der Beitrag im vorliegenden Band auch über Zukunftsprojekte sprechen soll, hebt Dr. Johann Fernbach die Wichtigkeit des Bestehens von Kultur- und Bildungsinstitutionen oder das Weiterleiten der Werte vor, die die deutsche Gemeinschaft anerkennt.

Zur Problematik des Hochschulwesens in Rumänien äußert sich der emeritierte Universitätsprofessor Toma Dragomir, der an der Universität Politehnica unterrichtet hat. Dabei unterstreicht er, dass eine realistische Evaluierung der Universitäten unerlässlich ist.

Über die Verwaltung sowohl auf lokaler wie auch auf regionaler Ebene schreibt Viorel Coifan, der jahrelang die Funktion des Kreisratsvorsitzenden des Keises Temesch innehatte. Auch er punktiert die Stellen, die er als sensibel hält.

Und weil auch Journalisten zu Wort kommen, wird die Bedeutung von politischen Eliten im wahrsten Sinne des Wortes, also von Modellen, in mehreren Beiträgen hervorgehoben, so zum Beispiel auch in dem von George Lână.

Ein mögliches Fazit des Lesers: Die Demokratisierung und Europäisierung Rumäniens sollten nicht nur auf Papier stehen, es ist essentiell, dass diese Werte von den Bürgern einverleibt und erlebt werden und es ist höchste Zeit, dass die Gesellschaft auf allen Etagen eine tiefgreifende Änderung durchmacht.

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