Von der Fackel zur Glühbirne

Eine sehenswerte Ausstellung im Schatzkästlein zur Geschichte der Beleuchtung

Dienstag, 25. Februar 2014

Sehr verschieden sind allein schon die Petroleumlampen.
Foto: Hannelore Baier

Hermannstadt - Die Geschichte der Beleuchtung auf allen fünf Kontinenten ist in einer sehenswerten Ausstellung im Schatzkästlein seit vergangenem Donnerstag zu sehen. Rund 400 Brennstoffgefäße, Kerzenhalter und -ständer aller Art aus der Antike bis in unsere Zeit, Laternen sowie Kandelaber werden als Objekte oder Illustrationen vorgestellt. Präsentiert wird die Entwicklung der Lichtspender von der Fackel hin zur Glühbirne, wobei eine originalgetreue Replik der Edison-Birne von 1880 quasi den Schluss der Exposition darstellt. Zu den ausgestellten Objekten gehören neben Petroleumlampen für den Hausgebrauch eine Schweizer Militärlaterne oder eine Laterne der sowjetischen Marine. Außergewöhnlich an der Ausstellung ist, dass manche der Illustrationen per Smartphone-App zum Brennen (via Videofilmchen) gebracht werden können (was die Swiss Web Academy in Hermannstadt ermöglicht hat).  Die Ausstellung fußt auf der Sammlung und dem Konzept des Schweizer Archäologen und IT-Fachmanns Dr. Laurent Chrzanovski. Seine Kollektion wurde durch Gegenstände aus dem Ethnografischen Museum Klausenburg/Cluj, dem Bukarester Bauernmuseum, dem Kunst- und Geschichtsmuseum Genf, dem Museum der dakischen und römischen Zivilisation Deva, dem Institut für Öko-Museale Forschung Tulcea und dem Brukenthalmuseum sowie Astra-Museumskomplex Hermannstadt/Sibiu ergänzt.

Vorgestellt werden die Lichtspender in ihrer Evolution aber auch vielfältigen Bedeutung für den Menschen. In der Einleitung werden die Techniken dargestellt, mittels derer der Mensch das Feuer – das Geschenk des Prometheus – selbst entfacht hat, welches das erste (künstliche) Licht spendete. Präsentiert wird auch die Entwicklung der Brennstoffe von Tierfetten hin zu den leistungsstärkeren Ölen, dem Wachs, Petroleum und Gas bis  zum Volta-Funken. Die „Unterhaltsmittel“ des Lichtes, so Dr. Chrzanovski in der Eröffnungsansprache, waren stets teurer als die Lampe selbst, erst seit der Erfindung der Leuchtdiode (LED) ist die Installation teurer als der „Brennstoff“. Er warnte vor dem Zuviel an künstlicher Beleuchtung: In manchen modernen Städten können Mond und Sterne nicht mehr gesehen werden, was sich auf den Biorhythmus des Menschen negativ auswirkt, desgleichen macht das Zuviel an Neonlicht krank.Die Exposition bleibt bis zum 20. Mai geöffnet und wandert dann in andere Ortschaften des Landes weiter.

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