Von der Natur abgeguckt, als Spielzeug entstanden

Die Drohne – das fliegende Auge

Freitag, 24. Januar 2014

Luftaufnahme über dem Angerplatz

Aufzeichnungen aus dem Fernen Osten (China) belegen, dass es bereits im 4. Jahrhundert n.Chr. Spielzeuge in Form eines Rotors gab. Michelangelo skizzierte zu seiner Zeit den Rotor einer senkrecht startenden Flugmaschine und setzte damit die Suche eigentlich nur fort. Und viele Jungs haben wohl in ihrem „Bastelalter“ mehr als nur Papierflugzeuge durch die Klasse segeln lassen. Es war jedoch nötig, dass die technische Entwicklung ultraleichte Stromquellen, robuste Werkstoffe, kleine Motoren und passende Elektronik entwickelt, um vom ferngesteuerten Flugzeugmodell (60er Jahre) zu der Vielfalt von Fluggeräten zu gelangen, welche heute den Markt überschwemmen.

Es handelt sich um eine ganz bestimmte Bauversion, auf die wir an dieser Stelle eingehen wollen, dem sogenannten Quadrocopter, und sein Einsatz als Träger von Bildaufzeichnungsgeräten. Als Quadrocopter werden ferngesteuerte Fluggeräte bezeichnet, welche über vier Rotoren verfägen. Außer diesen gibt es noch Hexa- und Octacopter (mit sechs und acht Rotoren), sowohl als Spielzeuge aber auch als technisch ausgereifte Produkte für professionelle Anwendungen. Die Liste letzterer ist schon groß und steigt täglich: Sichtüberwachung von gefährlichen Standorten wie Hochspannungsleitungen, Einsätze von Feuerwehr, nicht erkennbare Verkehrsüberwachung, weitflächige Tierforschung sind nur einige der nicht-militärischen Anwendungsgebiete. Ein weit verbreitetes Hobby ist auch das Filmen aus der Vogelperspektive von bekannten Gebäuden, Stadtbereichen oder Veranstaltungen. Solche Filmproduktionen mit Kronstadt, welche im vergangenen Sommer gemacht wurden, sind im Internet unter den Adressen:  1, 2 und 3 abrufbar.

Die Aufnahmen welche unter der ersten Adresse gespeichert sind, zeigen unter anderem Nahaufnahmen der Schwarzen Kirche im Dachbereich, wie sie bisher nur Tauben sehen konnten. Der Flug geht weiter über der Stadtmauer am Zinnenfuß und endet mit Nahaufnahmen der Graftbastei. Unter der zweiten Adresse sind Aufnahmen mit dem Stadtpark und der Inneren Stadt gespeichert. Besonders interessante Aufnahmen sind unter der dritten Adresse gespeichert und zwar mit der Festung am Schlossberg, welche mehrmals überflogen wird.

Betrachtet man diese Bilder, so stellt sich einem sofort die Frage, wie der Pilot, am Boden stehend (die Reichweite einer Funkfernsteuerung beträgt in etwa 300 Meter) den Aufnahmewinkel kontrollieren kann. Amateure haben sich da etwas sehr Einfaches erdacht: zwei Mobiltelefone mit Bildaufzeichnungsfunktion, eines am Boden als Empfänger, eines bei der Drohne, als Sender. Profis benützen für die Steuerung Videobrillen welche das übertragene Bild in Echtzeit wiedergeben. Schwindelfrei sollte der Pilot allerdings sein, da solche Videobrillen ein „Schwebegefühl“ vermitteln, welches leicht zu verwackelten Aufnahmen führt.

Wo und vor allem wofür werden nun solche Art von Luftaufnahmen gemacht? Die meisten zivilen Anwendungen gehören in die Gattung Werbefilme, in welchen ein Baudenkmal oder eine Landschaft aus ungewohnter Perspektive vorgestellt wird. Ein zweites wichtiges Einsatzgebiet sind technische Überwachungen mit kostensparenden Mitteln. Und dann bleibt noch das endlose Gebiet der Hobbyfilmer, welches keine Grenzen kennt.

Nicht zu vergessen sind aber die militärischen Anwendungen welche, neben den großen Drohnen mit Reichweiten von Hunderten Kilometern, auch die Minidrohnen benützen: Das als „Black Hornet“ bekannte Modell hat eine Rumpflänge von etwa zehn Zentimetern und wiegt nur 16 Gramm, also etwa wie ein herkömmlicher Kugelschreiber. Ihr Einsatzbereich ist die Beobachtung von Kampfeinsätzen in offenen oder geschlossenen Räumen.

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