Von Hieroglyphen zu Facebook

In Hermannstadt erstellte Ausstellung im ITU-Sitz in Genf eröffnet

Sonntag, 23. Juni 2013

Hermannstadt - „Helden und Opfer von sozialen Netzen, von Hieroglyphen zu Facebook“ lautet der Titel der Ausstellung, welche die SwissWebAcademy, eine NGO mit Sitz in Hermannstadt/Sibiu, mit Unterstützung des Kreiskulturamtes zusammengestellt und am Donnerstag in Genf beim Sitz der Internationalen Fernmeldeunion (International Telecommunication Union, ITU) eröffnet hat. Anlass war die Übernahme der Präsidentschaft der Union durch Rumänien. ITU ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die sich offiziell und weltweit mit technischen Aspekten der Telekommunikation beschäftigt. Sie ist Veranstalter der Weltfunkkonferenz, die die Vollzugsordnung für den Funkdienst in allen Bereichen festlegt. In ihrem Auftrag stellte Dr. Laurent Chrzanovski und sein Team der SwissWebAcademy aus Hermannstadt die Exposition zusammen, welche das Publikum mit den hellen und dunklen Seiten der „sozialen Medien“ vertraut machen will.

Die Exposition, die vom ITU-Generalsekretär Dr. Hamadoun I. Touré eröffnet wurde, richtet sich in erster Reihe an junge Leute, die heute auf Facebook, Twitter, Blogs, Forums oder Webseiten nichts anderes tun als Helden oder Opfer zu kreieren und Geschichte zu schreiben, wie das seit Jahrtausenden geschieht. Was aber bleibt davon erhalten, vor allem aber, welche Version? Das Auslöschen eines Namens, die Vergötterung eines Herrschers oder die Dämonisierung einer Person waren über Jahrhunderte hinweg das ausschließliche Privileg von politischen oder kirchlichen Führern, seit der Erfindung des Buchdrucks aber können eine breitere Schicht diese Vorgangsweise nutzen. In der Ausstellung werden als Beispiele aus der Geschichte jenes von Fürst Vlad III. Basarab, bekannt als Dracula, oder jenes von Iwan IV., genannt „der Schreckliche“, gezeigt. Heutzutage können gut gestreute Tweets Revolutionen auslösen oder ein falsches Bild am falschen Platz kann nicht bloß das virtuelle, sondern auch das wirkliche Leben einer Person zerstören. Darauf hingewiesen werden soll desgleichen, dass sowohl absichtlicher Missbrauch als auch ein banaler Fehler zu weltweiter Verwirrung führen können. 

Die Ausstellung kann über das App des Plakates verfolgt werden und wird im Herbst in den Räumen des Rathauses zu sehen sein. Eine Version der Exposition wird durch Lyzeen des Landkreises wandern, um die Schüler auf die korrekte Nutzung der Geschichte und der sozialen Netze hinzuweisen.

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