Vor allem in den Städten wird ein Bevölkerungsrückgang verzeichnet

Endgültige Ergebnisse der Volkszählung 2011 im Kreis Kronstadt

Donnerstag, 18. Juli 2013

Am Treiben in der Purzengasse merkt man nicht, dass die Stadtbevölkerung Kronstadts in den letzten zwei Jahrzehnten konstant abgenommen hat.
Foto: Hans Butmaloiu

In einer Pressemitteilung des Kronstädter Statistikamtes wird eine Übersicht der wichtigsten Zahlen geboten, so wie sie aufgrund der Volkszählung vom Oktober 2011 erfasst wurden. Die Gesamtzahl der Bevölkerung des Kreises Kronstadt/Braşov lag bei 549.217 Einwohnern, wobei die Frauen etwas mehr als die Hälfte darstellen (51,32 Prozent). Somit wird auch im Kreis Kronstadt, verglichen mit der vorherigen Volkszählung (2002), ein leichter Rückgang der Bevölkerung festgestellt, und zwar um 39.811 Personen.


72,29 Prozent (397.026 Personen) leben in den Städten – was ebenfalls einen Rückgang um 2,62 Prozent bedeutet. Der Kreisvorort Kronstadt hat eine Einwohnerzahl von 253.200 Personen. 2002 waren es noch 284.596 Einwohner. In der Reihenfolge der Städte ist eine Änderung zu verzeichnen. Săcele (30.798 Einwohner) überholt nun knapp Fogarasch/Făgăraş (30.714 Einwohner) – eine Stadt, die bisher als zweitgrößte dieses Landeskreises galt. Es folgen: Zărneşti (23.476), Zeiden/Codlea (21.708), Rosenau/Râşnov (15.022), Viktoriastadt/Oraşul Victoria (7386), Reps/Rupea (5269), Predeal (4755) und Weidenbach (4698). Die einzige Stadt, die einen leichten Bevölkerungszuwachs verzeichnet, ist Săcele.

Die größten Gemeinden sind Tartlau/Prejmer (8472 Einwohner), Tărlungeni (8320), Marienburg/Feldioara (6154). Am anderen Ende der Tabelle befinden sich die Gemeinden Fundata (852 Einwohner), Deutsch-Tekes/Ticuş (908), Drăguş (1162) und Holbav (1309). Verglichen mit der Volkszählung 1992 gibt es einen bedeutenden Bevölkerungszuwachs in folgenden Gemeinden: Petersberg/Sânpetru (um 1510 Personen mehr), Tărlungeni (1407), Budila (1145) und Honigberg/Hărman (1122). Petersberg und Honigberg liegen nicht fern von Kronstadt, sodass da viele Neubauten von Zugesiedelten entstanden; Budila und Tărlungeni gehören zu den Ortschaften mit einer großen Roma-Bevölkerung. Die Ortschaften, die den größten Bevölkerungsrückgang melden, sind: Seiburg/Jibert (561 Einwohner weniger als 1992), Mândra (545), Bran/Törzburg (511) und Fundata (510). 

Auf Altersgruppen differenziert ergibt sich auf Kreisebene folgende Struktur: Kinder (0-14 Jahre) – 15,56 Prozent; Jugend (15-24 Jahre) – 12,19 Prozent; Erwachsene – 57,86 Prozent; Personen über 65 Jahre – 14,40 Prozent. In dieser Kategorie stellen die über 85-Jährigen 1,21 Prozent. Was die ethnische Zusammensetzung betrifft, ergibt sich, aufgrund der freien Äußerung der Befragten, folgendes Gesamtbild für den Kreis Kronstadt: Als Rumänen erklärten sich 453.325 Personen (87,94 Prozent). Es folgen die Ungarn – 39.661 (7,69 Prozent) die Roma – 18.519 (3,59 Prozent) und die Deutschen – 2923 Personen (0,57 Prozent). 2002 lag der Prozentsatz der Deutschen, bezogen auf die Gesamtbevölkerung des Kreises, bei 0,75. Hinzu kommen noch Italiener (119), Russen (Lipowener) – (90), Türken (81) und andere.

Was die deutsche Bevölkerung betrifft, ist ein genauerer Blick vielleicht interessant. Zur Verfügung stehen allerdings nur in Prozent ausgedrückte relative Zahlen. Von der Gesamtbevölkerung der Städte stellen die Deutschen folgende Prozentsätze: Kronstadt – 0,50; Zeiden – 1,07; Fogarasch – 0,68; Săcele – 0,25; Weidenbach – 0,90; Predeal – 0,20; Rosenau – 0,71; Reps – 1,64; Viktoriastadt -0,37 und Zărneşti – 0,13. Prozentsätze über 1 Prozent deutsche Bevölkerung werden verzeichnet in den Gemeinden: Brenndorf/Bod – 1,12; Bodendorf/Buneşti – 3,27; Großschenk/Cincu – 3,45; Neustadt/Cristian – 2,00;  Heldsdorf/Hălchiu – 1,49; Honigberg/Hărman – 1,28; Hamruden/Homorod – 1,28; Seiburg – 2,78; Nussbach/Măieruş - 2,56; Petersberg – 1,86; Scharosch/Şoarş - 2,24; Galt/Ungra – 1,50; Wolkendorf/Vulcan – 1,56. Zwei Burzenländer Gemeinden sind unter die Ein-Prozent-Grenze gerutscht: Marienburg (0,83) und Tartlau (0,88).

Betreffend Konfession ist die Verteilung wie folgt: 85,38 sind orthodox, 3,46 Prozent sind römisch-katholisch; 2,22 Prozent sind reformiert und 2,09 gehören Pfingstlergemeinden an. Der evangelisch-lutherischen Konfession gehören 2,02 Prozent der Bevölkerung an. Als „ohne Religion“ oder Atheisten bezeichneten sich  0,38 Prozent der Befragten. 47,59 Prozent der Bevölkerung sind verheiratet; 39,19 Prozent sind nicht verheiratet; verwitwet sind 8,36 Prozent, geschieden 4,94 Prozent. In Partnerschaft ohne Trauschein leben 21.500 Personen (3,91 Prozent). Ein Drittel der Bevölkerung über 10 Jahre hat einen schwachen Bildungsgrad (Grundschule, acht Klassen oder ohne Schulabschluss). 48,09 Prozent haben ein Lyzeum, eine Berufsschule oder ähnliche Bildungsstufen besucht. 18,28 Prozent sind Hochschulabsolventen. Als Analphabeten tauchen 0,72 Prozent der Befragten auf.

Die Zahl der Personen, die seit mindestens einem Jahr ins Ausland verreist waren, lag am 20. Oktober 2011 bei 26.472. Die Zahl liegt mit Sicherheit unter der reellen, da auch ganze Familien verreist sind, über die bei der Volkszählung niemand Auskunft geben konnte. Die Reihenfolge der ersten fünf Länder, in denen die Kronstädter nun seit mindestens einem Jahr leben, ist folgende: Italien (12.775 Personen), Spanien (3688), Deutschland (2063), England (1925), USA (1240).

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