Vorgaben und Schritte für Eltern, die im Ausland arbeiten wollen

Freitag, 03. April 2015

Hermannstadt – In Rumänien ist es seit vielen Jahren nun kein Novum mehr, dass Eltern auf der Suche nach besser bezahlten Jobs ihre Familien zurücklassen, um im Ausland eine Anstellung zu finden. Die Hermannstädter informiert der Sozialdienst des Bürgermeisteramtes über die Gesetzgebung im Bereich und die Schritte, welche unternommen werden müssen, damit Minderjährige in Abwesenheit eines oder beider Elternteile geschützt und überwacht sind. Zurzeit befinden sich in Hermannstadt 250 Kinder in dieser Situation. Die Eltern, welche einen längeren Auslandsaufenthalt für Zwecke der Lohnarbeit planen, müssen das Büro für Kinderschutz im Rahmen des Hermannstädter Sozialdienstes, mit Sitz in der Schewisgasse/Bulevardul Victoriei 1-3, Zimmer Nr. 24, 40 Tage im Voraus darüber schriftlich benachrichtigen.

Mit diesem Dokument muss das Elternteil auch eine Person ernennen, welche  den Unterhalt des Kindes zukünftig verantwortet. Diese Person muss der erweiterten Familie angehören (Großeltern, Tanten, Onkel oder Cousins), volljährig sein, über angemessene materielle Bedingungen für den Unterhalt des Kindes verfügen und an einem Beratungsprogramm teilnehmen, um zukünftigen Konflikten oder Anpassungsschwierigkeiten vorbeugen zu können. Ein Verstoß gegen die Meldepflicht des Sozialdienstes kann mit Geldstrafen zwischen 500 und 1.000 Lei geahndet werden.

Sollten sich Personen für länger als drei Monate im Ausland aufhalten und ihre Eigenschaft als Elternteil auf ein anderes Familienmitglied übertragen wollen, so muss das beim Hermannstädter Gericht beantragt werden; die maximale Zeitspanne hierzu beträgt ein Jahr. Der Sozialdienst des Hermannstädter Bürgermeisteramtes bietet Beratungs- und Informationsmaßnahmen für die Betreuer und unterstützt die Kinder, je nach Fall, den Kontakt zu den ausgereisten Eltern aufrecht zu erhalten. Desgleichen überprüfen die Vertreter des Sozialdienstes alle drei Monate die Lebensbedingungen der Kinder, so dass Problemen in ihrer physischen, psychischen oder intelektuellen Entwicklung vorgebeugt werden kann.

Fünf private Hermannstädter Tageszentren helfen benachteiligten Familien und bieten ein warmes Essen pro Tag sowie Hilfe bei der Bewältigung der Hausaufgaben. Davon trägt das Bürgermeisteramt die drei Zentren „ARAPAMESU“, „Sfântul Nicolae“ und „Soborul Sfinţilor Arhangheli Mihail şi Gavril“ finanziell mit.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 03.04 2015, 14:51
250 solcher Kinder, wo mindestens ein Elternteil im Ausland auf Arbeit ist, gibt es teilweise schon in größeren Landgemeinden. In Hermannstadt kann man locker eine Null hinten dran hängen.

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