Vorhang auf – Wort frei

ifa hielt erste Poetry Slam-Werkstatt für Jugendliche in Temeswar

Mittwoch, 03. Dezember 2014

101 Werkstatt der Dichter: Das ifa veranstaltete die erste Poetry Slam-Werkstatt in deutscher Sprache in Rumänien.

Nachdem schon in Frühjahr das Deutsche Kulturzentrum Temeswar mit der Initiative kam, Poetry Slam auch in Temeswar/Timisoara salonfähig zu machen, ging jetzt die ifa-Regionalkoordinatorin Monica Kovats ein ganzes Stück weiter und lud Jugendliche aus dem ganzen Land zu einer zweitägigen Werkstatt mit einem professionellen (wenn es denn überhaupt so etwas gibt) Poetry Slammer ein. Der Stuttgarter Jonas Bolle weihte 26 Laien in die Kunst des Poetry Slammens ein. Das heißt, sie sollten in zwei Tagen einen literarischen Text schreiben (Gedicht, Spoken Word, Raptext usw.) und diesen vor einem Publikum im Studiosaal des Hauses der Künste vortragen. Die Zuschauer bestimmten ihren Favoriten, indem sie dem besten Text den meisten Beifall schenkten.

Am 30. November fand abends der „Wettstreit der Dichter“ statt. Nicht alle der 26 Werkstattteilnehmer stellten ihren Text vor, dafür traten aber auch Gäste auf, die auf Englisch, Rumänisch und sogar Ungarisch vortrugen.

Und genau wie auf den in Deutschland inzwischen weit verbreiteten Poetry Slams, gab es keine Grenzen für die darstellenden Einsteiger-Poeten, die alles mögliche versuchten, um ihren Text dem Publikum zu verkaufen. Es wurde gestikuliert, es wurde getanzt und es wurde geschauspielert. Jonas Bolle machte mit einem eigenen Text den Einstieg und moderierten danach den fast zweistündigen Vortragsabend.

Die Jugendlichen aus Hermannstadt/Sibiu, Kronstadt/Brasov, Bistritz/Bistrita, Großwardein/Oradea, Klausenburg/Sibiu und Temeswar behandelten in ihren Texten Themen wie Intoleranz, Liebe, Einsamkeit, soziale Medien, Tanzen als Ausdrucksmittel. Die Gäste stellten dagegen eigene Werke vor. Eine junge Frau las aus dem Manuskript ihres ersten Romans, ein Student hatte Gedichte auf Englisch und Ungarisch mitgebracht.

„Das ifa möchte Projekte fördern, die für seine Zielländer neu und unbekannt sind“, so Monika Kovats, ifa-Regionalkoordinatorin und Projektleiterin. „Es war uns besonders wichtig, dass es innovativ ist und gleichzeitig Jugendliche an die deutsche Sprache heranführt.“

Im Frühjahr plant Kovats zusammen mit der ifa-Kulturmanagerin in Suceava eine zweite Werkstatt mit Jonas Bolle im Buchenland.

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