Vulpescu: Hidroelectrica-Insolvenz führt nicht zum Konkurs

Sonderverträge seien nicht der Grund für Insolvenzantrag / Kein Schuldenschnitt beabsichtigt

Donnerstag, 21. Juni 2012

Hidroelectrica produziert ein Viertel des elektrischen Stroms in Rumänien. Im Bild: Der Vidraru Staudamm
Foto: Martijn.Munneke / flickr.com

Bukarest (ADZ) - Remus Vulpescu, Aufsichtsratsvorsitzender bei Hidroelectrica und Präsident des Amts für Staatsbeteiligung und Privatisierung in der Industrie (OPSPI), hat am Dienstagnachmittag zum Insolvenzantrag von Hidroelectrica Stellung genommen.

Beabsichtigt sei hierbei die Reorganisation des Unternehmens innerhalb von 16 bis 18 Monaten und keineswegs der Bankrott, der Verkauf von Anteilen, die Verringerung von Produktionskapazität oder andere Spekulationen betreffend den Verkauf oder die Nationalisierung, erklärte Vulpescu entsprechend einer Mitteilung der Nachrichtenagentur Mediafax. Der Insolvenzantrag wurde aufgrund fehlender Liquidität gestellt und hat die richtige Erkennung der Probleme sowie die Erarbeitung von Lösungen als einziges Ziel. Ebenfalls sprach der Aufsichtsratsvorsitzende von einem bisherigen „desaströsen Management“.

Die bilateralen Sonderverträge zwischen Hidroelectrica und gewissen Unternehmen hätten zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Insolvenzverfahren nichts zu tun, wobei mögliche Anpassungen dieser zukünftig von den „zuständigen Behörden“ beschlossen würden. Auch unterstrich Remus Vulpescu, dass Hidroelectrica mit der Abzahlung von Krediten nicht in Verzug sei, und dass keine „Restrukturierung des Kreditportfolios“ beabsichtigt sei. In der Presse wurden wiederholt Vermutungen angestellt, dass eine Einstellung der Kreditzahlungen durch Hidroelectrica den bereits angeschlagenen Finanzsektor als ganzes treffen könnte.

Weiter soll die Produktionskapazität des Energieunternehmens erhöht werden, jedoch konnte Vulpescu nicht versichern, dass alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Das Privatisierungsverfahren werden nicht aufgegeben, aber ein Börsengang bis Ende des Jahres sei unwahrscheinlich.

Der Aufsichtsrat von Hidroelectrica besteht aus fünf Mitgliedern, von denen vier von der Regierung ernannt werden und eines den Investmentfonds Proprietatea – dieser ist mit 20 Prozent an Hidroelectrica beteiligt – vertritt. Weder der Jurist Remus Vulpescu, welcher seit rund einem Monat seine Position inne hat, noch die anderen vier Mitglieder sind Spezialisten im Energiebereich, schreibt die Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“.

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