Wahlausgang in Griechenland belastet auch Bukarester Börse

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 03. Februar 2015

Schon der Handelsstart in die letzte Januarwoche wollte nichts Gutes verheißen. Die Indizes schlossen am ersten Tag der vergangenen Woche mit leichten Verlusten. Der Tagesumsatz lag im einstelligen Millionenbereich (3,5 Millionen Euro). Die Verluste lagen zwischen 0,33 Prozent für den ROTX-Index und 1,24 Prozent für den BET-NG. Am ersten Handelstag lag die Marktkapitalisierung noch bei 129,08 Milliarden Lei. Das sollte sich im Laufe der Woche noch ändern. Die Wahlen in Griechenland und der immer wieder wiederholte Exit der Griechen aus dem Euroraum prägten den Gemütszustand der Anleger an den internationalen Märkten. Das färbte in der vergangenen Woche auch auf die Bukarester Wertpapierbörse ab. Auf Wochensicht wies der Finanzwerte-Index BET-FI mit einem Verlust von 2,08 Prozent den höchsten Verlust unter den Aktienindizes. Dabei lag der Umsatz mit umgerechnet 10,8 Millionen Euro pro Tag auf sehr niedrigem Niveau. Auch die Marktkapitalisierung fiel um 1,3 Prozent bis Freitag, als sie sich ein wenig erholte. Insgesamt gilt der vergangene Freitag als Anker der Optimisten, legte der Markt doch im Durchschnitt 0,4 Prozent zu.

Der Umsatz wurde an einigen Tagen vor allem durch einige wenige Aktien getragen – die üblichen Verdächtigen. So waren es am Dienstag die Aktien des Mineralölkonzerns OMV Petrom (SNP, 0,3617 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9), am Tag darauf die des Erdgaskonzerns Romgaz (SNG, 34,5 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3). Am Freitag schließlich wurde hauptsächlich mit Aktien des Fonds Proprietatea (FP, 0,8345 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) und der SocGen-Tochter BRD (BRD, 9,6 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) gehandelt. Der rege Handel mit diesen Aktien bedeutete jedoch nichts Gutes für ihre Kurse. SNP-Papiere verloren auf Wochensicht 2,3 Prozent, SNG-Aktien 0,57 Prozent. FP-Aktien gingen um satte 3,74 Prozent zurück, nur BRD-Aktien konnten auf Wochensicht 2,12 Prozent zulegen. Gerade die Banken zeigten ein Spiegelbild des gesamten rumänischen Aktienmarktes zurzeit. Banca Comerciala Româna (BCC, 0,066 Lei, ISIN ROBACRACNOR6) und die Erste Group Bank (EBS, 86 Lei, ISIN AT0000652011) schlossen die Woche mit Verlusten ab.

Eine besondere Entwicklung scheint sich indes am rumänischen Aktienmarkt breit zu machen. Der Hersteller von Treibstoffinjektoren für Dieselmotoren, Mefin SA (MEF, 2,549 Lei, ISIN ROMEFSACNOR6) soll von der Börse genommen werden. Großaktionär ist mit 79,6 Prozent der in Zypern registrierte Fonds DCI Walbridge Partners; der Rest ist in Streubesitz. Kleinaktionäre sollen laut Gesellschafterbeschluss 3,2 Lei je Aktie erhalten, wenn sie aussteigen wollen. Das ließ die MEF-Aktie in der vergangenen Woche um 49,94 Prozent ansteigen. Der Trend dürfte noch anhalten, bis der Wert von 3,2 Lei pro Aktie erreicht  wird. Da am Sekundärmarkt, der ja bis zum Herbst dieses Jahres aufgelöst werden soll, viele Unternehmen den Sprung in den Hauptmarkt nicht schaffen werden, ist mit einer Vielzahl an Rückzügen vom Aktienmarkt zu rechnen, die die jeweiligen Aktien aufwerten dürften.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq entwickelte sich in der letzten Januarwoche ganz anders als der Hauptmarkt. Der Handel ging auf und ab, das ließ sich sowohl am Tagesumsatz, wie auch am Hauptindex Rasdaq-C ablesen. Der Wochenstart war vielverheißend, der Tagesumsatz lag im sonst so raren sechsstelligen Euro-Bereich – und dies ganz ohne Sonderdeals –, fiel dann aber um 30 Prozent, stieg um 38 Prozent und sackte schließlich um 58 Prozent und dann noch einmal um 67 Prozent ein. Der Hauptindex folgte dieser Spur und fiel am Dienstag um 0,52 Prozent, legte am Mittwoch 1,87 Prozent zu, und verlor an den darauf folgenden Tagen 0,88 Prozent. Am Ende aber hatte der Hauptindex des Sekundärmarktes 0,57 Prozent auf Wochensicht zugelegt und sich so wieder ein wenig der 1400-Punkte-Marke genähert.

Devisen

Der rumänische Leu schaffte es, nach Wochen der Schwäche gegenüber Euro und vor allem dem US-Dollar, sich zu erholen. Gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung betrug das Plus auf Wochensicht 0,051 Lei oder 1,13 Prozent. So rutschte der Euro wieder unter die 4,45-Lei-Marke. Am Montag kostete ein Euro 4,4424 Lei. Der US-Dollar verbilligte sich in der vergangenen Woche um 0,082 Lei oder 2,05 Prozent. Allerdings notierte die amerikanische Währung bei 3,915 Lei immer noch oberhalb der 3,9-Lei-Grenze am Montag.

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