Wahlbeteiligung blieb dramatisch schwach

Schneechaos ließ sogar Wahlbeamte sich verspäten

Montag, 10. Dezember 2012

In seinem Heimatort Temeswar wählte am Sonntag auch der Abgeordnete und Kandidat für ein neues Mandat seitens des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Ovidiu Ganţ.
Foto: Zoltán Pázmány

st. Temeswar - Die Gemütslage war bei Bekanntgabe der Wahlergebnisse am Sonntagabend irgendwie verständlich: Applaus im Lager der Sozialliberalen Union USL und lange Gesichter bei der Allianz der Rechten Rumäniens ARD. Marcel Suciu, ehemaliger PSD-Subpräfekt des Kreises Temesch, hat in seinem Wahlkreis derzeitigen Insiderinformationen nach scheinbar sogar dem PDL-Parteichef Vasile Blaga das Nachsehen gegeben. Solche Meldungen und Ergebnisse sind symptomatisch für die landesweit fast dreimal so vielen Stimmen, die die USL im Vergleich zur ARD bei den am Sonntag stattgefundenen Parlamentswahlen erhielt. Diese Ergebnisse seien die Folge der Art, wie die PDL regiert hat, sagte Ilie Sârbu, eines der Schwergewichte der PSD am Sonntagabend in Temeswar.

In Zusammenhang mit Wahlergebnissen und der Regierungszeit der PDL sprach er von Rücksichtslosigkeit der Bevölkerung gegenüber und Veruntreuung von Haushaltsgeldern – Aspekte, die nun von der Wählerschaft bestraft worden seien. „Hätte die PDL es im Alleingang versucht, ohne ihre Verbündeten innerhalb der ARD, hätte sie etwas mehr erreicht“, so Sârbu der ADZ gegenüber. Der Verwaltungskreis Temesch rangiert meist am Ende der Tabelle, wenn die Statistik der Wahlbeteiligung aufliegt. Gepaart mit zum Teil unbefahrbaren Straßen und deshalb auch verspätet eröffneten Wahllokalen rutschte die Wahlbeteiligung diesmal im Kreis Temesch auf 32,50 Prozent und gleichzeitig auf den letzten Platz in einer diesbezüglichen Hierarchie in Rumänien. Vor allem die Jugend sei den Wahlen ferngeblieben, sagte gestern Vormittag der Vorsitzende eines Wahllokals.

Kommentare zu diesem Artikel

Alexander, 11.12 2012, 02:05
Solch eine Wahlbeteiligung sollte bei den gewählten und nicht-gewählten Entscheidern im Lande die Alarmglocken läuten lassen - aber wahrscheinlich passiert nicht einmal das.
Auch Gant vertritt im Parlament letztlich nicht mehr als eine mittelgroße Stadt, wenn man die Stimmen, die er erhielt, in Relation setzt.
So wird das jedenfalls nichts werden mit Rumänien - höchstens vielleicht ein zweites Griechenland - nur mit dem Schulden anhäufen ist man noch nicht ganz so weit - noch.
Den Rumänen möchte man zurufen: Bringt mal euer Land in Ordnung und versteckt euch nicht nur in Heim und Familie! Demokratie erfordert auch bürgerliches, soziales und demokratisches Engagement.

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