Wahrzeichen einer Gemeinde

Ute Hubbes veröffentlichte Dokumentation über die Evangelische Kirche von Heldsdorf

Samstag, 17. September 2016

Der vor wenigen Jahren in Deutschland gegründete Förderverein Heldsdorf e.V. dient, gemeinsam mit der Heimatortsgemeinschaft der Heldsdörfer in der BRD, vor allem der Festigung der Gemeinschaft der aus dieser Burzenländer Großgemeinde ausgesiedelten, aber auch den noch in der Heimat lebenden Sachsen. Dem Vorstand des Fördervereins, dessen Vorsitzender Dr. Heiner Depner auch Vorsitzender der Heimatortsgemeinschaft ist, gehören noch Ute Hubbes, Uwe Grempels, Konrad Priester, Maik Reingruber und Karl Grempels an.

Im Mai dieses Jahres veröffentlichte der Förderverein eine eingehende Dokumentation, reich illustriert über die evangelische Kirche von Heldsdorf, verfasst von Ute Hubbes. Die Fotos lieferten Heiner Depner, Karl-Heinz Brenndörfer, Radu Pescaru und die evangelische Kirchengemeinde. Die 16 Seiten umfassende Broschüre erschien unter besten drucktechnischen Voraussetzungen in der Gemeindebrief-Druckerei in Groß Oesingen. Einleitend spricht die Autorin ihren Dank Karl-Heinz Brenndörfer, Vorsitzender der HOG-Regionalgruppe Burzenland, Imke Depner, Heiner Depner und Waltraud Drühe, die das Layout sicherte, für ihre Unterstützung, die ihr bei ihrer Arbeit zur Erstellung dieser Dokumentation geboten wurde, aus.

Ute Hubbes, die immer wieder auch in der Publikation der Heldsdörfer Heimatortsgemeinschaft „Wir Heldsdörfer“ Artikel und Stellungnahmen zu verschiedenen heimatpolitischen Themen zeichnet, ist mit dieser Gemeinde, in der sie ihre Kindheit verbracht hat – geboren wurde sie allerdings 1965 in Kronstadt – eng verbunden geblieben. Vor der Wende von 1989 siedelte sie in die Bundesrepublik aus. In Stuttgart studierte sie Philosophie und Literaturwissenschaften. Tätig wurde sie allerdings im industriellen Gewerbe. 2014 wurde sie von ihrem Arbeitgeber nach Japan entsandt. Sie ist auch auf dem geistlichen Gebiet aktiv. Der Geschichte von Heldsdorf geht sie ständig nach, sucht darüber Daten in den Archiven. Die bisher erschienenen Chroniken über die Gemeinde - Hans Moser „Heldsdorf, Chronik einer siebenbürgisch-sächsischen Gemeinde des Burzenlandes aus 700 Jahren“, Reutlingen 1967; Ernst Rothbächer „Heldsdorf, Monographie einer Burzenländer Gemeinde“, Kriterion Verlag, Bukarest 1977 -, die historischen Beiträge, die immer wieder im Heimatbrief „Wir Heldsdörfer“ veröffentlicht werden, haben nicht nur ihr Interesse erweckt, sondern auch ihre Dokumentation zu aufliegender Studie bereichert.

Ute Hubbes geht auf die verschiedenen Bauetappen der Kirche ein, auf Ereignisse, die sich auch negativ auf diese auswirkten, auf die Innenausstattung und besonderen Kunstwerken, die diese enthält. Einleitend unterstreicht die Autorin, dass die Kirche in ihrer jetzigen Gestalt 209 Jahre alt ist. Doch blickt sie auf ein viel höheres Alter durch die enthaltenen Baufragmente und Ornamente zurück. Die ursprüngliche Kirche stand hier schon im 13. Jahrhundert und gehörte einer Zisterzienserabtei an. Der älteste Teil der jetzigen Kirche ist das romanische Turm- oder Westportal, das auf das 13. Jh. zurückgeht. Im 15. Jahrhundert wurde dann eine gotische Hallenkirche statt der ursprünglichen gebaut. Gewidmet wurde diese dem Heiligen Andreas. Auch die Kirchenburg hielt Stand den Angreifern. Michael der Tapfere stürmte diese sechs Mal vergeblich nach der Schlacht von Schellenberg (1599). Erst durch List gelang es ihm schließlich einzudringen. Im 19. Jahrhundert wurden die Ringmauern abgetragen, das Baumaterial wurde für die Errichtung des Rathauses und der Mädchenschule verwendet.

In Folge des Erdbebens vom 26. Oktober 1802 stürzte der mittlere Teil der Kirche ein. Fünf Jahre später konnte die Kirche neu geweiht werden. Bei einem Erdbeben 1838 wurde der Kirchturm beschädigt. Umgebaut ist er dann bis heute in dieser Form geblieben. Beim Erdbeben vom 4. März 1977, blieb die Turmuhr bei 21.21 Uhr, stehen. Mehrere Reparaturen im Laufe des 20. Jahrhunderts führten dazu, dass die Kirche zu den heute gut erhaltenen Gotteshäusern des Burzenlandes zählt.

Der Flügelaltar stammt aus der Zeit um die Jahre 1525-1530 und zeichnet sich auch durch seine Dimension – 8,8 m hoch, 7,7 m breit – aus. Restauriert wurde er von der HOG Heldsdorf in den Jahren 1975/1976. Die Glocken haben eine über 500 Jahre alte Geschichte. Die erste Orgel wurde von der Kirchengemeinde 1709 gekauft und 1785 ersetzt. Eine neue Orgel baute Johann Thois 1802. Restauriert wurde diese 2007. Die Kirche besitzt mehrere Sehenswürdigkeiten wie Teppiche aus Kleinasien, einen alten Grabstein, die Kanzel, einen Abendmahlskelch u.a.

Ergänzt wird die Studie mit Gedanken bezüglich der Zukunft der Kirche. Die Illustrationen bieten sehr ansprechende Innen- und Außenansichten der Kirche, Details des Altars, der Kanzel, der Orgel. Die Autorin bezeichnet die evangelische Kirche in Heldsdorf auf der Umschlagseite, als „Wahrzeichen unserer Gemeinde/Haus Gottes und der Menschen/Ort der Zuflucht und des Trostes, des Überlebens/Ort der Freude, des Abschieds/der Besinnung und des Danksagens/Heimat“.

Ute Hubbes, die Heldsdörfer Heimatortsgemeinschaft und der Förderverein haben mit der Herausgabe dieses Bandes ein wichtiges Vorhaben durchgeführt, das zum besseren Kennenlernen der eigenen Orts- und Kirchengeschichte dienen soll.

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