Waldorf-Kindergarten in Rothberg

Ein weiterer Schritt in dem 1998 begonnenen Bildungsprojekt für Roma

Freitag, 20. September 2013

Das nagelneue Gebäude des Waldorfkindergartens in Rothberg wird am Samstag feierlich eröffnet. Foto: Waldorfverein

Hermannstadt - Ein modern eingerichteter Waldorf-Kindergarten wird am Samstag im Dorf Rothberg/Roşia eröffnet. Besuchen werden ihn rund 40 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Beim Gestalten des Baus und der Räume wurden alle Ecken und Kanten abgerundet und für das Streichen der Wände sind Spezialfarben genutzt worden. Zur Strom- und Wärmeerzeugung wird ausschließlich grüne Energie verwendet.

Der Kindergarten ist ein weiterer Schritt in dem 1998 in Rothberg begonnenen Projekt, Romakinder in den Bildungsprozess einzubeziehen, so Projektleiterin Annette Wiecken, die Präsidentin des Waldorfvereins Hermannstadt/Sibiu und Rothberg. Damals hatte man in einem kleinen Raum mit einem Pilotptojekt zur „Alphabetisierung“ von Roma angefangen. Seit 2000 ist die Hans-Spalinger-Waldorfschule vom Kreisschulinspektorat als staatliche Schule anerkannt und in ihr lernen 120 Kinder in den Klassen 1 bis 8. Der Kindergarten war also eine Notwendigkeit, um die Kinder für diesen Schulbesuch vorzubereiten.

Investiert wurden in den auf 400 Quadratmeter gesetzten Bau etwa 380.000 Euro, die dem Waldorfverein insgesamt von Spendern in der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden überwiesen wurden. Der Kindergarten hat drei Aufenthaltsräume, zwei Schlafzimmer, eine Küche und Sanitäranlagen. Der elektrische Strom bzw. die Heizung werden von Solarzellen-Panelen sowie einer Geothermalanlage gesichert. Die Eltern der Kinder halfen beim Bau und Einrichten des Kindergartens mit.

Der Waldorfverein Hermannstadt und Rothberg zählt zurzeit 13 Mitglieder, sein Ziel besteht darin, Bildungseinrichtungen zu gründen oder zu fördern, in denen die von Rudolf Steiner eingeführten Erziehungsmethoden angewendet werden. In Rothberg nutzt man sie, um insbesondere das Handwerkertalent der Kinder zu fördern und sie in die Gartenarbeit einzubeziehen. Weil  die Romafamilien die Mittel nicht aufbringen können, um die Kinder in eine Berufsschule zu schicken, ist der Verein bemüht, eine solche in Rothberg zu gründen, damit die Schulabgänger ein Zeugnis über die erhaltene Berufsausbildung erhalten können. Ein weiteres Anliegen ist das Einrichten von Werkstätten mit Einnahmen bringenden Arbeitsstellen.

Der finanziell und praktisch vom Verein „Waldorfschule für Romakinder“ in Zürich sowie dem in München eingetragenen Verein ,,Pro Rosia” geförderte Verein in Siebenbürgen unterstützt außer den Bau- und Renovierungsarbeiten sowie der Ausstattung der Bildungseinrichtungen auch jene Schüler, die in Hermannstädter weiterführende Schulen pendeln. Desgleichen werden kulturelle Aktivitäten der Eltern organisiert und jungen Leuten die Möglichkeit geboten, ein Sozialpraktika oder das freie soziale Jahr an dieser Schule zu absolvieren.

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