WANDERN: Das Csiszar-Bad bei Balvanyos

Samstag, 16. Januar 2016

Die Hähne zur Mineralwasserlieferung sind abgedreht.

Eines der neu hergerichteten Csiszar-Freibäder.

Auf der Bergspitze die Burgruinen; im Tal die Ferienhäuser.
Fotos: Ralf Sudrigian

Das Gebiet um den einzigen Vulkansee Rumäniens, der Sankt-Annen-See, bietet gleich mehrere Sehenswürdigkeiten: kleine Höhlen mit Schwefelgas-Ausbrüchen, Mofetten, Wanderwege durch Wälder und vorbei an Sümpfen mit ihrer spezifischen Pflanzenwelt.

Bei Balvanyos, ein von Szekler Neumarkt/Tg. Secuiesc/Kezdivasarhely rund 12 km entfernter zur Gemeinde Turia/Torja gehörender Ferienort, kann man mehrere Ausflüge wählen, zum Beispiel zu den Ruinen einer alten Burg auf der benachbarten Bergspitze (1029 m). Dorthin führt ein Weg (rotes Kreuz und blaues Band - Dauer: 45 Minuten).

Sehr nah bei der Gaststätte „Cetate“ befindet sich das Bad Csiszar. Besser gesagt, die Spuren des Bades, das nun in den letzten Jahren von einem Verein der Szekler saniert wird. „Csiszar Fürdö“ steht auf den Wegweisern des mit blauem Kreuz markierten Pfades. Es handelt sich um mehrere kleine Becken mit trübem Mineralwasser, in denen es ständig blubbert, da Gas aus dem Erdinnern entweicht.

Einige von ihnen wurden nun mit Holztäfelung umsäumt und mit Holzbänken versehen. Zwei-drei Villen und Hütten stehen verlassen da. Das Bad war bis zur Wende von 1989 noch benutzt worden. Eine alte verrostete Tafel mit der Karte des Landkreises Covasna und den Initialen OJT (Oficiul Judeţean de Turism) erinnert an vergangene Zeiten. Scheinbar sind die Besitzverhältnisse dieser Immobilien noch nicht vor Gericht geklärt, was jede weitere Investition blockiert.

Denn es soll noch Urenkel vom alten Eigentümer, einem Adligen namens Cziszar Denes, geben. Eine Sage wird heute noch weitererzählt, die mit dem Entstehen dieses Bades in Verbindung gebracht wird: Der Adlige befand sich 1889 da auf einer Jagdpartie. Als er ermüdet nach einem Stuhl verlangte und dieser ihm vorgesetzt wurde, sprudelte Wasser aus dem Boden. Csiszar wusste, da könne man ein Bad einrichten und kaufte diesen Wald vom Grafen aus der Gemeinde Turia. Die Glanzzeiten von Csiszar Fürdö sind längst vorbei, übrig geblieben ist ein nicht entsprechend verwertetes natürliches Potenzial um das andere diese Gegend sehr beneiden.

Auf dem Rückweg zum Cetate-Restaurant kann man auf ein Bild mit Symbolwert stoßen: auf einem Hang mit Wiesen steht eine kleine Burgattrappe für Veranstaltungen und daneben ein kreuzförmiges, verrostetes, mit Wasserhähnen ausgestattetes Ende einer ehemaligen Leitung für Mineralwasser.

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